Nachdem die Champions League durch die Reform zu einer geschlossenen Gesellschaft hinzielt, wird es Zeit sich mehr mit dem regionalen Fußball zu beschäftigen und einen Blick nach Österreich zu werfen. Ab der Saison 2018/19 wird dort nämlich die Bundesliga-Reform umgesetzt. Dann wird es nämlich ein neues Ligensystem geben, das für den nötigen Aufschwung bei den österreichischen Klubs und in der Liga sorgen soll. Derzeit spielen in den höchsten zwei Ligen (tipico Bundesliga und SkyGo Erste Liga) jeweils zehn Teams in einem Profibetrieb. Darunter geht es mit dem Amateurfußball ab den drei Regionalligen weiter.

Mit der Reform ändert sich nun folgendes: die Bundesliga als Profibetrieb wird auf zwölf Mannschaften erhöht. Die Erste Liga wird gar auf 16 Teams aufgestockt, wobei sich die Vereine selbst aussuchen können, ob sie als Profis oder Amateure antreten (laut Rinner eine “Übergangsliga”, quasi mit Halbprofis). Die Meister der drei Regionalligen sollen so die Möglichkeit haben direkt aufsteigen zu können und nicht wie bisher in einer Relegation um maximal zwei Aufstiegsplätze kämpfen.

Es ist nicht alles schlecht

Nun kann man darüber diskutieren, ob es richtig oder falsch ist bzw. ob sich der Erfolg einstellt oder nicht. Zeit war es aber auf jeden Fall etwas zu verändern, denn die Zuschauerzahlen gingen in den letzten Jahren auffallend zurück und die Attraktivität etwas verloren. Weniger Zuseher bedeutet auch weniger Motivation und dadurch Qualitätsverlust. Die Spirale zeigt weiter nach unten, bis man einen Schnitt macht und Strukturen verbessert.

Die österreichische Liga und deren Vereine sind nicht so schlecht, wie man sie als notorischer Nörgler und professioneller Suderer gerne oft bezeichnet. Verglichen mit den großen Ligen, in denen Milliarden von Euros im Umlauf und die Kapazitäten einfach größer sind, ist der qualitative Unterschied – auch aufgrund der größer klaffenden Schere zwischen den Superreichen und allen anderen – enorm. Aber auf die vergleichbaren Länder wie Schweiz, Belgien, Tschechien, usw. fehlt nicht viel. In diesem Bereich könnte es Österreich schaffen bzw. hat es in manchen Saisonen auch geschafft. International schwankt man derzeit von einem starken zu einem darauffolgenden grausamen Europacupjahr. Und genau an dieser fehlenden Konstanz liegt momentan das Problem, dass Österreich nicht schon längst einen fixen Champions-League-Startplatz für sich beanspruchen kann.

Vor- und Nachteile

Doch kann das neue System einen Mehrwert für den österreichischen Fußball bringen? Wenn wir uns die Vorteile ansehen, dann muss man zuallererst mit dem frischen Wind argumentieren. Die Luft war schon extrem stickig in den letzten Jahren, da braucht es manchmal neue Impulse um voranzukommen. Durch die Aufteilung der Bundesliga nach Hin- und Rückrunde (22 Spiele) in ein Meister- und ein Aufstiegsplayoff (zusätzliche zehn Matches) hat man den Vorteil, dass auch Teams im Mittelfeld sich anstrengen müssen, um noch knapp das Meisterplayoff erreichen zu können. Des weiteren entfallen gegen zumindest die Hälfte der Teams die inflationären dritten und vierten Duelle wie beim aktuellen System mit zehn Teams, die in vier Durchgängen gegeneinander spielen. Diese zusätzlichen Aufeinandertreffen muss man sich quasi “verdienen”, wenn es dann im Playoff weitergeht.

