Österreich startete am Dienstag-Abend mit einer völlig verdienten 0:1-Niederlage bei Bosnien & Herzegowina in die UEFA Nations League –  manch ein Fan fühlte sich dabei wohl in die Ära vor Marcel Koller zurückgesetzt. Die Elf von Franco Foda startete zwar gut in die Partie, verlor dann allerdings völlig den Faden und folgerichtig völlig verdient auch die Partie. Dzeko, bis dahin eigentlich selten am Ball, verwertete den einzigen wirklichen Torschuss der Bosnier zum Siegestreffer.

Die Spieler in der Einzelkritik:

Heinz Lindner: 4

Stand wie erwartet von Beginn weg im Kasten der Österreicher und hat sich somit wohl den Stammplatz gesichert. Obwohl die Gastgeber kaum Bälle auf den gegnerischen Kasten abfeuerten, leistete sich der Zürich-Legionär dennoch einige – unnötige – Schnitzer. So hätte Lindner bei zwei scharfen, gefährlichen Querpässen der Gastgeber durchaus auch eingreifen müssen, zudem bugsierte er einen Freistoß von Pjanic völlig unbedrängt vor des Gegners Füße, der mit dem Geschenk jedoch nichts anzufangen wusste. Abschläge waren überdies noch nie die Stärke des ehemaligen Austrianers.

Martin Hinteregger: 3

Nicht der gewohnte Ruhepol in der rot-weiß-roten Defensive, auch die Spieleröffnung war heute nicht auf dem üblichen Niveau des Augsburg-Legionärs. Wenn Hinteregger diesbezüglich auslässt, dann passiert im Spiel der Österreicher nach vorne wenig.

Sebastian Prödl: 3-

Unter Foda ist Prödl in der Dreierkette als zentraler Mann gesetzt, ließ sich aber ebenso wie seine Neben- und Vorderleute von der Nervosität anstecken und Dzeko zudem immer wieder mal, nicht nur beim Gegentreffer, zu viel Raum.

Stefan Ilsanker: 3-

Stand in der Defensive immer wieder brav seinen Mann, wirkte ab der 20. Minute jedoch wie die gesamte Hintermannschaft etwas fahrig. Konnte sich kurz nach Wiederanpfiff mit einem starken Tackling wieder etwas pushen, nahm zumindest Zweikämpfe an. Die Spieleröffnung ist seiner Sache nicht.

David Alaba: 4

Auch David Alaba wusste wie das gesamte Team nicht zu überzeugen. Der Bayern-Kicker fand nicht wirklich in die Partie, das Zusammenspiel mit seinen Mitspielern stockte gewaltig. Auch gefährliche Distanzschüsse vermisste der Fan schmerzlich.

Florian Grillitsch: 3-

Versuchte dem Spiel Struktur zu geben und verteilte ab und an die Kugel mit viel Übersicht. Von einem Mittelfeldspieler seiner Klasse erwartet man auf seiner Position allerdings mehr Akzente und Impulse im Spiel nach vorne. War im Mittelfeld dennoch der Beste.

Peter Zulj: 5

Das war wieder der Sturm-Zulj der aktuellen Saison, nicht jener, der vergangenen Spielzeit. Hat bei Foda seine Platz in der Starting-XI fix, muss aber schleunigst wieder in die Spur finden, denn die gezeigte Leistung rechtfertigte nicht mal die Einberufung in den Kader. Versuchte zwar über den Kampf in die Partie zu kommen, ließ aber über 90 Minuten spielerische Klasse vermissen. Fragt sich nur, warum Zulj durchspielen durfte.

Stefan Lainer: 4

Nicht Fisch, nicht Fleisch. Die Leistung von Stefan Lainer gegen die Bosnier ist schwer zu beschreiben. Konnte sich nach vorne nicht wie gewohnt anbieten und wurde auch in der Defensive – trotz seiner Schnelligkeit – immer wieder überspielt. Leistete sich aber zumindest keinen allzu großen Schnitzer.

Marko Arnautovic: 4

Der Neo-Kapitän fand in den ersten 45 Minuten mit Ausnahme eines starken Schusses kaum in die Partie, wurde von den Bosniern aber wirklich gut aus dem Spiel genommen. Nicht nur die Gastgeber waren harte Gegner, auch der nasse Rasen war nicht Markos bester Freund. Übernahm nach der Halbzeitpause die Rolle von Michael Gregoritsch, wurde dadurch aber auch nicht besser.

Valentino Lazaro: 4-

Stark angefangen, richtig stark nachgelassen. Streute zu Beginn die ein oder andere technische Finesse ein, Zählbares schaute dabei nicht heraus. Defensivarbeit war für den Hertha-Akteur ein Fremdwort. Hätte zumindest ein Tor erzielt, leider war dabei die Fahne des Linienrichters korrekterweise nach oben geschnellt. Auch hier darf die Frage gestellt werden, warum Lazaro über 90 Minuten durchspielen durfte. Verhinderte zumindest Sekunden vor dem Ende auf der Linie das 0:2.

Michael Gregoritsch: 5

Wurde von Franco Foda doch etwas überraschend in die Startelf befördert, konnte jedoch seine Startelfnominierung überhaupt nicht rechtfertigen. War in den ersten 45 Minuten nicht ins Spiel eingebunden, wenn er einmal die Kugel hatte, dann verlor er sie meist gleich wieder. Wurde zur Pause nach hinten gezogen, doch auch dieser Schachzug Fodas trug nicht zu einer Leistungssteigerung bei. Wurde nach 72. Minuten von Marcel Sabitzer erlöst.

Marcel Sabitzer: Kam in die Partie, tauchte am Feld gekonnt unter.

Guido Burgstaller: zu kurz eingesetzt

Louis Schaub: zu kurz eingesetzt

Franco Foda: 4

Für die ersten 20 Minuten war die Taktik offensichtlich gut gewählt, was dann schlussendlich dazu führte, dass der Faden völlig riss, das muss wohl noch intern besprochen werden. Wollte in der Pause mit dem Positionswechsel von Arnautovic und Gregoritsch etwas mehr Struktur ins Spiel bringen, dies scheiterte allerdings komplett. Auch weitere taktische Veränderungen vermisste der Fan der rot-weiß-roten Equipe völlig, zudem darf hinterfragt werden, warum der erste Wechsel – gerade bei der gezeigten Leistung – erst in der 72. Minute vollzogen wurde. Immerhin setzte er in den letzten Minuten alles auf eine Karte, es nutzte lediglich nichts.

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