In unserer neuen Serie namens 12terMann Wuchtel-Ecke möchten wir euch in der fußballfreien Zeit mit kuriosen und lustigen Geschichten aus der Welt des Fußballs versorgen. Heute beschäftigen wir uns mit drei kuriosen Transfers aus der Deutschen Bundesliga.

Mikkel Thygesen, der Stürmer, der keiner war:

In der Saison 2006/07 ist Borussia Mönchengladbach eine vermeidbare Transfer-Panne passiert. Die abstiegsgefährdeten Fohlen verpflichteten im Winter für kolportierte 1,9 Millionen Euro den Dänen Mikkel Thygesen vom FC Midtjylland. Jupp Heynckes, damaliger Gladbach-Coach, zeigte sich sehr erfreut über den Neuzugang: „Er ist der Stürmer, der uns gefehlt hat.“ Thygesen reagierte über Heynckes’ Aussage überrascht und stellte klar, dass er noch nie als Stürmer gespielt habe, sondern Mittelfeldspieler sei. Umso verwunderlicher die Äußerung des damaligen Sportdirektors Peter Pander, der nach der Verpflichtung des Dänen festhielt: „Wir waren schon seit Monaten an dem Spieler dran, haben ihn mehrfach beobachtet und freuen uns, dass er sich letztlich für uns entschieden hat.”

Schlussendlich kam Thygesen für Gladbach in nur fünf Bundesligaspielen zum Einsatz und wurde zu den Amateuren abgeschoben. So wechselte er nur sechs Monate nach seinem Transfer zur Borussia wieder zurück zum FC Midtjylland.

Zézé und die “Schnee-Allergie”:

Ein ebenso bitteres Missverständnis hat der 1. FC Köln Jahre zuvor erlebt. Im Sommer 1964 verpflichteten die Rheinländer den Brasilianer José Gilson Rodriguez, kurz Zézé, für 150.000 Mark. Gerüchten zufolge sei er per Bananendampfer aus Südamerika nach Deutschland gereist. Sicher ist nur, dass die Kölner Verantwortlichen den bis dahin teuersten Neuzugang der Vereinsgeschichte zuvor nie spielen gesehen haben.

Da Zézé in der Vorbereitung jedoch prompt zwei Treffer erzielte, war die Erwartungshaltung hoch. Man träumte sogar davon, den neuen Péle verpflichtet zu haben. Doch insgesamt verzeichnete der Brasilianer nur fünf Einsätze für den FC. Sportlich lief es für Zézé also nicht gut. Auch das Klima und vor allem der frostige Winter schien ihm nicht gut zu bekommen. Ein spanischer Arzt diagnostizierte ihm eine „Schnee-Allergie“, woraufhin Zézé die Domstadt verließ, ohne große Spuren hinterlassen zu haben.

Drei Verträge bei drei Vereinen:

Einige Jahre später stand der 1. FC Köln abermals im Mittelpunkt einer Transferposse. Im Jahr 1978 besuchten Kölns Co-Trainer Hannes Löhr und Manager Karl-Heinz Thielen ein Jugendturnier, bei dem ihnen Augsburgs U19-Spieler Bernd Schuster auffiel. Die Kölner wollten den 18-Jährigen daraufhin unbedingt verpflichten und leiteten die notwendigen Schritte ein. Beide Seiten waren sich schnell einig und Schuster unterschrieb einen Vertrag beim FC. Doch davor hatte Schuster bereits, weil er unbedingt in die Bundesliga wollte, einen Profivertrag beim FC Augsburg und bei Borussia Mönchengladbach unterschrieben.

„Mit so etwas konnten wir nicht rechnen […] Die Angebote waren immer besser geworden, und so unterschrieb er den jeweils höher dotierten Vertrag, bis es schließlich drei waren.“, erinnert sich Thielen im Nachhinein. Ein Gericht musste entscheiden, bei welchem Verein das junge Talent schlussendlich auflaufen darf. Am Ende durften sich die Kölner freuen, die eine Entschädigung in Höhe von 125.000 Mark an Augsburg zahlen mussten.

Quelle: Psotta, Kai: Die Paten der Liga