Das war gestern harte Kost, die das Nationalteam zum Auftakt des September-Triples gegen die Republik Moldau geliefert hat. Der Pflichtsieg in der WM-Qualifikation wurde zwar eingefahren, große Euphorie oder viel Selbstvertrauen hat der Auftritt von Österreich aber nicht geliefert. Hier kann man wieder den altbekannten Spruch von den Pferden, die nur so hoch springen wie sie müssen, anbringen. Das macht immerhin auch etwas Hoffnung für die kommenden Aufgaben, in der Vergangenheit hat Österreich solche “dreckigen Siege” oft auch verpasst.

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Im Nachhinein betrachtet stand das Spiel von Anfang an unter keinem guten Stern. Erst der Ausfall der Tonanlage bei der österreichischen Hymne, den die mitgereisten Fans stimmgewaltig kompensieren konnten, dann die Flugeinlage einer Drohne, die den Anpfiff um 30 Minuten verzögerte.

Teamchef Franco Foda musste auf einige verletzte Stammspieler verzichten, einige andere wurden im Hinblick auf die kommenden Spiele geschont. Trotzdem konnte Österreich eine (auf dem Papier) starke Mannschaft auf den Platz schicken. Andreas Ulmer war der einzige Spieler aus der heimischen Bundesliga, alle anderen Akteure der Startelf sind in der deutschen Bundesliga, der Premier League und der Serie A unter Vertrag.

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Richtig überzeugen konnte das Team leider nicht, Österreich hatte zwar ein deutliches Plus im Ballbesitz und setzte sich oft minutenlang in der Hälfte der Gastgeber fest, wirkliche Gefahr konnte das Nationalteam aber nur selten erzeugen. Moldau tat sich relativ leicht darin, die Österreicher vom eigenen Tor fern zu halten. Man hatte den Eindruck, das ein gewisser Schlendrian im Spiel des Nationalteams eingenistet war. Oft fehlte die letzte Entschlossenheit, Genauigkeit, ganz einfach die letzte Konsequenz.

Auch das Tempo im Spiel von Österreich wurde immer wieder heraus genommen. Die wenigen Umschaltmomente, die es im Spielverlauf gab, wurden verschleppt, statt eines schnellen Passes nach vorne wurde meist der Querpass gewählt, diese wurden teilweise sogar in den Rücken gespielt und der Passempfänger musste verlangsamen, stehenbleiben oder gar ein paar Schritte zurück machen.

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Franco Foda gab im Interview nach dem Spiel an, das es der Plan gewesen war, über die Flügel zu kommen. Darum wurde auch Michael Gregoritsch als vermeintlich kopfballstarker Stürmer aufgeboten. Die Früchte dieser Taktik waren überschaubar, außer einer guten Ablage auf Marko Arnautovic schaute wenig dabei heraus. Die beste Kopfballchance hatte bezeichnenderweise Christoph Baumgartner, einer der kleineren Spieler am Feld. 

Österreich machte einfach zu wenig aus seiner Überlegenheit, gegen ein Team das in den bisherigen drei Qualifikationsspielen schon 13 Gegentreffer kassiert hatte, war das einfach viel zu wenig. Auf der anderen Seite hatte man auch nie das Gefühl, das Österreich Gefahr lief, ein Gegentor zu kassieren, Tormann Daniel Bachmann verlebte wohl das ruhigste seiner bisherigen Länderspiele. Spätestens nach dem 1:0 knapp vor der Pause konnte man davon ausgehen, das die drei Punkte mit nach Hause genommen werden.

 

Einigen Spielern wie Florian Grillitsch, Konrad Laimer und Michael Gregoritsch merkte man auch deutlich die aktuell fehlende Spielpraxis an, vor allem die beiden Erstgenannten spielten bei der Europameisterschaft auf deutlich höherem Niveau. Marko Arnautovic erzielte zwar einen Treffer, vernebelte aber davor einige aussichtsreiche Möglichkeiten und streute ungewohnt viele technische Fehler ein. Positiv muss man hingegen Louis Schaub herausheben, der seine gute Form aus Köln zum Team mitnehmen konnte und gestern einer der wenigen Aktivposten war. Auch Ercan Kara zeigte sich nach seiner Einwechslung voll motiviert und brachte mehr zustande als sein Vorgänger Gregoritsch. Vergeblich auf einen Einsatz wartete Yusuf Demir, der das Spiel von der Ersatzbank verfolgen musste. Der Barcelona-Youngster hätte dem Spiel von Österreich sicher gut getan und den Sieg hätte man sicher auch über die Zeit gebracht wenn Stefan Ilsanker nicht zur Absicherung eingewechselt worden wäre.

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Was bleibt also vom Auftritt in Chisinau? Die ersten drei von (wohl notwendigen) neun Punkten wurden eingefahren, trotz einiger Ausfälle und Umstellungen lief Österreich zu keiner Zeit in Gefahr, nicht als Sieger vom Platz zu gehen. Wirklich vom Hocker hat das Spiel aber keinen geschmissen, wie Co-Kommentator Roman Mählich richtig bemerkte, hat die Niederlage gegen Italien für mehr Begeisterung gesorgt. Am Samstag geht es auswärts gegen Israel und es wird eine deutliche Steigerung notwendig sein, um die nächsten drei Zähler einzufahren. 

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