Die Schreie, die durch Fußball-Österreich gezogen sind, als Marko Arnautovic im EM-Achtelfinale gegen Italien zum vermeintlichen 1:0 eingeköpft hat, sind schnell verstummt. Zuerst hatte der VAR der heimischen Nationalelf den Aufstieg ins Viertelfinale genommen und jetzt hat sie sich selbst der entstandenen Euphorie beraubt.

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Eiskalt wurden die Österreicher von den Israelis bereits zum zweiten Mal binnen zwei Jahren überrannt. Gnadenlos effektiv und qualitativ hochwertig besiegten Eran Zahavi und Co. die Foda-Elf in einem Spiel, das eigentlich in der ersten Halbzeit schon hätte gewonnen werden müssen. Besonders bitter an der Niederlage ist, dass Österreich die exakt gleichen Fehler beging wie bei der Auswärtsniederlage von vor zwei Jahren in Israel.

So attackierten die Österreicher zwar früh in der gegnerischen Hälfte ließen jedoch durch fehlende Raumverschiebungen Lücken entstehen, die gnadenlos ausgenutzt wurden. Besonders exemplarisch für die Vergesslichkeit der österreichischen Nationalmannschaft war das zweite Tor Israels. Österreich geriet bei einem Angriff der Israeli in Unterzahl, die es durch die individuelle Klasse verstanden Munas Dabbur trotz gellender Pfiffe ein Länderspieltor zu bescheren, sein zweites gegen Österreich. Vor zwei Jahren traf der Ex-Bulle nach identer Spielsituation, auch damals wurden die Österreicher nach Strich und Faden ausgekontert und fanden sich in plötzlich in einer Unterzahlsituation wieder.

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Teamchef Franco Foda schreibt sich nach wie vor gerne auf die Fahnen am frühesten zu pressen – das stimmt auch, leider. Denn durch das ambitionierte Forechecking der ersten Reihe, das ohne nötigem Positionsspiel der folgenden Reihen fast blind begangen wird, erschließen sich ungeahnt große Löcher ab der Mittellinie. Gelang es den Ball bereits in der gegnerischen Hälfte zu erobern, so sorgte das Konzept durchaus für Gefahr für das israelische Tor, falls nicht, musste Daniel Bachmann schon fast zwangsläufig den Ball aus dem Netz holen.

Die zweite große Baustelle, die Österreich gegen Israel sich selbst aufgrub, war die Arroganz im Spiel mit dem Ball. Konrad Laimer war einer der Wenigen, der sich traute schon in der ersten Halbzeit das Spielgerät außerhalb des Strafraums auf das Tor Israels zu feuern. Marko Arnautovic, der dies in der zweiten Halbzeit mit einem Traumtreffer zwar perfektionierte, vergab vor allem im ersten Durchgang einige Gelegenheit aufgrund personalisierter Lässigkeit. Auch David Alaba darf sich diesen Vorwurf ankreiden lassen, anstatt versuchter schneller Doppelpässe vertraute der Real-Legionär mehr auf die Fähigkeit die perfekte Seitenverlagerung aus dem Fuß zu schütteln, leider ohne Erfolg.

Die Schmach von Haifa ist demnach die Folge des Rückfalls in alte Muster, die eigentlich bei der Euro schon abgelegt wurden. Nach der bereits zweiten Blamage in der laufenden WM-Qualifikation muss nun wieder einmal Selbstreflexion beim ÖFB am Plan stehen. Diese beinhaltet auch zweifelsfrei das Stellen der Teamchef-Frage.

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