Mit der richtigen Einstellung mehr erreichen

Jeder der das letzte Europa-League-Match des SK Rapid Wien gegen Villareal mitverfolgt hat, wird mir zustimmen, dass vor allem die Einstellung der Rapid-Spieler nicht gepasst hat. In diesem Fall waren die Auswirkungen ergebnismäßig klar erkennbar. Unter richtiger Einstellung erwarte ich mir, dass die Spieler am Platz folgendes zeigen:

  • 100% körperlichen Einsatz (jeden Zweikampf gewinnen wollen)
  • Volle Konzentration über das gesamte Match (ist erlernbar!)
  • Emotionale Belastbarkeit
  • Mentale Stärke (z.B. Fehler schnell abhaken und Fokus wieder aufbauen, usw.)

 

Wenn es am körperlichen Einsatz fehlt, dann sollte sich jeder Spieler hinterfragen welche Gründe gibt es, dass er im Match nicht alles gibt. Über mögliche Ursachen habe ich bereits bei meinem Blog MENTALITÄT vs. MENTALTRAINING geschrieben.

Wenn Spieler es nicht schaffen ihre Konzentration oder mentale Stärke abzurufen, dann stellt sich die Frage ob sie sich entsprechende Routinen und Techniken angeeignet haben. Nur dann können sie es bewusst nutzen! Hier ist Eigenverantwortung gefragt, diese Fertigkeiten mithilfe eines Experten (Mentalcoach/Sportpsychologen) zu erarbeiten. Für mich ist klar, viele Spieler sind gar nicht in der Lage, diese geforderten Eigenschaften umzusetzen, weil sie es nie zielgerecht gelernt und trainiert haben!

Da ich in den letzten Jahren viel mit Spitzensportler aus anderen Bereichen arbeite, kann ich Vergleiche herstellen und erkennen wo Österreichische Profifußballern noch jede Menge Potential haben. Ich bin überzeugt, jeder Fußballer der international erfolgreich sein will, muss sich auf sich konzentrieren und schauen wo und wie er sich auf das nächst höhere Level bringen kann.

Sich nicht mit Mittelmaß zufrieden geben

Wenn ein Marcel Hirscher über Ziele redet, dann spricht er nicht darüber, dass er Österreichischer Staatsmeister im Slalom werden möchte. Er sagt klar, er will  Weltmeister oder Olympiasieger werden! Das heißt er setzt sich hohe aber realistische Ziele und hat einen Plan wie er es erreichen kann. Er gibt sich nicht mit Mittelmaß zufrieden.
Wenn österreichische Fußballprofis es bis in die Bundesliga geschafft haben, dann ist das Ziel der meisten erreicht und der Wille mehr zu wollen, nicht stark genug. Das liegt einerseits daran, dass sie in Österreich bereits sehr gut verdienen und dabei ein relativ „lockeres Leben“ führen und andererseits das Risiko scheuen, es im Ausland nicht zu schaffen.

Mehr tun als alle anderen

Ich bin überzeugt, viele Österreichische Fußballprofis, die es bereits in die erste oder zweite Bundesliga geschafft haben, könnten mit gezieltem Zusatztraining viel mehr aus sich herausholen. Sie würden in ihren Clubs ihre Leistungen steigern und können dadurch den Sprung in höhere europäische Ligen schaffen. Wie gesagt, nur mit individuellen Zusatztraining, weil das Training mit der Mannschaft alleine ist viel zu wenig.

Eigene Situation analysieren

In meiner Arbeit mit Fußballern analysiere ich mit ihnen gemeinsam, unter anderem auch den Status Quo ihrer Stärken und Schwächen in folgenden Bereichen: Körperlicher Zustand, Technische Fertigkeiten, Taktische Fertigkeiten, Mentale Fertigkeiten, Ernährungsverhalten, Lebenswandel. Hier werden unterschiedliche Faktoren überprüft und Erkenntnisse gewonnen.

Persönliche Ziele setzen

Danach geht es daran Prioritäten und konkrete  Ziele zu setzen. Man kann immer nur an einigen Punkten gleichzeitig arbeiten und diese step by step erledigen. Hier ist wichtig, dass die Ergebnisse messbar und überprüfbar sind.

Als Beispiel. Ein Spieler, der an seiner Schnelligkeit arbeiten will, wird sich mit seinem Privattrainer/Sportwissenschaftler ein konkretes Leistungsziel erarbeiten. Mit einem definierten Trainingsplan, abgestimmt auf das Mannschaftstraining, können so die gewünschten Fortschritte erreicht werden. Danach wird das Leistungsziel überprüft und gegebenfalls nachgebessert. So ist professionelle Entwicklung in allen Bereichen möglich.

Eigenverantwortung der Spieler ist gefragt

Spieler müssen für sich Verantwortung übernehmen und sich bewusst werden, dass ihnen ihr Verein und ihre Trainer nicht alles vorgeben können und werden. Sie müssen selbst die Initiative ergreifen um an sich zu arbeiten. In der Gartensprache sagt man, zuerst muss man säen und dann kann man ernten. Genauso ist es im Fußballgeschäft. Spieler sollten rechtzeitig in ihre persönliche Entwicklung investieren (Sportwissenschaftler, Mentalcoach, Ernährungsberater, Physio, etc.). Nur dann werden sie auch in ihren Vereinen Höchstleistungen bringen und den Sprung in europäische Topligen schaffen.

Be strong,

Wolfgang

Wolfgang Seidl, ist selbstständiger akademischer Mentalcoach und HeartMath® Coach mit einer Praxis in Wien und in der Süd/Ost-Steiermark. Er bringt langjährige Wirtschafts-Erfahrung mit, war selbst erfolgreicher Leistungssportler (unter anderem viertbester Österreich beim Ironman Hawaii 2012) und ist heute Mentalcoach von Einzelsportlern, stressgeplagten Menschen, Mannschaften und Unternehmen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit mit Fußball liegt einerseits in der mentalen Betreuung von SpielerInnen sowie im mentalen Coaching und in der mentalen Beratung von Fußballmannschaften.

MANA4YOU
Wolfgang Seidl, MBA
Akademischer Mentalcoach
Dipl. Lebens- und Sozialberater
HeartMath Coach®
Mentalcoach von IRONMAN Austria und von erfolgreichen SportlerInnen

mind@mana4you.at
www.mana4you.at

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2 thoughts on “Professionalität und Einstellung österreichischer Bundesliga-Spieler

  • Avatar
    29. Oktober 2018 at 10:28
    Permalink

    Jeder der das letzte Europa-League-Match des SK Rapid Wien gegen Villareal mitverfolgt hat und der Meinung ist, dass vor allem die Einstellung der Rapid-Spieler nicht gepasst hat, hat keine Ahnung vom Fußball und sollte Mentalcoach werden.

    Reply
  • Avatar
    29. Oktober 2018 at 15:20
    Permalink

    Lieber Herr!
    Ich glaube sie waren beim falschen Match! Selbst Paul Scharner schreibt, dass die Einstellung der Spieler nicht vorhanden war! Und Herrn Scharner schreibe ich Fußball Kompetenz zu!

    Reply

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