Das wohl späteste Länderspiel der jüngeren Geschichte und ein Meilenstein von Marko Arnautovic waren die Protagonisten im zweiten Spiel unter Neo-Nationaltrainer Ralf Rangnick. Bei der knappen 1:2-Niederlage im Ernst-Happel-Stadion gegen Dänemark konnte das Spiel durch einen Stromausfall im zweiten Wiener Bezirk erst eineinhalb Stunden später, um 22:15 Uhr, angepfiffen werden und endete um kurz nach Mitternacht. Kurz vor der Deadline, die wohl eine Verschiebung des Spiels auf den Folgetag bedeutet hätte, meldete sich das Flutlicht im Stadion aber zurück und das zweite von vier Länderspielen innerhalb von zehn Tagen konnte planmäßig stattfinden.

Rangnick nahm im Vergleich zum furiosen 3:0-Auswärtssieg beim Auftakt der UEFA Nations League gegen Kroatien am vergangenen Freitag gleich neun Änderungen in der österreichischen Startaufstellung vor. Bis auf die in Kroatien bärenstarken Xaver Schlager und Konrad Laimer rotierte Rangnick auf sämtlichen Positionen. Unter anderem durfte Patrick Pentz sein Länderspiel-Debüt im Tor der Österreicher feiern, Nicolas Seiwald und Dejan Ljubicic bekamen ihre Chance und Sasa Kalajdzic ersetzte in der Sturmspitze Arnautovic. Außerdem meldete sich Kapitän David Alaba wieder fit – Marco Friedl, Stefan Posch, Christopher Trimmel und Christoph Baumgartner kamen ebenfalls von Beginn an zum Zug.

Vielleicht auch aufgrund der deutlich späteren Ankickzeit starteten beide Teams verhalten in die Partie. Zwar agierten beide Teams bemüht und aktiv, im Spielaufbau nach vorne suchte aber keiner das große Risiko. Nach fünfzehn Minuten sorgten die Hausherren für die erste gefährliche Offensivaktion, als Kalajdzic einen Querpass von Baumgartner nur knapp verpasste. Eine Minute später traf Ljubicic die Stange, obgleich aus einer klaren Abseitsstellung. In der Folge dominierte Dänemark mit viel Ballbesitz zwar weitgehend das Spielgeschehen, Gefahr ging aber mehr von den Österreichern aus.

Dennoch waren es in der 27.Minute die Gäste, die in Führung gingen. Pierre-Emile Holjbjerg leitete den Ball aus der Mitte auf den Salzburger Rasmus Kristensen nach rechts Außen weiter, dessen Hereingabe wurde unglücklich auf den Fuß des mitgelaufenen Tottenham-Stars abgefälscht, der nur einschieben brauchte. Fünf Minuten später zeichnete sich Pentz bei einem Abschluss aus kurzer Distanz von Yussuf Poulsen aus und verhinderte den größeren Rückstand vor der Pause. Kurz vor Halbzeitpfiff fand Österreich durch Laimer und Alaba zwei gute Möglichkeiten auf den Ausgleich vor, beide Male war aber der gut aufgelegte dänische Schlussmann Kasper Schmeichel zur Stelle.

Wie schon gegen Kroatien wartete Rangnick zur Halbzeit gleich mit drei Wechseln auf. Mit Michael Gregoritsch, Marcel Sabitzer und Arnautovic für Baumgartner, Ljubicic und Kalajdzic bekamen die Zuschauer in der zweiten Hälfte geballte Offensivpower geboten. Für Arnautovic bedeutete die Einwechslung sein 100.Länderspiel im ÖFB-Trikot, womit er nun gleichauf mit Aleksander Dragovic auf Platz zwei der Liste der ewigen Rekordspieler liegt. Rekordspieler Andreas Herzog hat noch drei Spiele mehr auf dem Konto. Dementsprechend motiviert brachte sich der Serie A-Legionär ins Spiel ein und stellte die dänische Defensive vor das ein oder andere Problem. Die großen Gelegenheiten, blieben aber aus, vielmehr drückten die Dänen auf den zewiten Treffer. Der eingewechselte Andreas Cornelius fand nach knapp 60 Minuten die Riesenchance auf die Vorentscheidung vor, zielte aber hauchdünn am Tor vorbei.

Ausgerechnet der ansonsten so verlässliche Schmeichel leistete sich in der 68.Minute einen folgeschweren Patzer. Nach einem schlampigen Rückpass schoss er den hineingrätschenden Gregoritsch an, der den Ball an Arnautovic weiterleitete. Der legte die Kugel zurück auf Schlager, der sie souverän im langen Eck zum Ausgleich unterbrachte. Das zweite Länderspieltor von Schlager war der verdiente Ausgleich für ein spielfreudiges österreichisches Team. Drei Minuten danach lenkte Pentz einen Distanzschuss von Christian Eriksen großartig an die Stange. Die traf Arnautovic in der 75.Minute auf der anderen Seite ebenso. Nach einem langen Ball des eingewechselten Kevin Danso, hatte der 33-jährige Schmeichel schon umspielt, hatte beim Abschluss aber Pech. Den Nachschuss setzte Sabitzer in die Wolken. In der abwechslungsreichen zweiten Halbzeit fand Arnautovic fast Chancen im Minutentakt vor, in der 78.Minute verzog er knapp.

Obwohl die Österreicher immer mehr Oberwasser gewannen, waren es die Gäste, die in der 84.Minute trafen. Trimmel ließ Jens Stryger Larsen auf links zu viel Platz und der setzte den Ball sehenswert ins Kreuzeck des österreichischen Tores. Gregoritsch hatte kurz vor Schluss den Ausgleich am Fuß, beim leer stehenden Tor traf er aus schwierigem Winkel nur das Außennetz. Österreich blieb am Drücker, konnte sich für die starke Leistung nach der Pause aber nicht mehr belohnen.

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