Es geht um die WM! In der ersten Länderspielpause des Jahres heißt die erste Hürde von zwei für das österreichische Nationalteam am Donnerstag Wales. Trainer Franco Foda sorgte bei der Kader-Nominierung für die ein oder andere Überraschung. Neben dem Team-Comeback von Andreas Weimann nach sieben Jahren Pause, erscheint Austria Wien-Schlussmann Patrick Pentz zum zweiten Mal nach November 2021 im Aufgebot. Unterschied ist, dass Foda Pentz diesmal fix aufgerufen hat, während er letztes Jahr für Alexander Schlager nachnominiert wurde.

Der gebürtige Salzburger hat – eine für einen österreichischen Fußballspieler – eigentlich typische Karriere hinter sich. Nach den Anfängen bei seinem Jugendverein SV Bürmoss wurde er bereits mit neun Jahren Teil der Jugendakedmie des FC Red Bull Salzburg. Dort durchlief er von 2006 bis 2013 einige U-Mannschaften, bis 2013 die Wiener Austria auf den damals 16 jährigen aufmerksam wurde und fest verpflichtete. Bei den Veilchen kam er in den ersten Jahren vorwiegend in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. 2015 folgte schließlich sein erster Profieinsatz in der heimischen Bundesliga gegen SK Sturm Graz. Der große Durchbruch war es für Pentz allerdings noch nicht. Am damaligen Nationaltorhüter Robert Almer führte kein Weg vorbei und es sollte bis in die Saison 2017/18 dauern, bis Pentz endgültig zum Stammspieler avancierte.

Zwei Spielzeiten hütete er regelmäßig das Tor der Austria. Damals waren Pentz Leistungen stark schwankend, was eine konstante Tormann-Diskussion zur Folge hatte. 2019/20 verlor Pentz seine Einser-Position an Ivan Lucic. Pentz hörte aber nie auf zu kämpfen, kämpfte sich die Nummer eins zurück und wurde vergangenen Juni zum “Torhüter der Saison 2020/21” gewählt. In dieser Spielzeit ist der 25-jährige auf einem guten Weg, diese Auszeichnung zu wiederholen. Nach Ligaprimus Salzburg stellt die Austria die beste Defensive der Liga, was zu einem Großteil den Glanzleistungen von Pentz zu verdanken ist.

Den Karriereweg des klassischen Ausnahmetalents hat Pentz nicht hinter sich. Vielmehr musste er sich seine jetzige Position der unangefochtenen Nummer Eins bei der Austria hart erarbeiten. Für einen Torhüter nimmt Pentz außerdem nicht die klassische Statur ein. Er ist eher schmächtig gabaut und kommt bei 182 Zentimeter nur knapp über die 1,80er-Marke. Seine großen Stärken liegen in seiner Sprungkraft, Reflexen und Spielstärke. Letzteres ist ein Element, dass dem größer gewachsenen Daniel Bachmann, noch ein wenig fehlt.

Dass Pentz nach zahlreich konstant starken Leistungen bis jetzt auf eine fixe Einberufung warten musste, bleibt wohl Fodas Geheimnis. Schlager spielt beim LASK etwas unter dem Radar, während sich der Austria-Schlussmann seit zwei Jahren kaum Patzer erlaubt hat und dementsprechend gewürdigt wird. Macht Pentz, der sich mit 25 im besten Alter für einen Torhüter befindet, ist auch die österreichische Nummer eins langfristig wohl kein unerreichbares Ziel mehr. 

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