Das 2:2 in Schottland ist abgehakt, jetzt geht es für Österreichs Nationalteam in der WM-Qualifikation mit einer Pflichtaufgabe weiter. Das Nationalteam empfängt am Sonntag in Wien die Färöer. Geschichtsträchtig und ein tolles Signal an die Fußball-Welt wird der Anpfiff sein, denn erstmals wird eine Frau bei einem ÖFB-Länderspiel des A-Nationalteams als Hauptschiedsrichterin fungieren. Sonst hätte Österreich aber keine weiteren Einträge in Geschichtsbuch geplant – davon gibt es gegen die Färöer ja schon genug. 


Österreichs Geschichte gegen die Färöer ist allseits bekannt. 1990 das historische 0:1 unter Josef Hickersberger oder 2008 das enttäuschende 1:1 unter Karel Brückner. Zuletzt waren die Ausrutscher gegen die kleineren Nationen aber nur mehr ein Spuk der Vergangenheit – das Nationalteam hat die letzten drei Spiele gegen die Färinger gewonnen, in der WM-Qualifikation 2014 auch neun Tore gegen die “Schafsinseln” erzielt. So darf auch heute im Wiener Ernst-Happel-Stadion nichts anbrennen, sonst könnte der Traum von der WM viel zu früh platzen. 

“Die Mannschaft (Färöer Anm.) kommt hierher, hat im Prinzip nichts zu verlieren. Wir sind der haushohe Favorit und müssen das Spiel für uns entscheiden. Der Gegner ist gut organisiert. Wir müssen einfach das Tempo im Spiel hochhalten, die nötige Ruhe und Geduld haben. Wichtig ist, dass wir bei 100 Prozent sind und keine Sekunde im Spiel nachlassen, so Teamchef Franco Foda, der vor allem Kontersituationen gegen die Färöer vermeiden will. “Für uns zählen nur drei Punkte“, stellt der 54-Jährige in der Abschlusspressekonferenz klar. 

Es ist unbestritten, dass es für die Österreicher um drei Punkte und ein Warmschießen fürs richtungsweisende Spiel gegen Dänemark am Mittwoch geht. Das Nationalteam darf die Färöer aber natürlich nicht unterschätzen. Die vom Schweden Hakan Ericson trainierte Mannschaft hat in den letzten Jahren eine gute Entwicklung hingelegt. 2020 wird die UEFA Nations League-Gruppe in Division D gewonnen, Gegner sind Malta, Lettland und Andorra. Die Färöer verlieren kein Spiel und steigen damit in Division C auf. Mit dem 1:1 in Moldawien gelingt am Donnerstag außerdem ein guter Start in die WM-Qualifikation. Trotzdem sollte sich die hohe Qualität der Österreicher durchsetzen – auch wenn es anfangs ein Geduldsspiel werden könnte. 

“Ich glaube, dass die kleineren Nationen oft sehr gut strukturiert sind. Es wird sehr schwer werden ein Tor zu schießen, weil sie mit Mann und Maus verteidigen und es da einfach sehr schwer ist Räume zu finden. Nichtsdestotrotz haben wir die Qualität, dass wir uns da durchsetzen und es schaffen werden”, so Hoffenheim-Legionär Christoph Baumgartner, der eine hundertprozentige Konzentration und das nötige Tempo von Beginn an fordert. 

Das Nationalteam kann auf alle Spieler zurückgreifen, die auch am Donnerstag in Schottland fit waren. Martin Hintergger fehlt hingegen weiter gegen Färöer, hinter Marcel Sabitzers Einsatz steht noch ein großes Fragezeichen. Foda hat aber einige Veränderungen angekündigt, gegen den Underdog sollen einige frische Kräfte zum Zug kommen. Damit könnten auch die beiden Rapidler Ercan Kara und Yusuf Demir zumindest auf der Bank Platz nehmen und auf Einsatzminuten hoffen, gegen die Schotten standen sie nicht im Kader. 

Die Färöer reisen hauptsächlich mit Spielern aus der heimischen Liga Betri-deildin nach Wien, es sind aber auch einige Legionäre dabei. So etwa der offensive Mittelfeldspieler Jóan Símun Edmundsson, der beim deutschen Bundesligisten Arminia Bielefeld unter Vertrag steht. Sein Marktwert wird von transfermarkt.at auf 500.000 Euro geschätzt, es ist damit der teuerste Spieler im Kader. Mit dabei auch Sonni Nattestad. Der 26-jährige Innenverteidiger kickt beim irischen Verein Dundalk und hat im Herbst in der Europa League gegen Rapid gespielt. Wenn Österreich aber vom Gruppensieg und der fixen WM-Teilnahme sprechen möchte, dann darf Färöer trotz des aufsteigenden Asts kein Stolperstein sein. Anpfiff im Ernst-Happel-Stadion ist um 20:45 Uhr, ORF1 überträgt Live. Schiedsrichterin ist die 39-jährige Ukrainierin Kateryna Monsul und damit die erste Frau, die ein Länderspiel von Österreichs A-Nationalteam leitet.