Juni 1998. Österreich trifft bei der Weltmeisterschaft in Frankreich auf Italien, Chile und Kamerun. Nach der gelungenen Qualifikation und aufgrund der Tatsache, dass sich viele Spieler des Kaders am Zenit ihrer Karriere befinden, sind die Hoffnungen auf sportlichen Erfolg groß. Doch für das Team von Herbert Prohaska gibt es nach zwei 1:1 gegen Kamerun und Chile sowie einem 1:2 gegen Italien das Vorrunden-Aus. Alle drei österreichischen Treffer durch Toni Polster, Ivica Vastic und Andreas Herzog fallen in der Nachspielzeit. 

Dieser Auftritt war der letzte einer rot-weiß-roten Auswahl bei einer FIFA-Weltmeisterschaft. Nach 20 Jahren werfen wir einen Blick zurück und sehen, dass sich der Großteil der Kicker von damals noch immer nicht vom Fußball lösen konnte.


Im Profifußball tätig

Wolfgang Knaller, 0 WM-Einsätze, 4 Länderspiele

Der ehemalige Tormann der Admira und der Wiener Austria gab und gibt sein Wissen über das Leben mit Handschuhen auch nach der Karriere weiter. Nach Stationen als Tormanntrainer beim SKV Altenmarkt (Frauen), der Vienna, dem 1. Simmeringer SC und Wiener Neudorf ist er aktuell in der Bundesliga beim SKN St. Pölten für die Torhüter verantwortlich.

Franz Wohlfahrt, 0 WM-Einsätze, 59 Länderspiele

Im Vorfeld der WM 1998 wurde viel über den „Einser“ im Tor spekuliert. Schlussendlich hatte Franz Wohlfahrt, damals beim VfB Stuttgart tätig, das Nachsehen. Nach seiner aktiven Karriere wurde der Kärntner Tormanntrainer beim ASK Schwadorf, der Admira und dem ÖFB, sowohl im U21-Bereich als auch im A-Team. Seit 2015 ist Wohlfahrt Sportdirektor der Wiener Austria und vor allem in letzter Zeit noch einmal stärker in Kritik geraten.

Peter Schöttel, 3 WM-Einsätze, 63 Länderspiele

Wieder zum ÖFB zurückgekehrt ist Peter Schöttel. Nach Stationen als Sportdirektor bei seinem Stammklub Rapid sowie Trainerstationen beim Wiener Sportklub, Wiener Neustadt, Rapid und Grödig ist er seit Herbst 2017 der Nachfolger von Willi Ruttensteiner beim ÖFB. Seine Amtsübernahme war damals von viel medialer Aufruhr geprägt, nach dem tollen Start von Franco Foda als Teamachef ist diese vorerst aber einmal abgeflaut.

Andreas Heraf, 0 WM-Einsätze, 11 Länderspiele

Eine sehr erfolgreiche „zweite Karriere“ legte Andreas Heraf hin. Der Wiener startete nach dem Karriereende als Co-Trainer beim 1. FC Saarbrücken und war nachher etwa bei Austria Lustenau, Schwanenstadt, Pasching und Parndorf tätig. 2008 kam er zum ÖFB als Leiter der Nachwuchsabteilung und erreichte in neun Jahren mit diversen Nachwuchs-Nationalteams auch mehrere Endrunden. Vor einem Jahr zog es ihn dann ans andere Ende der Welt, wo er nun in Neuseeland Technischer Direktor des Verbandes und zugleich Teamchef der Frauen-Nationalmannschaft ist.

Dietmar Kühbauer, 3 WM-Einsätze, 55 Länderspiele

Einen mittlerweile guten Ruf erarbeitete sich auch Dietmar Kühbauer als Bundesliga-Trainer. Nach Stationen bei den Admira Amateuren, der Admira – mit der er den Bundesliga-Aufstieg schaffte – und dem WAC übernahm er vor wenigen Monaten den schwer abgeschlagenen SKN St. Pölten. Kühbauer konnte die Mannschaft stabilisieren und letztendlich in der Relegation gegen Wiener Neustadt den Klassenerhalt fixieren. Hier ist nun aber bekanntlich doch noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Roman Mählich, 3 WM-Einsätze, 20 Länderspiele

Den meisten Leuten ist Mählich mittlerweile als ORF-Experte gemeinsam mit seinem Teamchef von der WM 1998 bekannt. Der Mittelfeldspieler ist nach Trainer-Jahren im Amateurfußball bei Parndorf, Mannsdorf, Lassee, St. Margarethen und den Austria Amateuren seit 2017 zudem Cheftrainer bei Wiener Neustadt. Nach Tabellenplatz drei in der heurigen Zweitliga-Saison unterlag er im Relegations-Duell aber seinem ehemaligen Nationalteamkollegen Didi Kühbauer.

