Wer die Werbungen vom Fastfood-Riesen McDonald´s kennt, der weiß wie sehr das Unternehmen auf die Möglichkeit setzt, den großen Sprung auf der Karriereleiter glaubhaft zu verkaufen. Neo-Teamspieler Marco Grüll ist dieser gelungen, keine drei Jahre ist es her, da kickte der heute 23-Jährige noch in der Regionalliga bei TSV McDonald’s St. Johann im Pongau, mittlerweile mauserte sich der Angreifer zum österreichischen Nationalspieler.


Lange schien Grülls Vita nicht ausreichend dafür, dass er eines Tages sich das Teamtrikot überstreifen darf. Mit 14 verließ er seinen Jugendverein UFC Radstadt – einen neuen Arbeitgeber fand der Offensivgeist jedoch nicht. Erst nach einem halben Jahr kam Grüll im Jänner 2013 beim SC Pfarrwerfen in der fünfthöchsten Spielklasse unter. Als großes Karrieresprungbrett stellte sich der Provinzverein aber auch nicht heraus. Am Ende der Spielzeit musste Pfarrwerfen absteigen.

Erst zwei Jahre später wechselte Grüll nach St. Johann in Pongau. Im August 2015, just als sich Österreichs Nationalteam im Freudentaumel über eine nahezu perfekte EM-Qualifikation befand, debütierte der flinke Blondschopf in der Regionalliga gegen USC Eugendorf. Ein Monat später gelang Grüll sein erster Treffer in der Regionalliga, die Koller-Elf triumphierte zeitgleich mit 4:1 in Stockholm gegen Schweden.

 
 
 
 
 
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Als Marcel Koller nach verpatzter WM-Qualifikation 2018 seinen Posten räumen musste, war Grüll schon der Star des Regionalliga-Teams. In der Saison 2017/18 kam er in 29 Spiele auf 15 Treffer, in der Saison 2018/19 erzielte er bis zur Winterpause 19 Tore in 17 Spielen. Mit Jahreswechsel auf 2019 gelang Grüll der Sprung in den Profifußball – der Angreifer schloss dem damaligen Zweitligisten Josko Ried an. Bei den Innviertlern etablierte sich Grüll zum Stammspieler und zum Nachwuchsteamspieler.

29-mal jubelte Grüll in 74 Auftritten für Ried, im U21-Nationalteam unterstützte er die Mannschaft von Werner Gregoritsch mit zwei Treffern in acht Auftritten. Die Qualitäten Grülls blieben letztlich auch den Bundesliga-Klubs nicht verborgen. Als sich die Foda-Elf bei der Europameisterschaft geschlagen geben musste, unterschrieb Grüll einen Vertrag beim Rekordmeister. Bei Rapid Wien gelangen ihm in 20 Auftritten bisher neun Tore und vier Assists.

Der Lohn für den rasanten Aufstieg des Youngstars ist ob der Absageflut im Nationalteam nun die erste Einberufung in das Nationalteam.