Der GAK wirft die Wiener Austria aus dem ÖFB Cup. Es ist nicht das erste Mal im österreichischen Fußball, dass ein vermeintlich kleiner Verein einen Großen schlägt – u.a. gewann Pasching 2013 nach Siegen über die Austria, Rapid und Salzburg sensationell als Regionalligist den heimischen Pokal. So stellt sich die Frage: Was ist los mit dem österreichischen Fußball, wenn ein krasser Außenseiter zum Favoritenschreck wird. Darf das sein oder soll das sogar so sein?  


Ein Bundesligist ist gegen einen Regionalligisten immer Favorit. Komme was wolle, der Bundesligist muss sich am Ende des Spiels durchgesetzt haben. Doch am Ende kommt es immer wieder zu großen Sensationen – auch in den letzten Jahren. Der Cupsieg von SV Stockerau im Finale gegen Rapid war 1991 kein Einzelfall. Jedes Jahr gibt es immer wieder große Sensationen im heimischen Cup. 2012 scheitert Sturm Graz etwa im Cup Viertelfinale am damaligen Zweitligisten TSV Hartberg mit 2:4 nach Verlängerung – das hat dem heutigen Teamchef Franco Foda seinen Job bei den Blackys gekostet. Der Fußball ist gnadenlos und verzeiht solche Ausrutscher nur selten. Der stärkere Kader, die ausgetüftelteren Trainer und die bessere Finanzlage sind meist beim Ligastärksten beheimatet. Alles Indikatoren, die eine Mannschaften zum Favoriten auserkoren – doch der Cup hat bekanntlich eigene Gesetze.

Viele Faktoren spielentscheidend

Was oft vergessen wird, ist die Tatsache, dass Fußball mehr beinhaltet. Fußball ist Leidenschaft, Kampfgeist, Verbissenheit und natürlich wie jedes andere Spiel auch Glück. Im Spiel David gegen Goliath ackert David mehr, immerhin ist es die Chance sich auf einer größeren Bühne zu beweisen. Nur als kleines Beispiel: die laufstärksten Teams in der Hinrunde der deutschen Bundesliga waren Augsburg (15. Tabellenplatz), Leverkusen (6. Tabellenplatz) und Freiburg (13. Tabellenplatz). Ein weiterer Faktor dürfte natürlich der Punkt Selbstvertrauen sein. Ein Bundesligist, der in der höchsten Spielklasse auf dem Weg zur einer Spitzenplatzierung ist, scheitert sehr selten an einem Underdog. Befindet sich der Favorit jedoch in einer Formkrise, wird ein Spiel gegen einen vermeintlichen Jausengegner sehr leicht zum Genickbruch. Der Außenseiter hat nichts zu verlieren und kann unbeschwerter drauf los spielen als der krisengebeutelte Kontrahent – und schon steht die Sensation in den Startlöchern.

Kein rein österreichisches Phänomen

Dass kleine Teams große Teams schlagen, kommt nicht nur in Österreich vor. Leicester City wurde 2016 vollkommen überraschend englischer Meister, die Premier League zählt trotzdem zu den besten Ligen der Welt. Der 1. FC Heidenheim kickte vor wenigen Wochen Bayer 04 Leverkusen aus dem DFB Pokal, dennoch gilt der deutsche Klubfußball im Vergleich als Weltklasse. 2013 gewann Wigan Athletic den ältesten Fußballbewerb der Welt, den FA Cup gegen das übermächtige Manchester City. Übrigens stand bei allen genannten siegreichen Underdogs ein Österreicher am Feld (Christian Fuchs bzw. Paul Scharner).

Fazit

Niederlagen gegen kleine Teams sind für große Teams Blamagen, aber eine Bereicherung für den Fußball. Grundsätzlich braucht es diese Geschichten, um diesen Sport, der immer mehr ins kommerzielle abrutscht, weiterhin als den schönsten Sport bezeichnen zu können. Überraschungen und Emotionen gehören einfach dazu. Ohne sie, wäre der Fußball nicht dasselbe.

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