Am kommenden Montag (11. Juli) startet die U19-Europameisterschaft 2016 in Deutschland. Österreich hat sich zum dritten Mal in Serie für das höchste Nachwuchsturnier in Europa qualifiziert. Überhaupt stellt der ÖFB heuer als eine von nur sechs Nationen Mannschaften bei der U17-EM in Aserbaidschan, der U19-EM und der UEFA Euro in Frankreich ab. Eine tolles Zeichen für den Verband eine riesige Chance für die Spieler. Leider muss Teamchef Rupert Marko bei der U19-EM auf drei wichtige Akteure verzichten. Konrad Laimer (Red Bull Salzburg), Sandi Lovric (SK Sturm Graz) und Dominik Prokop (FK Austria Wien) bekamen von ihren Vereinen keine Freigabe für die Endrunde.

Das Problem ist für die Nachwuchs-Teamchefs kein neues. Man erinnert sich an die U20-WM 2011 in Kolumbien. Teamchef Andreas Heraf musste damals auf die heutigen Nationalteam-Stützen David Alaba und Aleksandar Dragovic verzichten. Diese Beispiele gibt es in jedem Jahrgang. Die Nachwuchstrainer sind es zwar gewohnt die Teams immer wieder umbauen zu müssen, spätestens bei einer Endrunde will man dann aber natürlich die elf besten des Jahrgangs aufs Feld schicken und die 18 besten mit an Bord haben.

Der Salzburger Konrad Laimer wurde nach der Absage seines Vereins schon gar nicht für den 18-Mann-Kader nominiert. Der zentrale Mittelfeldspieler (in vier von sechs Qualifikationsspielen in der Startelf, zwei Assist) soll bei Meister Red Bull Salzburg heuer zu noch mehr Einsatzzeiten kommen, nachdem er aus der vergangenen Saison bereits 18 Bundesliga-Einsätze vorzuweisen hat. Sandi Lovric und Dominik Prokop wurden anfänglich nominiert, dürfen jetzt ihre Vereine aber doch nicht verlassen. Prokop war mit vier Treffern in der Eliterunde maßgeblich an der Qualifikation beteiligt und ist ein wichtiger Spieler im System von Rupert Marko. Bei der Austria kam er voriges Jahr zu je einem Einsatz im ÖFB-Cup und der Meisterschaft. Lovric rückte erst nach der EM-Qualifikation von der U18 in die U19 rauf und wäre der zweitjüngste Spieler im Kader. In der vergangenen Saison kam er, zum Unverständnis vieler Sturm-Fans und Insider, unter Franco Foda nur zu acht Bundesliga-Einsätzen . Zwei der drei Spieler zählen also alles andere als zur Stammelf der Vereine und gerade Red Bull Salzburg kann den einen oder anderen Ausfall leichter verkraften. Vor allem deswegen, da die Spieler durch die U19-EM nur die Auftaktrunde der Bundesliga verpassen. Zusätzlich kommt für Salzburg noch die 2. Runde der der Champions-League-Qualifikation und möglicherweise das Hinspiel in der 3. Runde dazu. Bei der Austria fällt die EM mit der 2. Runde der Europa-League-Qualifikation zusammen.

Die Spieler fehlen den Vereinen also in ein bis vier Spielen. Klar, auch die Vorbereitung auf die Saison ist wichtig. Vor allem bei jungen Spielern die in die Mannschaft bzw. das System erst integriert werden müssen ist jede Trainingseinheit wichtig. Aber die U19-EM ist eben die höchste Nachwuchsendrunde des stärksten Kontinents im Weltfußball. Österreich ist als eines von nur acht Ländern vertreten und das bereits zum dritten Mal in Folge. Der ÖFB und auch die Vereine leisten also exzellente Nachwuchsarbeit. Viele Scouts sind anwesend und die Spieler messen sich mit den besten ihres Jahrgangs. Voriges Jahr waren beispielsweise ein Kingsley Coman und ein Leroy Sane dabei. Zwei Spieler die momentan im Halbfinale der UEFA EURO 2016 stehen. Nach der verpatzen EM in Frankreich wurde auch viel über die mangelnde Erfahrung des Teams gesprochen. Dieser Erfahrungsgewinn wäre für einen Konrad Laimer bei der U19-EM sicher nicht geringer als in der Champions-League-Qualifikation gegen FK Liepaja. Neben dem Erfahrungsgewinn und dem “sich in die Auslage spielen” gibt es noch einen guten Grund für die Abstellung der Spieler, von dem auch die Vereine profitieren. Jeder Erfolg auf internationaler Ebene, und sei es nur bei einer Nachwuchs-Europameisterschaft, lässt das Ansehen von ganz Fußball-Österreich in Europa weiter wachsen. Davon profitieren der ÖFB, die Spieler und natürlich auch die Vereine. Es wäre also wünschenswert wenn es hier von Seiten der Vereine in Zukunft mehr Einsicht geben würde und diese die sich bietende Chance für ihre Spieler und den österreichischen Fußball besser unterstützen würden.

Dass es auch ganz anders geht, zeigt der SK Rapid Wien, der insgesamt gleich vier (!) Spieler für die U19-EM abstellt.

Für Dominik Prokop und Sandi Lovric wurden Simon Perl (FC Wacker Innsbruck) und Wilhelm Vorsager (FC Admira Wacker Mödling) nachnominiert.

 

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