Nach zähen Verhandlungen wird die Bundesliga, wenn auch ohne Zuseher, wieder aufgenommen. Welche Herausforderungen eine fast dreimonatige Unterbrechung mit sich bringt und welche Empfehlungen ich als Mentalcoach für Spieler und Mannschaften geben kann, erfährst du in meinem heutigen Beitrag.


Ein entscheidender Punkt beim Wiederbeginn ist das Selbstvertrauen der Spieler. Selbstvertrauen spielt im Fußball eine wesentliche Größe, die dafür sorgt, dass die Athleten ihre Leistung zum geforderten Zeitpunkt abrufen können. Es bedeutet, dass sie die Überzeugung besitzen, dass ihre eigenen Fähigkeiten ausreichen, um ihre Handlung erfolgreich durchführen zu können. Vielen fehlt aber nach dieser langen Pause diese absolute Überzeugung. Ohne diese Überzeugung können einzelne Spieler die Teamleistung negativ beeinflussen. Zum Beispiel können einige Fehlpässe eines Spielers zu Beginn zu einer Unsicherheit beitragen, was in weiterer Folge dazu führt, dass er sich nicht mehr aktiv anbietet um weitere Fehler zu vermeiden. Darunter leidet natürlich das gesamte Spielsystem der Mannschaft. Die positive Nachricht ist, Selbstvertrauen  und mentale Stärke lässt sich trainieren!


Meine 5 Empfehlungen um das Selbstvertrauen von Fußballern zu steigern:

 

Konzentration auf die Stärken

Fußballer mit wenig Selbstvertrauen beschäftigen sich zu oft mit ihren Schwächen, anstatt sich auf ihre Stärken zu fokussieren. Sie denken oft über die Konsequenzen ihres Tuns nach, was wiederrum ihre Handlungsfähigkeit stört und ihre individuellen Fehler steigen lässt.
Jeder Spieler sollte seine größten Stärken kennen. Durch das gedankliche herholen von vergangenen, erfolgreichen Aktionen, wo man diese Stärken bewusst eingesetzt hat und durch gezielte Visualisierungsübungen, kann das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt werden!

 

Selbstbewusste Körpersprache

Die Körperhaltung hat großen Einfluss auf unsere Emotionen und  somit auf unser Befinden und unser Selbstvertrauen. Vielen Sportlern ist das nicht bewusst und sie setzen dieses Werkzeug zu selten ein. Spieler sollten daher vor jedem Training und vor jedem Match auf eine aufrechte und selbstbewusste Körperhaltung achten. Auch bei Fehlern im Match ist es notwendig, sich sofort wieder aufzurichten und Selbstvertrauen auszustrahlen. Durch regelmäßiges Reflektieren nach Trainings und Matches könnten Spieler somit ihre Körpersprache optimieren und Einfluss auf ihr Selbstvertrauen nehmen.

Positive Sprache

Wie Spieler miteinander kommunizieren hat großen Einfluss auf das Selbstvertrauen jedes einzelnen. Macht ein Spieler einen Fehler und ein anderer kritisiert ihm, dann bringt das keinem etwas, im Gegenteil. Spieler mit geringem Selbstvertrauen werden nach unten gezogen und leiden darunter. Daher muss sich die gesamte Mannschaft ihrer positiven Sprache bewusst sein und diese auch schon im Training anwenden. Hier spielt die Aufmerksamkeit des Trainers eine große Rolle, der Spieler immer darauf hinweisen soll.

Daneben sind natürlich die eigenen Selbstgespräche jedes einzelnen Fußballers von größter Bedeutung. Wir wissen, erfolgreiche Sportler führen andere Gespräche, nämlich aufbauende und motivierende. Durch diese positiven Selbstgespräche können sie sich auch nach Fehlern wieder selbst aufbauen und weiterkämpfen.

 

Die Power von Routinen

Die positive Wirkung von Routinen auf die sportliche Leistung ist unbestritten, das zeigen eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten in verschiedenen Sportarten. Routinen werden dabei zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt, zum Beispiel zur Vorbereitung auf ein Match aber auch zur Bewältigung von Misserfolgen.

Im Allgemeinen unterstützen Routinen Spieler dabei, ihre Gedanken zu strukturieren, emotionale Stabilität zu erlangen, ihre Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt zu fokussieren und auf aufgabenrelevante Informationen zu achten. Diese trainierten Verhaltensmuster helfen dabei, die Trainingsleitungen auch unter Wettkampfbedingungen abrufen zu können und somit ihr Vertrauen zu stärken.

 

Selbstvertrauen im Match sammeln

Jeder Spieler hat so seine eigene Methode mit den ersten Minuten im Match umzugehen und schnell in Spiel zu finden. Diese ersten Minuten sind entscheidend für den weiteren Spielverlauf. Mein Tipp, Spieler sollten am Beginn die einfachen Dinge machen und mit jeder gelungenen Aktion Selbstvertrauen gewinnen. So ist es möglich auch im Match aktiv an seinem Selbstvertrauen zu arbeiten und so schrittweise mehr ins Risiko gehen. 

In den Köpfen von vielen Spielern existieren nach dieser langen Zwangspause viele Hindernisse und Störfaktoren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Selbstvertrauen zu stärken. Mein persönlicher Ansatz ist es, dieses präventiv und regelmäßig zu machen. Als Mentalcoach unterstütze ich Spieler und Mannschaften nicht nur ihr Selbstvertrauen zu stärken, sondern sie auch dabei zu unterstützen ihre mentalen Fertigkeiten zu optimieren. Nur dann können sie in den entscheidenden Spielsituationen ihre optimale Leistung abrufen und aktiv den weiteren Verlauf beeinflussen.

 

Be strong,

Wolfgang

MANA4YOU
Wolfgang Seidl, MBA
Akademischer Mentalcoach
Dipl. Lebens- und Sozialberater
HeartMath Coach®
Mentalcoach von IRONMAN Austria und von erfolgreichen SportlerInnen

mind@mana4you.at
www.mana4you.at

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