Im Duell der Gruppennachzügler in Gruppe Drei der UEFA Nations League B trifft das ÖFB-Nationalteam Sonntag (18:00) noch einmal auf Nordirland. Nach dem 0:0-Unentschieden gegen Bosnien-Herzegowina hofft das Foda-Team auf einen versöhnlichen Ausklang der Nations League, obwohl das Endergebnis keine Auswirkungen mehr auf die Tabelle haben wird. Wir werfen wie gewohnt noch einmal einen genaueren Blick auf den Gegner. 


Erfolge des Nationalteams

Nordirland ist gemeinsam mit den drei weiteren Nationalteams von der Insel eines der ältesten der Welt. Der nordirische Verband, die Irish Football Association, besteht seit 1880. Bis 1921 umfasste der Verband neben Nordirland auch Irland. 

Nordirland nahm bislang dreimal an einer WM-Endrunde teil. 1958 in Schweden erreichte das Team sogar das Viertelfinale. Dort war allerdings gegen den späteren WM-Dritten Frankreich Endstation. 1982 in Spanien erreichte die nordirische Mannschaft die Zwischenrunde, wo ebenfalls gegen Frankreich (damals mit Weltstar Michael Platini) Schluss war. 1986 kam das nordirische Team bei der WM in Mexiko über die Vorrunde nicht hinaus. Seitdem konnte sich keine nordirische Auswahl mehr für eine Weltmeisterschafts-Endrunde qualifizieren. 

Bislang steht für die Nordiren eine Teilnahme an einer EM-Endrunde zu Buche. 2016 erreichte Nordirland bei der Europameisterschaft in Frankreich das Achtelfinale. Bereits in der Qualifikation für das Turnier zeigten sich die Nordiren stark: Als Gruppensieger konnte man sich vorzeitig und direkt in einer Gruppe mit Griechenland, Ungarn, Rumänien, Finnland und den Faröer Inseln durchsetzen. Auch im Zuge des Endturniers zeigten die Nordiren eine starke Vorstellung: In einer Gruppe mit Deutschland, Ukraine und Polen erreichte man als viertbester Gruppendritter das Achtelfinale. Dort zogen die Nordiren nach einer knappen 0:1-Niederlage gegen Wales den Kürzeren. 

In der Qualifikation zur WM 2018 beendete das Team von Martin O’Neill zunächst die Qualifikations-Gruppe C hinter Deutschland und noch vor Tschechien und Norwegen auf Rang zwei. Im PlayOff verlor man jedoch das entscheidende Spiel gegen die Schweiz durch ein Elfmetertor mit 0:1. In der FIFA Weltrangliste belegt Nordirland derzeit den 28. Platz und liegt damit nur vier Plätze hinter Österreich (derzeit Rang 24). Bislang trafen Österreich und Nordirland zehn mal aufeinander. In der direkten Bilanz liegen die Nordiren mit vier Siegen vorne. Das österreichische Team konnte bislang dreimal (zuletzt mit 1:0 im Oktober 2018) gewinnen. Darüber hinaus stehen drei Unentschieden zu Buche. 

Spieler und Trainer

Bekannte Stars hat Nordirland bislang noch nicht hervor gebracht. Der Marktwert des Kaders liegt aktuell bei rund 50,75 Mio EUR und damit deutlich unter dem Marktwert des ÖFB-Nationalteams (derzeit 182,40 Mio. EUR). Der wertvollste Spieler der Nordiren ist Innenverteidiger Jonny Evans (74 Länderspiele/ 2 Tore) von Leicester City mit einem Marktwert von 15.000 EUR. Der 30-Jährige holte unter anderem drei mal die englische Meisterschaft sowie im Jahr 2008 die Champions League mit Manchester United. Er war bis zuletzt bei West Bromwich Albion und dem AFC  Sunderland in der Premier League tätig, bis ihn im Sommer Leicester City holte. Bekannte Namen sucht man im nordirischen Kader ansonsten vergebens. 

Trainer Michael O’Neill ist seit 2011 im Amt bevorzugt ein Offensives 4-3-3. Bislang ist O’Neill am internationalen Pakett noch ein unbeschriebenes Blatt: Seit seinem Karriereende 2005 war der 49-Jährige in Nordirland als Headcoach von Brechin City und den Shamrock Rovers tätig. In seinen bislang 60 Spielen mit der nordirischen Nationalmannschaft hat O’Neill eine durchwegs ausgeglichene Bilanz: 20 Siegen stehen 16 Unentschieden und 24 Niederlagen gegenüber. In seine Amtszeit fiel auch das erfolgreiche Abschneiden bei der EM 2016 in Frankreich. Erst im Februar wurde daher O’Neills Vertrag um weitere vier Jahre bis 2024 verlängert. 

Stars fehlen bei Nordirland auch im aktuellen Kader. Im Tor hat Trainer O’Neill die Wahl zwischen Erfahrung und jugendlicher Leichtmütigkeit: Stammtorhüter Michael McGovern (29 Länderspiele) von Norwich City wurde zuletzt  auf die Bank verbannt. Dafür kam der erst 20-Jährige Trevor Carson, aktuell beim FC Motherwell in Englands Premiership tätig, zum Einsatz.

In der Abwehr bilden üblicherweise Jonny Evans, Graig Cathcart (FC Watford), Paddy McNair (FC Middlesbrough) und Jamal Lewis (Norwich City) die Viererkette. Im Mittelfeld ziehen Steven Davis (FC Southampton, Torschütze gegen Isreal), George Saville (FC Middlesbrough) und Corry Evans (Blackburn Rovers) die Fäden.  Im Angriff stehen O’Neill beispielsweise Will Grigg vom Wigan Athletic, Jordan Jones (Kilmarnock FC) oder auch Stuart Dallas von Leeds United (ebenfalls Torschütze gegen Herzogs Isreal) zur Verfügung. Einen richtigen Goalgetter sucht man bei Nordirland vergebens: Kyle Lafferty (Glasgow Rangers) ist mit 20 Toren in 68 Länderspielen der aktuell beste Torschütze im Kader.

Erfolgschancen der ÖFB-Elf

Nordirland verlor das erste Gruppenmatch gegen Bosnien-Herzegowina zu Hause mit 1:2 und konnte dabei das Tor erst in der Nachspielzeit erzielen. Auch gegen die ÖFB-Elf war bei der 0:1-Niederlage zuletzt (nach Arnautovic-Treffer) nichts zu holen. Verletzungssorgen plagen Trainer O’Neill derzeit bis auf den Ausfall von Sturmtank Lafferty aber keine. Die Nordiren absolvierten Donnerstag Abend in Dublin ein Testspiel gegen Nachbar Irland und trennten sich 0:0-Unentschieden. Beim ÖFB-Team fehlen wie schon gegen Bosnien-Herzegowina Marcel Sabitzer, Florian Grillitsch und Guido Burgstaller.

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