Heimo Pfeifenberger, 3 WM-Einsätze, 40 Länderspiele

Heimo Pfeifenberger stand bei der WM 1998 in allen drei Partien in der Startaufstellung. Seine Trainerkarriere begann er bereits 2005 als Nachwuchskoordinator bei Red Bull Salzburg. Eine interimistische Traineraufgabe für ein Spiel im Jahr 2000 bei Austria Salzburg lassen wir hier mal außen vor. Nach Stationen bei Grödig, als Co-Trainer beim U21-Nationalteam, Axams-Götzens, wieder Grödig sowie Wiener Neustadt und dem WAC ist er mittlerweile als Profitrainer in der Bundesliga angekommen. Seit seinem Ende in Wolfsberg im März 2018 ist er vereinslos.

Markus Schopp, 1 WM-Einsatz, 56 Länderspiele

Der Blondschopf war jahrelang als Nachwuchstrainer, Trainer der Zweiten Mannschaft sowie kurzfristig (für sechs Spiele) interimistisch als Cheftrainer bei seinem Herzensverein Sturm Graz tätig. In der vergangenen Saison war er zuerst unter Oliver Lederer und dann unter Didi Kühbauer beim SKN St. Pölten Co-Trainer. Vor wenigen Tagen gab Bundesliga-Aufsteiger TSV Hartberg bekannt, dass Schopp als Cheftrainer in die Steiermark zurückkehrt.

Peter Stöger, 2 WM-Einsätze, 65 Länderspiele

Die steilste Trainerkarriere von den „98ern“ legte zweifelsfrei Peter Stöger hin. Der Wiener war bereits 2005 gemeinsam mit Frenkie Schinkels im Gespann bei der Wiener Austria tätig, wo er auch Cupsieger wurde. Danach arbeitete er als Sportdirektor der Veilchen und kämpfte sich nachher über die Trainerstationen Vienna und GAK wieder zurück ins Profitrainer-Geschäft. Über Wiener Neustadt kehrte er dann zur Austria zurück, die er nach dem Meistertitel 2013 in Richtung Köln verließ. Mit dem „Effzeh“ gelang ihm der Aufstieg in die Bundesliga sowie die Qualifikation für die Europa League. Sein letztes Engagement bei Borussia Dortmund endete mit dem Ende der abgelaufenen Saison.

Im Nachwuchsbereich tätig

Martin Amerhauser, 0 WM-Einsätze, 11 Länderspiele

Flügelspieler Martin Amerhauser war einer der Jüngsten im WM-Kader 1998. Nachdem er jahrelang als Trainer und Co-Trainer im steirischen Unterhaus beim SC Weiz, dem GAK und dem ASK Voitsberg engagiert war, ist er heute als Ausbildungsleiter des LAZ Weiz weiterhin dem Fußball verschrieben.

Harald Cerny, 0 WM-Einsätze, 4 Länderspiele

Der rechte Flügelflitzer Cerny, bei den Untentschieden gegen Kamerun und Chile im Einsatz, blieb nach seinem Karriereende in Deutschland. Dort übernahm er nach jahrelangen Engagements im Münchner Nachwuchsbereich, sowohl beim TSV 1860 als auch bei den Bayern, zu Beginn des Jahres die U17 von Hannover 96.

Arnold Wetl, 3 WM-Einsätze, 21 Länderspiele

Arnold Wetl spielte bei der WM 1998 in allen drei Partien durch und trainiert seit 2005 diverse Nachwuchsmannschaften in der AKA Sturm Graz. Zurzeit sind die U17-Burschen unter seine Obhut. 

Ivica Vastic, 3 WM-Einsätze, 1 Tor gegen Chile, 50 Länderspiele

Eine österreichische Tageszeitung titelte nach seinem Tor gegen Chile in höchst fragwürdiger und verachtenswerter Weise, dass er dadurch „zum echten Österreicher“ wurde. Der Fußball ließ den Stürmer, der 2008 noch das erste EM-Tor in der rot-weiß-roten Geschichte erzielte, noch immer nicht los. Neben Trainerstationen im Amateurfußball bei Waidhofen/Ybbs, den Austria Amateuren und Gaflenz war er auch schon bei der Austria und dem SV Mattersburg im Profigeschäft tätig. Momentan befindet sich die U16 der „Veilchen“ unter seinen Fittichen.

Im Amateurbereich tätig

Martin Hiden, 0 WM-Einsätze, 50 Länderspiele

Der währende der WM bei Leeds United engagierte Verteidiger sammelte nach seiner Karriere Erfahrungen als Trainer und Co-Trainer bei den damaligen Red Bull Juniors, dem FC Pasching, dem LASK, und dem SV Grödig. Seit 2017 ist er Cheftrainer der Admira Juniors in der Regionalliga Ost.

