Siege und Niederlagen werden im Kopf entschieden

Diesen Spruch hast du sicher schon sehr oft gehört. Ich möchte in meinem ersten Beitrag über „Mentaltraining im Fußball“ etwas näher darauf eingehen.

Regelmäßiges mentales Training ist im heutigen Leistungssport die Regel. Eine Ausnahme ist aber der Fußball. Hier sind viele noch im Glauben, Kopftraining ist etwas für Schwache, und übersehen dabei, welches riesige Potential sie sich entgehen lassen. Als Mentalcoach erfahre ich tagtäglich, welche Möglichkeiten sich bei meinen Athleten auftun, die aktiv ihre mentalen Fähigkeiten trainieren. Ich möchte heute ein paar Missverständnisse zu mentalem Training im Fußball ausräumen.

Missverständnisse zu mentalen Training im Fußball

Bis dato herrscht bei vielen Fußball-Präsidenten und -Trainern der Irrglaube, allein mit körperlicher Fitness, mit der richtigen Technik und Taktik kann man erfolgreich sein. Mentaltraining gab es in der Vergangenheit nicht, warum sollte man das heute benötigen. Dabei vergessen sie aber, dass sich in den letzten Jahren im Fußball viel verändert hat. Nicht nur dass das Spiel schneller und kraftbetonter wurde, auch der Druck und die
Erwartungshaltung von Fans, Sponsoren und Medien wurde größer. Heute wird jeder Fehler binnen Sekunden in allen sozialen Medien kommentiert und geteilt. Die Anforderungen an die Spieler und Trainer sind enorm gestiegen. Damit Spieler und Trainer diese Herausforderungen meistern können, sind neue mentale Fähigkeiten gefordert, die ebenso trainiert gehören wie ein Muskel.

Oft herrscht auch die Meinung, mentale Fähigkeiten sind angeboren. Ich kann dazu nur sagen, mentale Stärke ist trainierbar und erweiterbar und jeder Spieler und somit die gesamte Mannschaft profitiert davon.

Mentale Vorbereitung präventiv über die gesamte Saison anwenden

Manche Vereinsverantwortliche glauben auch, mentales Training brauchen nur Problemspieler bzw. Mannschaften in Krisensituationen. Ich bin davon überzeugt, mentale Arbeit in Vereinen sollte auch dann stattfinden wenn es gut läuft, um Krisen vorab zu vermeiden bzw. schwierige Situationen leichter zu meistern. Dominik Thalhammer, der erfolgreiche Teamchef des ÖFB Frauen-Nationalteams sagt, dass mentales Training ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist. Es ist genauso wichtig wie das Training am Platz, weil in dem Bereich unglaublich viel Potenzial steckt. Mit der Sportpsychologin Mirjam Wolf werden die Spielerinnen im Team mental optimal betreut.

Wir müssen uns bewusst sein, jede Handlung wird von einem mentalen Prozess begleitet

„Mentales Training bringt schnelle Lösungen“ ist genauso ein Mythos. Um eine solide Grundlagenausdauer zu erreichen braucht man über eine längere Zeit regelmäßiges Training. Genauso ist es auch mit mentaler Fitness. Betrachten wir mentales Training aus gehirnphysiologischer Sicht, dann kommt es während dem „Kopftraining“ zur Ausbildung neuer Vernetzungen im Gehirn. Oder einfacher ausgedrückt, regelmäßiges Mentaltraining führt dazu, dass aus neuronalen „Trampelpfaden“ neuronale „Autobahnen“ werden. Aber diese entstehen nicht von heute auf morgen. Um neue und sinnvollere Verhaltensmuster anzutrainieren, müssen Spieler an ihren Gedankengängen ansetzen. Das braucht Zeit und Übung.

Mentale Stärke ist erlernbar

Jeder kann seine mentalen Fähigkeiten entwickeln und ausbauen. Es ist an der Zeit, dass Vereine und Spieler neue Wege gehen, dass sich Spieler mit ihrem Geist und mentalem Training näher beschäftigen. Garri Kasparow, Russischer Schachweltmeister, sagte einmal:

Neue Arten der Problemlösung finden wir nur, indem wir nach neuen Wegen suchen und den Mut haben, sie zu beschreiten. Natürlich führen sie nicht alle zum Ziel, doch je mehr wir experimentieren, desto erfolgreicher verlaufen die Experimente. Durchbrechen wir unsere Gewohnheiten, sogar diejenigen, mit denen wir uns eigentlich wohlfühlen, um nach neuen und besseren Methoden zu suchen.

In meiner Arbeit als Mentalcoach betreue ich vor allem Spieler im Einzelcoaching, um auf ihre individuellen Bedürfnisse und Herausforderungen eingehen zu können und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Nebenbei berate ich auch Mannschaften in Form von regelmäßigen Workshops bzw. mentalen Coachings. Meine Coachings finden in meiner Praxis in der Steiermark und in Wien statt. Außerdem biete ich meine Beratung auch über
Skype an.

In meinen kommenden Beiträgen werde ich noch ausführlicher auf die mentale Arbeit eingehen und meine Sichtweise einbringen.

Be strong,
Wolfgang.

Wolfgang Seidl, ist selbstständiger akademischer Mentalcoach und HeartMath® Coach mit einer Praxis in Wien und in der Süd/Ost-Steiermark. Er bringt langjährige Wirtschafts-Erfahrung mit, war selbst erfolgreicher Leistungssportler (unter anderem viertbester Österreich beim Ironman Hawaii 2012) und ist heute Mentalcoach von Einzelsportlern, stressgeplagten Menschen, Mannschaften und Unternehmen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit mit Fußball liegt einerseits in der mentalen Betreuung von SpielerInnen sowie im mentalen Coaching und in der mentalen Beratung von Fußballmannschaften.

MANA4YOU
Wolfgang Seidl, MBA
Akademischer Mentalcoach
Dipl. Lebens- und Sozialberater
HeartMath Coach®
Mentalcoach von IRONMAN Austria und von erfolgreichen SportlerInnen

mind@mana4you.at
www.mana4you.at

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One thought on “Mental-Training im Fußball – ist das wirklich erforderlich?

  • Avatar
    1. Februar 2018 at 17:59
    Permalink

    Auf den Punkt gebracht! Es wird Zeit, dass endlich junge und ambitionierte Trainer und Manager das Ruder übernehmen.
    Die Wichtigkeit der Psyche und auch eines wissenschaftlich passierenden Trainings ist einfach höchst an der Zeit, damit auch in Ö die Qualität steigt

    Reply

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