Dass Vereine in der Saisonvorbereitung Gastspiele in anderen Ländern machen, ist keine neue Idee. Auch der älteste Fußballclub Österreichs, der First Vienna FC, tourte durch aller Herren Länder. Dabei ging es einmal gehörig drunter und drüber.

Die Saison 1967/68 endete für die Vienna mit einer herben Enttäuschung, der Verein stieg in die Regionalliga ab. Trotzdem bekamen die Blau-Gelben für die Winterpause eine Tournee in Südamerika vermittelt. Der (nicht ganz seriöse) Manager rührte die Werbetrommel und versprach den österreichischen Tabellenführer mit dem mehrfachen Torschützenkönig und Teamstürmer Horst Nemec als Superstar und Hauptattraktion. Die Geschichte hatte nur zwei kleine Schönheitsfehler: Die Vienna war zwar Tabellenführer, allerdings nur in der Regionalliga. Und Horst Nemec hatte bereits 1965 sein letztes Länderspiel bestritten und ließ bei den Döblingern seine Karriere in der Regionalliga ausklingen. Daher verzichtete er auch auf die anstrengende Reise nach Ecuador. 

In Südamerika war die Empörung groß, als der angekündigte Superstar nicht erschien, so musste Nemec nachfliegen. Der Stürmer, immer schon mit einem kräftigen Körperbau ausgestattet, brachte inzwischen 110 Kilogramm auf die Waage. Natürlich hatte man in Ecuador aber auch nachgeforscht und herausgefunden, dass die Vienna nur mehr in der zweiten Liga spielte und der angebliche Superstar vor drei Jahren seine Teamkarriere beendet hatte. Daher wurden den Spielern die Flugtickets für den Rückflug abgenommen. Erst mit Hilfe der österreichsichen Botschaft kam die Mannschaft wieder nach Wien zurück.

Quelle: Rot-weiß-rote Fußball “Wuchteln” von Herbert Feurer und Peter Linden

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