Hannes Reinmayr, 1 WM-Einsatz, 14 Länderspiele

Als Teil des magischen Dreiecks von Sturm Graz – gemeinsam mit Mario Haas und Ivica Vastic – lehrte Hannes Reinmayr um die Jahrtausendwende der Bundesliga das Fürchten. Seither findet man ihn auf den Amateurplätzen der Steiermark. Nach Trainerstationen bei Kalsdorf, Thalheim, Gleinstätten, Gössendorf und Fürstenfeld trainiert er momentan den SV Tobelbad in der Unterliga Mitte.

Mario Haas, 3 WM-Einsätze, 43 Länderspiele

„Super Mario“ ist jener Spieler, der noch am längsten selbst professionell Fußball spielte – bis 2013. Seither ist er als Trainer im steirischen Amateurfußball bei Tobelbad, Pachern und nun Bad Radkersburg tätig. Die vergangene Saison der steirischen Landesliga beendeten Mario Haas und sein Team auf Rang zehn.

Toni Polster, 3 WM-Einsätze, 1 Tor gegen Kamerun, 96 Länderspiele

Der ÖFB-Rekordtorschütze war nach dem Karrierende kurzzeitig Teammanager der Austria sowie Trainer der LASK Amateure. Ab 2011 trainierte er die Wiener Viktoria, um sich dann kurzfristig bei der Admira als Profi-Trainer zu versuchen. Seit 2014 ist er wieder bei der Wiener Viktoria, die derzeit in der Stadtliga spielt. Nebenbei tritt Polster immer wieder auch als Kolumnist und TV-Experte in Erscheinung.

Sonstiger Karrierweg

Michael Konsel, 3 WM-Einsätze, 43 Länderspiele

Der „Panther“ stand bei den drei Gruppenspielen der Österreicher zwischen den Pfosten. Noch während seiner Karriere absolvierte Konsel ein Sportmanagement-Studium. Nach seinem Karriereende gründete er eine Agentur, die sich auf Fußballcoaching für Privatpersonen wie Vereine gleichermaßen spezialisiert. In diesem Rahmen organisiert er auch Fußballreisen und -events. Darüber hinaus ist er auch immer wieder im TV und Printmedien als Experte und Kolumnist anzutreffen.

Wolfgang Feiersinger, 0 WM-Einsätze, 46 Länderspiele

Der Vater der ÖFB-Teamspielerin Laura Feiersinger war nach seinem Karriereende im Salzburger Unterhaus drei Jahre in der Akademie von Red Bull Salzburg als Nachwuchstrainer tätig. Danach zog er sich aus dem Fußballgeschäft zurück und bewirtschaftete bis vor Kurzem eine Almhütte in den Kitzbüheler Alpen.

Walter Kogler, 0 WM-Einsätze, 28 Länderspiele

Walter Kogler verfolgte zunächst eine Trainerkarriere die ihn über unter anderem Leoben und Wacker Innsbruck nach Deutschland zu Rot-Weiß-Erfurt führte. Nachdem der Vertrag dort ausgelaufen war kehrte der ehemalige Verteidiger dem Fußball den Rücken und ist nun im Versicherungsbereich tätig.

Toni Pfeffer, 3 WM-Einsätze, 63 Länderspiele

Bis heute Berühmtheit verspürt Toni Pfeffer vor allem aufgrund einer Halbzeitansprache bei einem Länderspiel ein gutes halbes Jahr nach der WM 1998. Im Fußballgeschäft war der Verteidiger nur mehr 2001 kurzzeitig tätig, als er gemeinsam mit Walter Hörmann die Wiener Austria trainierte. Heute ist Pfeffer beim Sportland NÖ aktiv und kümmert sich dort unter anderem um die Sportförderungen.

Andreas Herzog, 3 WM-Einsätze, 1 Tor, 103 Länderspiele

Seine linke große Zehe – die „Zehe der Nation“ – ließ Herzog 1998 nicht an sein Leistungsmaximum herankommen. Mitunter ein Grund, wieso es für Österreich nicht fürs Achtelfinale reichte. Der Rekordteamspieler war 2005 für zwei Spiele gemeinsam mit Willi Ruttensteiner und Slavko Kovacic interimistisch ÖFB-Teamchef. Es folgten das Co-Trainer-Leben unter den Teamchefs Hickersberger und Brückner und eine Engagement als Trainer der ÖFB-U21. Später war er als Co-Trainer von Jürgen Klinsmann unter anderem bei der WM 2014 mit den USA und mit der USA-U23 bei den olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Auf seine erste Vollanstellung als Profitrainer wartet Herzog aber noch immer.

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