Erfolgreiche führen andere Gespräche

Bei einem scharfen Schuss auf das Tor entwischt dem Schlussmann der Ball und dieser rollt dem Stürmer direkt vor die Beine. Er muss die Kugel nur mehr ins leere Tor schieben. Aber stattdessen schießt er weit über das Tor. Die bereits dritte hundertprozentige Chance, die er in diesem Match nicht nutzt. Was ihm jetzt durch den Kopf geht und wie sein inneres Gespräch weiter verlaufen wird, bleibt jedem Zuseher, Trainer oder Mitspieler verborgen.

„Verdammt…! Das darf doch nicht wahr sein! Ich Versager….das wird heute nichts mehr…“

In den nächsten Minuten wird er mit seiner Aufmerksamkeit den vergebenen Chancen nachtrauern und dadurch vielleicht die nächste Möglichkeit, die sich ihm bietet, nicht nutzen, weil er am Platz nicht zu 100% präsent und aufmerksam ist.


 

So wie dieser Stürmer, haben die meisten Spieler (vom Nachwuchs bis zu den Profis) nie gelernt, ihre Gedanken und inneren Selbstgespräche „BEWUSST und ZIELGERCHT“ zu steuern! Sie verfallen oft in eine negative Gedankenspirale, verlieren dadurch den Fokus und ihre Leistung sinkt ab.

Die bewusste Steuerung der eigenen Selbstgespräche ist im Spitzensport eines der wichtigsten mentalen Werkzeuge. Meine Aufgabe als Mentalcoach ist es hier, das Bewusstsein der Sportler zu schulen.

Sieger führen andere Gespräche

Es ist immer wieder interessant, welche Art von Selbstgespräche erfolgreiche und weniger erfolgreiche Fußballer führen. Aus meiner Erfahrung als Mentalcoach weiß ich, dass weniger Erfolgreiche oft Selbstzweifel und Angst vor dem Versagen thematisieren, während sich Erfolgreiche mit zuversichtlichen und vertrauensvollen Gedanken beschäftigen. Weniger Erfolgreiche erholen sich im Match von Fehlern schwerer und grübeln sehr lange über die Konsequenzen ihrer Fehler, während Erfolgreiche negative Selbstgespräche weitgehend aus ihrem Kopf verbannen und positiv bleiben.

Wie wichtig es ist, die Selbstgespräche bewusst zu steuern, durfte ich persönlich bei meinem Sieg des weltweit härtesten Mitteldistanz Triathlons, dem AXTRI, 2011 in Norwegen erfahren!

Als ich nach dem Radfahren auf die Laufstrecke wechselte, war es nur mein Kopf und meine motivierenden Selbstgespräche, die mich dabei unterstützten, die ärgsten Krämpfe und Schmerzen auszublenden, fokussiert zu bleiben, weiterzulaufen und schlussendlich die Ziellinie als Sieger zu überqueren. Ohne mentale Vorbereitung hätte ich das Rennen ganz sicher aufgegeben und wäre mit einer Niederlage nach Hause gefahren.

Zuerst gibt immer der Kopf auf

Es besteht eine enge Verflechtung zwischen deinen Selbstgesprächen und deinem Handeln. Egal ob als Fußballer am Platz oder als Angestellter in einem Unternehmen.

Du hast sicherlich schon oft bemerkt, dass in schwierigen Situationen zuerst dein Selbstgespräch ins Negative umschlägt (z.B. „Ich kann nicht mehr“ oder „das holen wir nie mehr auf“) bevor du körperlich einen Gang zurückschaltest und den Fokus verlierst. Die negative Wendung findet also zuerst immer in deinem Kopf statt. Erst dann folgen die entsprechenden Handlungen.

Destruktive Selbstgespräche können sich zu regelrechten negativen Gedankenkreisläufen entwickeln. Ein negativer Gedanke führt zum nächsten und die negative Gedankenspirale ist im Laufen.

Als ich vor einiger Zeit, die Spieler einer  Mannschaft, nach einer 0:4 Heimniederlage ihre Gedanken aufschreiben lies, kamen folgende Erkenntnisse zum Vorschein.

