In der heutigen Ausgabe der 12terMann-Talent-Watch stellen wir euch Nicolas Seiwald vor – ein Prototyp der „Red Bull Philosophie“.


Großgeworden im Salzburger Nachwuchs

Der heute 19-jährige Nicolas Seiwald kann wirklich als Prototyp der Philosophie vom FC Red Bull Salzburg und gleichzeitig auch als Vorbild für viele junge, ehrgeizige Nachwuchsspieler gesehen werden. Der Mittelfeldakteur spielt bereits seit über zehn Jahren – genauer gesagt seit der U9 – im Klub und durchlief seitdem die einzelnen Nachwuchsteams und Akademiemannschaften. Dabei ging er schon in jungen Jahren als Leader voran. Im Jahr 2016 gewann er als Kapitän unter anderem mit der U15 den Titel in der ÖFB-Jugendliga. Zwei weitere Meistertitel mit der AKA U16 (2017 & 2018) sowie ein weiterer mit der AKA U18 (2019) sollten folgen. Der gebürtige Kuchler trägt das Siegergen also bereits von klein auf in sich.

Vorbild: Kevin de Bruyne

Seiwald fühlt sich auf der zentralen oder auf der defensiven Mittelfeldposition am wohlsten. Dort gilt er als Taktgeber, oft läuft das Spiel über ihn. Mit einer guten Übersicht und stoischen Ruhe am Ball leitet er mit Pässen in die Spitze immer wieder gefährliche Chancen ein, die nicht selten in einem Tor enden. Dabei kommt ihm seine gute Technik zugute. Er braucht meist nur wenige Kontakte, um den Ball zu verarbeiten und gezielt weiterzuleiten – ganz egal ob mit dem rechten oder linken Fuß.
Im „SoccerBot 360“, einem kreisförmigen Trainingsgerät, bei dem die Spieler unter Zeitdruck möglichst viele kleine Fußballtore treffen müssen, hat Seiwald einen schon seit Jahren unangefochtenen Highscore aufgestellt. Dies unterstreicht abermals seine Versatilität am Ball – ganz nach seinem Vorbild, dem Manchester-City-Star Kevin de Bruyne.

Doch Seiwald leitet nicht nur gerne Tore ein, sondern schießt auch selbst welche. In der UEFA Youth League steht er in der aktuellen Saison bei drei Treffern in acht Spielen. In der Achtelfinal-Begegnung gegen die U19 von Derby County aus England hat er sich unter anderem auch als Freistoßspezialist erwiesen.

Und wenn er nicht gerade Tore schießt, dann versucht er gegnerische Angriffe zu unterbinden. Mit seiner Fähigkeit das Spiel und vor allem seine Gegner zu lesen und deren Aktionen zu antizipieren, geht er oft als Sieger aus Zweikämpfen hervor. Dabei verlässt er auch gerne das Zentrum und weicht auf die Außenpositionen aus, um Lücken zu schließen. Mit dem Ball am Fuß versucht er dann wiederum die Umschaltsituation zu nutzen, um seine Mitspieler in Szene zu setzen.

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Rosige Aussichten

In der Saison 2019/20 zählte Seiwald bereits zum Stammpersonal beim Salzburger Farmteam FC Liefering. Dort absolvierte er in der vor kurzem abgeschlossenen Spielzeit 23 Partien in der 2. Liga. Dabei schoss er drei Tore und legte vier weitere auf. Doch der U-Nationalteamspieler (Das U18-Debüt gab er bereits im November 2018) schnuppert bereits an der „ersten Mannschaft“. Im Frühjahr 2020 reiste er mit dem Team ins Wintertrainingslager nach Katar, was er damals zum größten individuellen Erfolg zählte. Am 4. Mai dieses Jahres wurde er an seinem Geburtstag zudem mit einem langfristigen Vertrag bis 2024 ausgestattet. Sportdirektor Christoph Freund setzt auf ihn.

Auch heuer ist Seiwald, wie zu erwarten, im Trainingslager unter der Leitung von Cheftrainer Jesse Marsch dabei. Generell wird der Mittelfeldspieler in Zukunft bei den Roten Bullen mittrainieren, allerdings weiterhin als Kooperationsspieler für den FC Liefering einsatzberechtigt bleiben. In den beiden Salzburg-Testspielen gegen NK Bravo Ljubljana und OGC Nizza durfte er bereits einige Minuten sammeln und machte in einem 4-2-2-2-System auf der Doppel-Sechs eine gute Figur.

Fazit

Nicolas Seiwald kann wohl am ehesten mit Konrad Laimer oder Xaver Schlager vergleichen. Auch wenn die drei sich von der Spielweise her doch etwas unterscheiden: Wie Seiwald durchliefen beide Ex-Salzburger ebenfalls alle Akademiemannschaften bei den Roten Bullen und sind ebenfalls auf der Mittelfeldposition zuhause. Weiters spulen Laimer und Schlager, wie Seiwald, pro Spiel einige Kilometer ab und setzen offensiv sowie defensiv Akzente.

Als Mittelfeldspieler mag Nicolas Seiwald vielleicht nicht so herausstechen wie ein schneller, agiler, trickreicher Angreifer, der wie am Schnürchen trifft. Doch er spielt schon jetzt mit einer Konstanz, Effektivität und Abgebrühtheit, die sicherlich nicht jeder Fußballer in diesem Alter mit sich bringt. Aus diesem Grund wird er in Zukunft im Mittelfeld des FC Red Bull Salzburg mit Sicherheit noch eine gewichtige Rolle spielen. Und vielleicht gelingt auch ihm in ein paar Jahren ein Transfer zu einem Top-Klub in der Deutschen Bundesliga. Das „Red-Bull-Gen“ trägt er auf jeden Fall in sich.