Das österreichische Nationalteam konnte die letzte Chance auf ein WM-Ticket nicht nutzen. Gegen disziplinierte Waliser setzte es eine knappe 1:2-Auswärtsniederlage. Der Spielbericht.


Im Vergleich zum EM-Achtelfinale gegen Italien veränderte Teamchef Franco Foda die ÖFB-Elf nur auf zwei Positionen: Heinz Lindner hütete anstelle von Daniel Bachmann das Tor. Nicolas Seiwald übernahm neben Xaver Schlager die zweite Sechser-Position und ersetzte damit Florian Grillitsch. Bei den Walisern stand selbstverständlich Gareth Bale, der bei Real Madrid aufs Abstellgleis gestellt wurde, in der Startformation.

Die Waliser waren von Anfang an präsent und verzeichneten schon nach knapp einer Minute den ersten Torschuss. Das erste Mal von den Sofas aufspringen konnten die rot-weiß-roten Fans, als Christoph Baumgartner nach einem schönen Pass in die Tiefe nur die Querlatte traf (5.). Fast im Gegenzug verpasste Aaron Ramsey eine Hereingabe nur knapp (7.).

Nach einer hektischen Anfangsphase beruhigte sich das Spiel ein wenig, wobei sich beide Mannschaften durch ein hohes Anlaufen stetig gegenseitig unter Druck setzten. Nach rund 20 Minuten konnten die Waliser durch Neco Williams erneut einen Abschluss verzeichnen, der für Lindner jedoch kein Problem war.

Fünf Spielminuten später dann die Führung für die Heimmannschaft: Nach einem Foul von Baumgartner, der dafür die Gelbe Karte erhielt, schweißte Bale den Ball mit einem, leider, perfekten Freistoß-Treffer zum 1:0 ein (25.).

In der Folge hatte die Mannschaft von Coach Robert Page etwas mehr und längere Ballbesitz-Phasen. Eine gute Chance auf den Ausgleich hatte allerdings Marko Arnautovic nach rund einer halben Stunde. Der Stürmer vom FC Bologna setzte aus der eigenen Hälfte zu einem Sprint aufs gegnerische Tor an, legte sich das Spielgerät dann jedoch etwas zu weit vor (31.).

In der Schlussphase der ersten Hälfte dann fast das 2:0 für die Gastgeber: Seiwald vertändelte als letzter Mann den Ball, den anschließenden Abschluss von Ramsey konnte Lindner grandios parieren (40.). Somit ging es mit einer 1:0-Führung für Wales in die Kabinen.

ORF-Kommentator Thomas König hielt zu Beginn der zweiten 45 Minuten fest, dass Österreich in den “Partycrasher-Modus” schalten müsse. Und Österreich versuchte gleich einmal die Initiative zu ergreifen. In der 49. Minute konnte Arnautovic Wales-Schlussmann Wayne Hennessey mit seinem Kopfball jedoch nicht fordern.

Vielmehr fiel der Treffer auf der Gegenseite. Ein herausgespielter Wales-Corner wurde von der Österreich-Hintermannschaft dilettantisch verteidigt und Bale konnte mit einem satten Schuss ins Tor von Lindner seinen Doppelpack schnüren (50.). Als Reaktion auf den Gegentreffer brachte Foda Sasa Kalajdzic ins Spiel (55.). Kurz vor der Einwechslung glänzte Lindner abermals mit einer starken Parade, ein etwaiger Treffer von Wales hätte aufgrund einer Abseits-Entscheidung jedoch nicht gezählt.

Doch Österreich konnte auch über gute Freistoß-Positionen nicht gefährlich werden. David Alaba traf bei seinem Versuch aus rund 18 Metern nur die Mauer (60.). Besser machte es hingegen Marcel Sabitzer aus fast ähnlicher Position. Mit etwas Glück traf der Bayern-Legionär in der 64. Spielminute zum wichtigen 2:1-Anschlusstreffer.

Nur drei Minuten später hätte Wales den alten Zwei-Tore-Abstand fast wieder hergestellt, doch Lindner war wiederum zur Stelle und wehrte einen Schuss von Daniel James stark ab (67.). Auch in der 70. Minute sorgte James für Gefahr, doch Seiwald konnte dem Offensivspieler im Laufduell einige Meter abnehmen und ihm in letzter Sekunde den Ball wegspitzeln, als dieser alleine aufs Tor stürmte. Kurz darauf die nächste gute Chance für das Team von der Insel: Bale trat wieder zu einem Freistoß an, der Ball landete diesmal jedoch nicht im Netz (74.).

In der Schlussphase sollten Andreas Weimann und Valentino Lazaro, die für Baumgartner und Schlager ins Spiel kamen, für Gefahr sorgen. Der Stürmer von Bristol City kam in der 81. Spielminute auch zu seinem ersten Abschluss.

Das österreichische Nationalteam konnte seine Schlussoffensive, an der auch Michael Gregoritsch mitwirkte, jedoch nicht in Tore ummünzen. Es blieb bei der 1:2-Niederlage, womit die Weltmeisterschaft in Katar ohne rot-weiß-rote Beteiligung über die Bühne gehen wird.