Nach der EM ist vor der WM. Nur etwas mehr als ein Monat nach dem Viertelfinale bei der EURO in England geht es für das Frauen-Nationalteam in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2023 weiter. Es stehen noch zwei Heimspiele auf dem Programm, die Auswahl der Spielstätte muss leider (wieder) hinterfragt werden.

Eigentlich ist alles angerichtet für ein Fußballfest in rot-weiß-rot. Das Frauen-Nationalteam hat bei der EM eine hervorragende Leistung gezeigt und für viel positive Resonanz gesorgt. Im ersten Heimspiel nach dem Turnier kommt England nach Österreich, also der zu diesem Zeitpunkt mindestens Vize-Europameister. Das Spiel findet am 3. September statt, einem Samstag. 

Und wo wird dieses potentielle Kracherspiel ausgetragen? In der ERGO Arena in Wiener Neustadt. Diese “Arena” hat ein Fassungsvermögen von 3.000 Sitzplätzen, überdacht sind nur 1.900 davon. Selbst wenn das Stadion (warum man inzwischen jeden besseren Dorfplatz als Arena bezeichnen muss ist auch fraglich) restlos ausverkauft ist, von einem Hexenkessel ist man sicher weit entfernt. 

Die Frage muss einfach erlaubt sein: Warum lässt der ÖFB diese einmalige Chance auf eine tolle Kulisse einfach so verstreichen? Aus zahlreichen Ländern werden neue Besucherrekorde gemeldet, die EM hat gezeigt das der Frauenfußball inzwischen viele Fans mobilisieren kann. Österreich hat genug Stadien, die für so ein Spiel tauglich wären. Klar, das Happel-Stadion würde (vermutlich) nicht voll werden. Aber die Generali-Arena in Wien oder das Stadion in Graz könnten passende Alternativen sein. Das Einzugsgebiet ist groß genug, in beiden Städten gibt es durch die Vereine wie Austria Wien, Sturm Graz, Vienna etc. einen Bezug zum Frauenfußball und die Stadien sind auch einfach mit den Öffis erreichbar. Auch das Stadion in St. Pölten wäre eine Überlegung wert, dort wurde mit knapp 4.000 Fans auch der bisherige Rekord für ein Länderspiel aufgestellt. Das dieser Rekord noch länger halten wird ist auf Grund der oben beschriebenen Rahmenbedingungen leider fix.

Dieser Kommentar soll jetzt auch nicht das Stadion in Wiener Neustadt schlecht machen, auf keinen Fall. Das Frauen-Nationalteam hat dort sein “Hauptquartier” aufgeschlagen und für Partien gegen Gegner, die nicht die Zugkraft von England haben ist dieses Stadion sicher ein geeigneter Austragungsort.

Es sieht leider so aus, als ob es der ÖFB – wie schon 2017 – verpasst, den Schwung aus einer hervorragenden EM nachhaltig mitzunehmen. Schade, das Frauen-Nationalteam hätte sich mehr verdient!

One thought on “Think Big! – Kommentar zur Stadionfrage beim Frauen-Nationalteam

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    1. August 2022 at 19:29
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    Das wäre eine Gelegenheit bei Rapid oder Austria zu spielen. So wird das nie was!

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