Das ÖFB-Team startet morgen in die WM-Qualifikation für die mehr als umstrittene Endrunde in Katar 2022. Mit von der Partie sind beim Auftakt gegen Schottland – anders als am Beginn verlautbart – auch die Deutschland- und Frankreich-Legionäre. Teamchef Franco Foda kann somit aus dem Vollen schöpfen, auch Stuttgart-Goalgetter Sasa Kalajdzic ist mit an Bord. Vor der ersten Partie gegen Schottland haben wir uns die Formkurve unseres Kaders genauer angeschaut. 


Daniel Bachmann: Erstmals seit Ende 2017 steht Daniel Bachmann wieder im Kader des Nationalteams. Der 26-Jährige hat sich in den letzten Monaten beim FC Watford in der Championship ins Tor gespielt und besticht seitdem durch überzeugende Leistungen. Möglicherweise sieht man den England-Legionär in der kommende Saison sogar in der Premier League.

Pavao Pervan: Absolvierte ab Oktober 2020 sämtliche Länderspiele über die gesamte Spielzeit, ist bei seinem Verein, dem VfL Wolsburg, allerdings hinter Koen Casteels Torhüter Nummer zwei. Da der Belgier in dieser Saison, anders als in den Spielzeiten zuvor, noch nicht verletzt war, kam Pervan bislang erst auf einen Saisoneinsatz.

Heinz Lindner: Kam eigentlich als Ersatztorhüter zum FC Basel, nutzte aber vorhandene Unsicherheiten seines Konkurrenten, der zudem auch noch an Corona erkrankte, und kam bis dato auf 21 Einsätze – konnte jedoch lediglich viermal den Kasten sauber halten.

Alexander Schlager: Der einzige Goalie, der in der heimischen Liga seinen Unterhalt verdient. Beim LASK unumstrittener Stammspieler, durfte der 25-Jährige unter Franco Foda bislang auch dreimal von Beginn an ran. Bei 20 Saisoneinsätzen für den LASK stand zehnmal die Null.

David Alaba: David Alaba verlässt den FC Bayern München bekanntlich mit Ende der Saison. In seiner letzten Spielzeit für den deutschen Rekordmeister wurde Alaba bislang 24mal eingesetzt, erzielte zwei Treffer und leistete einen Assist.

Martin Hinteregger: Verpasst die letzten Spiele bei der Eintracht aus Frankfurt ob einer Muskelverletzung, steht dem Team auch gegen Schottland nicht zur Verfügung. Bis zu seiner Verletzung jedoch absoluter Stammspieler, einzig die Torgefährlichkeit, die ihn im letzten Jahr so ausgezeichnet hat, fehlt ihm in der aktuellen Spielzeit.

Philipp Lienhart: Machte in dieser Spielzeit beim SC Freiburg den nächsten Entwicklungsschritt. Absolvierte beinahe alle Saisonspiele über 90 Minuten, durfte lediglich einmal nur 45 Minuten mitwirken. Überzeugt zudem mit einem Torriecher, vier Saisontore erzielte der Innenverteidiger in der Saison 2020/2021 für den Verein aus dem Breisgau.

Stefan Posch: Coronabedingt fiel der Innenverteidiger bei der TSG Hoffenheim über ein Monat aus, war bis dorthin jedoch gesetzt. Durfte am letzten Spieltag wieder auf der Bank Platz nehmen, wird gegen Schottland wohl noch fehlen.

Marco Friedl: Beim SV Werder Bremen mittlerweile unangefochtener Stammspieler. Fehlte den Werderanern lediglich einmal ob einer Gelbsperre, absolvierte sonst alle Saisonspiele über die volle Distanz.

Aleksandar Dragovic: Der 30-jährige Innenverteidiger hat bei Bayer 04 Leverkusen einen schweren Stand. Zwar hatte Dragovic Ende Dezember und Anfang Jänner seinen Fuß als Rechtsverteidiger in der Startelf, rutschte dann jedoch wieder aus dem Kader und fand sich auf der Ersatzbank wieder. Vielleicht bekommt der ehemalige Schweiz-Legionär unter dem Nachfolger von Peter Bosz wieder seine Chance.

Gernot Trauner: Innenverteidiger Nummer sieben im aktuellen ÖFB-Kader ist LASK-Akteur Gernot Trauner. Das Kopfballungeheuer fehlte dem LASK lediglich in zwei Bundesligapartien, traf bereits fünfmal ins gegnerische Gehäuse und lieferte zudem drei Vorlagen.

Andreas Ulmer: Gemeinsam mit seinem Pendant auf der rechten Außenverteidigerposition, Christopher Trimmel, der älteste Akteur im Kader. Mit 35 Jahren ist Ulmer jedoch nach wie vor mehr als im Saft, lief für RB Salzburg in der laufenden Saison 20mal auf, assistierte dabei dreimal.

Stefan Lainer: Ist bei Borussia Mönchengladbach unangefochtener Außenpracker (25 Saisoneinsätze) und kommt mit einem Erfolgserlebnis zum Nationalteam, erzielte er am Wochenende doch gegen Schalke 04 seinen zweiten Saisontreffer. 

Christopher Trimmel: Der Kapitän von Union Berlin bejubelte zuletzt seinen ersten Treffer in der deutschen Bundesliga, hält zudem bei sieben Vorlagen. Ist in Berlin absoluter Führungsspieler und Publikumsliebling und überzeugt mit seinem Team auch in der zweiten Bundesligasaison.

Florian Grillitsch: Die TSG Hoffenheim stolpert aktuell etwas durch die Spielzeit. Grillitsch ist dennoch unangefochtener Stammspieler, fiel jedoch zu Beginn des Jahres ob einer Verletzung aus. Seit einigen Runde wieder Stammspieler, allerdings auf der ungewohnten Innenverteidigerposition.

