Der Traum vieler heimischer Fußball-Fans, dass die viel-zitierte goldene Generation Österreich zu Höherem berufen sei, wurde mit dem 0:4 gegen Dänemark zerschlagen. Kreativlos, ansatzlos, planlos sind harmlose Attribute, um den desolaten Auftritt der ÖFB-Elf zu beschreiben.


Die null Torschüsse gegen Dänemark sind ein statistischer Beweis für erschreckende Hilflosigkeit. Dennoch ist es zu einfach die Blamage einzig und allein auf die defensive Spielweise Franco Fodas abzuwälzen. Die eklatanten Fehler, die zur höchsten Pflichtspiel-Heimniederlage führten, sind ohne Frage auch die Schuld des Mainzers, aber vor allem seiner Mannschaft.

Wer die goldene Generation rund um Christoph Baumgartner, Sasa Kalajdzic und Co. stets aufs Neue beschwört, muss nun sein eigenes Urteilsvermögen anzweifeln. Denn im Spiel gegen Dänemark war am Ende vor allem fehlende individuelle Klasse ausschlaggebend für die Chancenlosigkeit. Kein eins gegen eins, kein Sololauf und kein mutiger Distanzschuss vermochte den Österreichern gelingen.

Wie geht es für den österreichischen Fußball weiter?

Gegen Dänemark verlor man nicht nur 0:4, weil der Trainer auf der Taktiktafel vermehrt hinter der eigenen Mittellinie kritzelte, sondern auch weil man nach dem ersten Gegentor an sich selbst zerbrach. Ob man es nun wahrhaben will oder nicht: Österreich ist nach wie vor keine Fußball-Top-Nation.

Seit über zwölf Jahren wartet Österreich nun auf einen Pflichtspiel-Sieg gegen eine Top-Nation. Frankreich wurde damals in Wien mit 3:1 zum Auftakt der WM-Qualifikation für Südafrika nach Hause geschickt. Seither überbot sich der österreichische Fußball in unaufhörlicher Selbstüberschätzung. So endete auch die EM 2016 nach traumhafter Qualifikation in der Vorrunde und nicht mit einem Siegeszug im Stade de France. Die anderen Turniere durfte man seither lediglich vom TV aus verfolgen.

Um 2022 dann doch den unrühmlichen Wüstenstaat Katar zu bereisen, braucht es jetzt vor allem Ehrgeiz und Ehrlichkeit. Die Klasse Österreichs ist trotz überschätzter Eigenwahrnehmung groß genug, um den Winter des kommenden Jahres auf der größten Bühne der Fußballwelt zu beschreiten. Bis dahin müsse sich jedoch der unweigerlichen Realität gestellt werden: Österreich ist eine gute aber noch lange keine weltklasse Fußballnation.