Beim 0:1 dachten sich die meisten noch, das holen wir auf. Beim 0:2 begannen einige schon zu zweifeln und glaubten nicht mehr an einen Erfolg. Beim 0:3 in der 48. Minute war für 9 von 11 Spielern der Zug bereits abgefahren und in ihren Köpfen waren negative Selbstgespräche bestimmend. Man kann sich ausrechnen, welches Potential diese Mannschaft hat, wenn jeder einzelne Spieler in der Lage ist, seine inneren Gespräche bewusst zu beeinflussen!

Achtsamkeit mit deinen Gedanken

Negative Gedanken wie einen schlechten Film einfach abzuschalten, ist gar nicht so einfach und muss über längere Zeit regelmäßig trainiert werden. Dazu ist es zuerst notwendig sich die störenden Selbstgespräche bewusst zu werden, danach diese zu stoppen und schlussendlich in eine förderliche und hilfreiche Richtung zu ändern. Hier biete ich als Mentalcoach meine Unterstützung an. Ziel ist es, deine Optionen durch zweckmäßig geführte Selbstgespräche zu erweitern anstatt einzuschränken.

Selbstgespräche in drei Bereichen

Nachfolgend darf ich ein etwas abgeändertes Modell vom bekannten Sportpsychologen Hans Eberspächer zu Hilfe nehmen und aufzeigen, wie Fußballer dieses anwenden können (dieses Model gilt auch abseits vom Sport):

  1. Zur Veränderung oder Stabilisierung deiner Befindlichkeit
    Deine Befindlichkeit, also die Art und Weise wie du dich fühlst, ist eine Eigenleistung und hängt stark davon ab, welche „Melodie“ von Selbstgespräch du anschlägst. Steht im Training eine harte Einheit an, wo du körperlich ans Limit gehen musst, kannst du innerlich klagen und jammern – „das ist so hart, das tut so weh“,  oder du siehst es als Herausforderung und begrüßt die Einheit mit deinen inneren Worten „ich freue mich“ oder „diese Einheit macht mich stärker und bringt mich an mein Ziel.“
  2. Zur Motivations-Steigerung
    Deine Motivation wird ebenso stark durch deine Selbstgespräche reguliert, wie deine Befindlichkeit.  Wenn die gegnerische Mannschaft zum Beispiel in Minute 80 noch immer 2:0 führt, dann sind es deine unterstützenden und motivierenden Selbstgespräche die dich und deine Mitspieler zum weiterkämpfen anspornen.  

  3. Selbstgespräche zur Handlungsorientierung
    Deine Handlungen unterstützen dich auf deinem Weg zum Ergebnis und zu deiner Leistungen. Wenn du dir mittels Selbstgespräche immer wieder deine notwendigen Handlungsschritte vorsprichst, dann führst du diese Handlungen nicht nur exakter und effizienter aus,  sondern bist mit deiner Aufmerksamkeit auch im Hier und Jetzt.

Die Handlungsanweisung eines Spielers, nach einem schweren Fehler, könnte z.B. lauten:

„Fehler abhaken! Kopf hoch! Tief durchatmen. Konzentriere dich.“

Wie du vielleicht selbst bemerkt hast, Selbstgespräche sind extrem wichtig für deinen persönlichen Erfolg. Daher solltest du deine Selbstgespräche systematisch trainieren. Sie sollten Bestandteil deines täglichen Lebens werden, nicht nur im Sport sondern auch in deinem Alltag.

Als Mentalcoach kann ich dich dabei zielgerecht unterstützen!

In diesem Sinne, achte auf deine Gedanken!

Be strong,

Wolfgang

Wolfgang Seidl, ist selbstständiger akademischer Mentalcoach und HeartMath® Coach mit einer Praxis in Wien und in der Süd/Ost-Steiermark. Er bringt langjährige Wirtschafts-Erfahrung mit, war selbst erfolgreicher Leistungssportler (unter anderem viertbester Österreich beim Ironman Hawaii 2012) und ist heute Mentalcoach von Einzelsportlern, stressgeplagten Menschen, Mannschaften und Unternehmen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit mit Fußball liegt einerseits in der mentalen Betreuung von SpielerInnen sowie im mentalen Coaching und in der mentalen Beratung von Fußballmannschaften.

MANA4YOU
Wolfgang Seidl, MBA
Akademischer Mentalcoach
Dipl. Lebens- und Sozialberater
HeartMath Coach®
Mentalcoach von IRONMAN Austria und von erfolgreichen SportlerInnen

mind@mana4you.at
www.mana4you.at

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