Für die Belastungen der Spieler ist es eher ein Vorteil, dass es mit dem neuen System in der Bundesliga vier Runden weniger ausgetragen werden. So fallen eventuell auch einige Spiele im Winter, die für die Vereine aufgrund der Platzverhältnisse oftmals Probleme mit sich bringen, weg. In der ersten Liga werden es sogar sechs Matches weniger sein, weil die 16 Teams nur mehr zweimal aufeinander treffen (30 Spiele). Für die Finanzen der Klubs ist es eher ein Nachteil, wenn weniger Spiele ausgetragen werden, da dort Einnahmen aus dem Ticketverkauf und Gastronomie ausbleiben. Aber eventuell kommen dann mehr Zuseher pro Spiel, wenn die Gefahr besteht, dass ein bestimmter Verein vielleicht nur mehr einmal in der Saison ins eigene Stadion kommt. Es kann auch durchaus möglich sein, dass im Abstiegsplayoff das Interesse aufgrund der weniger attraktiven Gegner verschwindet und Teams, die den Klassenerhalt geschafft haben, ihre Fans nicht mehr mobilisieren können. Alles ist nicht optimal, aber unterm Strich wird es wahrscheinlich mehr Vorteile bringen.

Infrastruktur – das A und O

Eine Ligastruktur ist allerdings nur die Basis, will man die Liga attraktiver machen. Wichtig wird auch sein die Standards für die Infrastruktur zu erhöhen. Nichts gegen einen Verein wie den SV Grödig – sie hatten es sich sportlich verdient und tolle Arbeit geleistet -, aber er entlarvte die Mängel im österreichischen Klubfußball. Nämlich in der Infrastruktur und bei den Anforderungen an ein Stadion. Für die Attraktivität war das Grödiger Stadion nicht sehr förderlich. Ein zu kleines und dennoch nicht mal halbvolles Stadion, Rasen kurz vor Beginn der Rückrunde 2015 kaputt, intensive Bauarbeiten für die Zufahrten zum Stadion bis zum ersten Heimspiel in der ersten Bundesliga-Saison. Will man den Zuschauer ins eigene Zuhause locken, muss auch das Drumherum passen. Die Schweiz hat zum Vergleich hohe Anforderungen an die Stadien, so muss beispielsweise die Kapazität für mindestens 8.000 Sitzplätze vorhanden sein.

Einen guten ersten Schritt hat man in Österreich mit der Pflicht einer Rasenheizung ab diesem Sommer gemacht. Man darf und muss um einiges mehr für ein Bundesliga-Stadion verlangen. Ein starkes Zugpferd “Bundesliga” kann auch die zweite Leistungsstufe nach oben reißen. Spielstätten wie in St. Pölten oder Ried sollten das absolute Minimum dafür sein. Die beiden Wiener Klubs Rapid und Austria haben diesen Weg erkannt und massiv in die Infrastruktur investiert. Die Grün-Weißen haben mit dem Allianz-Stadion gleich eine neue Heimatstätte erbaut, während die Favoritner mit dem Champions-League-Geld gleich ein ganzes Projekt mit Stadionumbau, Trainingsgelände, Akademie und einem “regionalen Nachwuchszentrum” in Gang gesetzt haben. Natürlich sind bei diesen Vereinen mehr Möglichkeiten vorhanden, aber Verbesserungen und Investitionen gehen auch in einem kleineren Rahmen.

Wohin der Weg führt

Angesichts der Stärke und des vorhandenen Potentials ist der nächste logische Schritt die Professionalität der Vereine weiter zu forcieren. Man soll sich auf die Bundesliga freuen können und sich nicht ständig Kommentare anhören müssen wie schlecht die österreichischen Klubs doch nicht seien. Das ist nämlich überhaupt nicht der Fall. Es ist zwar nicht alles ideal, aber wenn es so wäre, dann befände sich Österreich schon am Limit und hätte keine Möglichkeit mehr auf Verbesserung. Wir als Fans müssen auch anfangen die Arbeit nicht nur nieder zu machen, sondern auch zu respektieren und Kritik offen, aber sachlich anzusprechen. Es ist noch einiges möglich, aber Bundesliga, Vereine und auch Fans müssen dabei an einem Strang ziehen.

 

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