Die UEFA Women’s Euro 2022 ist für Österreich vorbei. Das Frauen-Nationalteam scheiterte im Viertelfinale an den Favoritinnen aus Deutschland, gewann aber viele Sympathien, auch mit Lob für den Auftritt des Teams von Irene Fuhrmann wurde nicht gespart. Österreich hat viel richtig gemacht bei der Europameisterschaft, nun gilt es diesen Schwung nachhaltig zu nutzen.

Die Gefühle gestern Abend nach dem Schlusspfiff waren schwierig zu fassen. Einerseits Stolz das man bei der zweiten EM-Teilnahme wieder den Sprung aus der Gruppenphase geschafft hat und höher eingeschätzte Mannschaften stark gefordert (England, Deutschland) oder sogar dominiert (Norwegen) hat. Andererseits drängt sich natürlich auch etwas Wehmut auf, ob der Dinge die da noch möglich gewesen wären. Drei Mal traf man gegen Deutschland nur die Stange und nicht das Tor, alle drei Gegentreffer, die sich Österreich im Laufe der EM einfing hat man sich ziemlich patschert selber ins Nest gelegt.

Trotz allem überwiegt der Stolz, und das zurecht. Nun gilt es in den nächsten Wochen und Monaten einen langfristigen Profit aus der Europameisterschaft zu schlagen. Durch die hervorragende EM-Coverage des ORF hatte ein breites Publikum die Chance, die Auftritte des Frauen-Nationalteams (und auch der anderen Mannschaften) mitzuverfolgen. Wichtig wird es nun sein Allen, deren Interesse am Frauenfußball geweckt wurde, entsprechende Angebote zu liefern. Jedes Mädchen, das Fußball jetzt einmal ausprobieren will, muss die Chance bekommen, das auch zu machen. Je höher die Grundgesamtheit an fußballspielenden Mädchen und Frauen ist, um so größer ist die Möglichkeit, Talente zu finden. Oder einfach ausgedrückt: Man kann keine 30 Talente finden wenn man nur 20 Spielerinnen zur Auswahl hat.

Wichtig wäre es auch, tollpatschige Fehler zu vermeiden. Am 3. September steht für das Frauen-Nationalteam das nächste Spiel auf dem Programm. In der WM-Qualifikation empfängt man England, mit etwas Glück also die neuen Europameisterinnen. Hoffentlich ringt sich der ÖFB dazu durch, diese Partie in einem ordentlichen Stadion auszutragen. Nichts gegen das Stadion in Wiener Neustadt, aber vor allem für solche Kracher sollte man eine Alternative suchen. Warum nicht wieder in St. Pölten, das durch die SKN Frauen auch einen großen Bezug zum Frauenfußball hat. Oder im Stadion in Graz, wo die Damen des SK Sturm Graz einen neuen Besucherrekord in der österreichischen Bundesliga aufgestellt haben. Und über die vielen Möglichkeiten in Wien muss man nicht sprechen.

Sportlich kann das nächste Ziel für Österreich nur sein, sich erstmalig für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Das Play-Off ist dem Frauen-Nationalteam bereits nicht mehr zu nehmen und kann man dort die Leistungen der EM abrufen, ist ein Ticket nach Australien und Neuseeland sicher möglich. 

Also – Dranbleiben!

One thought on “Dranbleiben! Kommentar zum EM-Auftritt von Österreich

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    24. Juli 2022 at 07:02
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    Zweifellos konnte man die grosse Weiterentwicklung des ÖFNT auch diesmal wieder erkennen. Nicht zuletzt als Ergebnis eines jahrelangen Entwicklungsprozesses. Ich denke, jetzt hat man wieder einen grossen Schritt vorwärts gemacht, auch erkannt, dass man auf Augenhöhe mit den Besten der Besten mitspielen kann. Eine Europameisterschaft, ein Turnier, das hat schon immer eigene Gesetze gehabt. Und letztlich bleibt noch die Erkenntnis, dass eigentlich Fehler, sowohl individuelle als auch mannschaftliche Allen passieren. Es ist nur die Frage, was man daraus macht, oder wie man damit umgeht. Im Sinne der Erreichung eines vorher definierten Zieles und Anspruchs.

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