Stefan Ilsanker: Rockt mit Eintracht Frankfurt die Bundesliga, hatte jedoch zwischenzeitlich seinen Stammplatz verloren. Seit drei Runden allerdings wieder jeweils über die gesamte Spielzeit am Platz, beackert den Platz und Gegner wie eh und je.

Marcel Sabitzer: Raus aus der Champions League dafür mittendrin im Kampf um die Meisterschaft. Sabitzer ist Kapitän bei RB Leipzig, in 21 Einsätzen erzielte der Sohn des ehemaligen GAK-Bombers Herfried Sabitzer bereits sechs Treffer und drei Assists.

Xaver Schlager: Pferdelunge Schlager ist beim VfL Wolfsburg im Mittelfeld gesetzt und belegt mit seinem Klub ad momentum den dritten Tabellenrang. Rennt wie aufgezogen und trat bislang einmal als Torschütze und dreimal als Vorbereiter in Erscheinung.

Valentino Lazaro: Just als es so schien, als ob sich Lazaro bei Gladbach in die Stammelf spielen könnte, verletzte sich der Außenbahnakteur und fiel über mehrere Wochen aus. Seit Mitte Februar aber zumeist wieder von Beginn weg in der Bundesliga am Platz, erzielte mit seinem einzigen Saisontreffer das Tor des Jahres 2020 in Deutschland.

Alessandro Schöpf: Massimo Schüpp erlebt mit dem FC Schalke 04 eine absolute Seuchensaison. Zahlreiche Trainerwechsel, jeder ohne auch nur irgendeinen positiven Effekt, münden in einen einzigen Saisonsieg. 17 Einsätze in der Bundesliga, zwei im Pokal, in denen er zwei Treffer beisteuern konnte. Freut sich wohl auf willkommene Abwechslung im Team!

Reinhold Ranftl: Der dritte LASK-Akteur im Kader von Franco Foda. Beim LASK gesetzt, auch wenn der Mittelfeldakteur noch nicht ganz an die Leistungen der Vorsaison anschließen kann.

Christoph Baumgartner: War, obwohl Offensivspieler, der Gewinner des Nationalteamjahrs 2020. Fiel jedoch bei den letzten drei Länderspielen im Vorjahr aus. Bei Hoffenheim erlebt er gemeinsam mit Grillitsch und Posch keine leichte Saison, kam bislang dennoch auf fünf Tore und eben so viele Vorlagen.

Yusuf Demir: 17-jähriger Youngster vom SK Rapid Wien. Auch wenn bei den Grün-Weißen noch nicht Stammspieler wird der offensive Mittelfeldspieler bereits mit zahlreichen internationalen Topteams in Verbindung gebracht. Bei 18 Einsätzen in der Bundesliga bislang mit drei Toren und zwei Assists.

Louis Schaub: Der leihweise Wechsel in die Schweiz zum FC Luzern tut dem vormaligen Rapid-Akteur gut. Zwar ist der FC Luzern eher im hinteren Teil der Tabelle zu finden, doch Schaub überzeugte bis dato mit sechs Treffen und acht Vorlagen in 25 Einsätzen.

Michael Gregoritsch: Schwierige Zeiten für Michael Gregoritsch. Findet eigentlich bereits seit über einem Jahr in der deutschen Bundesliga nicht mehr so wirklich in die Spur. Beim FC Augsburg zwar immerhin 20 Einsätze mit einem Tor und zwei Assists, zuletzt jedoch nur mehr, wenn überhaupt, Einsätze im einstelligen Minutenbereich.

Adrian Grbic: Bewies im Länderspielherbst 2020 was in ihm steckt, sieben Länderspiele und vier Tore sind schon ein starkes Zeichen. Beim FC Lorient nicht nur im Abstiegskampf, sondern auch zumeist auf der Bank sitzend. Dennoch immerhin bereits 27, zumeist Joker-, Einsätze und vier Tore. 

Sasa Kalajdzic: Trifft für den VfB Stuttgart in der Saison 2020/2021 beinahe wie er will. Mit 13 Tore und vier Vorlagen bei 25 Einsätzen steht der Name Kalajdzic mit Sicherheit bereits in den Notizblöcken zahlreicher Scouts. Ließ zuletzt jedoch aufhorchen, dass er sich eine längeren Aufenthalt in Stuttgart vorstellen kann. Bei Foda bislang erst zweimal eingesetzt, einmal gegen Rumänien für eine Minute, anschließend 45 Minuten beim – man möge es mir verzeihen – mehr als unnötigen Testspiel gegen Luxemburg. Fraglich, ob Foda für den treffsicheren Stürmer in den kommenden Länderspielen Verwendung findet.

Karim Onisiwo: Hat sich mit dem FSV Mainz 05 aus den Abstiegsplätzen gespielt, musste zuletzt wegen Oberschenkelprobleme jedoch pausieren und feierte am Wochenende sein Comeback. 23 Einsätze in der Bundesliga, zwei Treffer, eine Vorlage.

Ercan Kara: Neben Demir Teamneuling Nummer zwei. Der 25-jährige Mittelstürmer ist beim SK Rapid gesetzt, traf in der Bundesliga in 22 Spielen zwölf mal, assistierte zudem sechs mal einem Mitspieler. In der Europa League zwei Treffer bei sechs Einsätzen. Hätte wohl gegen Schottland begonnen, weil er der einzige Stürmer gewesen wäre, der hätte mitfahren dürfen. Nun aber wohl maximal Chancen auf einen Kurzeinsatz.