Am Dienstagabend treffen in Kopenhagen zwei Fußball-Welten aufeinander. Dabei handelt es sich um zwei Mannschaften, die mit ähnlichen Zielen in die WM-Qualifikation gestartet sind. Für Dänemark ist das Ziel fixe WM-Qualifikation zum Greifen nahe, es fehlt nur ein Sieg. Bei den Österreichern ist von einer fixen WM-Qualifikation lange keine Rede mehr. Es geht sogar um die Zukunft von Franco Foda als ÖFB-Teamchef. Erweist sich das Nationalteam aber am Abend als Party-Crasher, dann kann es wieder in eine ganz andere Richtung gehen.

Dänemark vs. Österreich – Die Aufstellung der Redaktion

Weiterlesen...

35.000 Zuschauer, ausverkauftes Haus in Kopfenhagen, ein Sieg reicht zur WM-Teilnahme und der Coach hofft auf eine magische Nacht – das ist die Ausgangslage der Dänen. Nach der makellosen Bilanz von sieben Siegen in sieben Spielen und einem Torverhältnis von 26:0 die logische Folge, dass im drittletzten Quali-Spiel das fixe WM-Ticket gebucht werden kann. Genau da möchte aber ÖFB-Teamchef Foda ansetzen. 

“Das ist schon oft im Fußball passiert. Eine Mannschaft hat sich im Vorfeld mit Party beschäftigt, dann ist es anders gekommen. Wir haben 90 Minuten Zeit und wollen als Mannschaft kompakt auftreten”, so Foda, der einen Sieg als Ziel erklärt. Dass bei den Österreichern dieses Spiel aber wieder von Teamchef-Diskussionen begleitet wird, ist dem Deutschen egal. “Es ist bei mir überhaupt kein Thema, weil ich mich in erster Linie mit der Mannschaft beschäftige. (..) Es ist zwar schön und interessant, dass ihr euch damit beschäftigt und mir immer wieder Fragen stellt – aber es muss sich niemand um meine Person Sorgen machen.”

Fakt ist aber, dass im Falle einer Niederlage die Teamchef-Diskussion weitergehen wird. Verliert Österreich in Dänemark und gewinnt Schottland gleichzeitig auf den Färöern, dann ist auch der zweite Platz nicht mehr zu holen – und Österreich hat das klare Ziel, die Top zwei in der Qualifikations-Gruppe, schon im drittletzten Spiel verpasst. Ein Neustart für die letzten beiden Partien im November – wohl im Hinblick auf das, durch den Gruppensieg in der Nations League, realistische WM-Playoff im März – wäre denkbar. Aber das wird Fußball-Österreich erst ab Mittwoch beschäftigen, jetzt liegt der Fokus auf der Sensation in Kopenhagen.

“Keiner rechnet mit uns, wir sind Außenseiter, aber es haben im Fußball schon oft Außenseiter gewonnen”, so Foda. Ihm ist die Außenseiter-Rolle bewusst, er traut dem ÖFB-Team aber einen Punktegewinn in Dänemark zu. Ähnlich sieht es ÖFB-Teamkapitän David Alaba. Die Außenseiter-Rolle ist für den 29-Jährigen jedoch Seltenheit. Mit den Bayern oder auch mit Real Madrid geht es meistens als Favorit ins Spiel, in Österreichs Qualifikations-Gruppe sind theoretisch nur die Dänen über die ÖFB-Elf zu stellen. Für Alaba aber kein Problem: “Uns ist bewusst, dass Dänemark als Favorit in dieses Spiel gehen wird. Nichtsdestotrotz ändert sich meine Einstellung zum Spiel nicht. Bei der Einstellung – die wir als Mannschaft haben – wird sich auch nicht viel ändern. Wir wollen unser Spiel aufs Feld bringen. Das wird auch entscheidend sein – dass wir an unsere Stärken glauben und uns an den Plan halten”.

Das Nationalteam möchte dem scheidenden ÖFB-Präsidenten Leo Windtner zum Abschluss noch einen Sieg schenken – es ist ja sein letztes Spiel als ÖFB-Präsident. “Ich kann über ihn nur Positives berichten. Jetzt soll er die Zeit danach genießen. Klar, jetzt wird es für ihn schwer, nach so langer Zeit. Auf der anderen Seite hat er keinen Stress mehr – auch mit Journalisten”, so Foda mit einem Schmunzler. Der Teamchef und auch Alaba wertschätzen die Arbeit Windtners, eine mögliche Teamchef-Suche wäre aber wohl sowieso schon die Aufgabe des neuen Präsidenten.

Schiedsrichter der Partie ist der Slowake Ivan Kruzliak. Er hat bereits im März 2016 den 2:1-Testspielsieg Österreichs über Albanien gepfiffen. Ankick in Kopenhagen ist um 20:45 Uhr, ORF1 überträgt das Spiel live.