Das letzte Länderspiel für die Foda-Elf führte die ÖFB-Auswahl nach Lettland, zum Stockletzten der Qualifikationsgruppe, der mit einer Tordifferenz von 2:28 und sage und schreibe null Zählern bislang keinerlei Gefahr ausstrahlte. 

Erhoffte sich der gemeine Fan wohl ob der oben geschilderten Voraussetzungen eine offensive Ausrichtung zum Abschied der Qualifikation, entschied sich Franco Foda für eine – wenig überraschend – defensive Aufstellungsvariante. Eine Doppelsechs sollte offensichtlich vor bislang unerkannter lettischer Gefahr absichern – immerhin datiert der letzte Pflichtspielsieg von Lettland aus dem Jahr 2017 gegen Andorra. 

Wenig überraschend wurde absolute Schonkost geboten, das Gezeigte gipfelte schlussendlich in einer nicht unverdienten 0:1-Niederlage aus heimischer Sicht und muss, auch wenn es um die goldene Ananas ging, schlussendlich als Blamage bewertet werden.


Zwei Debütanten in der Startelf

Ob der zahlreichen abgereisten Spieler setzte Franco Foda wenig überraschend auf eine völlig neu zusammengewürfelte Startelf in seinem beliebten 4-2-3-1-System. Neben vielen Kickern, die bislang wenige Einsätze zu verbuchen hatten, gab es zwei Debütanten in der Startelf zu bewundern – Pavao Pervan und Thomas Goiginger liefen erstmals für die heimische Eliteauswahl auf.

Typisch Foda wurde auch gegen die bislang biederen Letten auf eine Doppelsechs nicht verzichtet, Stefan Ilsanker und Julian Baumgartlinger bekleideten die Position. Bei allem Respekt vor den beiden Herren, aber ihre Kernkompetenz liegt sicher nicht im kreativen Spielaufbau, den es gegen die Letten bitter benötigt hätte. In der Viererkette lief Christopher Trimmel rechts auf, Aleksandar Dragovic und Stefan Posch standen in der Innenverteidigung ihren Mann, links begann Maximilian Wöber.

Die drei offensiveren Mittelfeldplätze bestückte Foda mit Florian Grillitsch als Achter bzw. Zehner, links versuchte sich Louis Schaub, rechts Thomas Goiginger. Als Solospitze hätte Michael Gregoritsch die gegnerische Verteidigung beackern sollen.

Ernüchternde erste Halbzeit ohne jegliche Kreativität

Wie bei der Aufstellung zu erwarten war, wurde dem Zuseher in den ersten 25 Minuten absolute Schonkost serviert, die Letten durften brav mitspielen und auch ab und an aufs Tor zielen, die heimische Auswahl versprühte keinerlei Kreativität und wussten lediglich einmal einigermaßen gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen.

Nachdem die rot-weiß-rote Auswahl auch weiterhin keinerlei offensive Ambitionen zeigte, klopften die Letten erstmals richtig an und scheiterten mit einem Kopfball lediglich an der Latte – Oss war es auf Seiten der Gastgeber. Fodas Elf kam bis zur Pause nur mehr einmal gefährlich vor den gegnerischen Kasten, Gregoritsch ließ diese Chance jedoch aus. Pünktlich fiel der Schlusspfiff, Gott sei Dank war man als Zuseher beinahe geneigt zu sagen – zu erschreckend war der Auftritt der österreichischen Auswahl.

Mini-Umstellung zur Pause unter dem Motto „nur kein Risiko“

Zur Pause stellte Foda minimal um, brachte Karim Onisiwo als Linksaußen für Julian Baumgartlinger, dafür zog er Grillitsch (mit einem guten Willen auf die Achterposition) auf die Baumgartlinger-Position zurück und Schaub rückte auf die vorherige Grillitsch-Position. Am Spielgeschehen änderte sich wenig, immerhin kam Österreich in Form von Gregoritsch nach acht Minuten zu einer gar nicht so schlechten Tormöglichkeit. Nachdem sich auf österreichischer Seite anschließend wirklich absolut gar nichts tat, entschieden sich die Gastgeber in Minute 65 in Führung zu gehen. Oss, der schon in der ersten Hälfte an die Latte geköpfelt hatte, schoss nach einem Corner unhaltbar ein, wenig später verpassten die Letten das 2:0.

Ob des Zwischenstandes war Foda tatsächlich schon in der 69. Minute gezwungen, einen zweiten Wechsel vorzunehmen. Lukas Hinterseer feierte nach langer Zeit sein Comeback im Team, er ersetzte den farblosen Goiginger – von Hinterseer sah man anschließend sogar noch weniger. Wenig später kam Reinhold Ranftl zu seinem Teamdebüt, Stefan Ilsanker wich ihm. Zuvor parierte Pervan bravourös, beinahe wäre der zweite Treffer der Partie gefallen. Acht Minuten vor dem Ende fand Österreich dann etwas überraschend die Ausgleichschance vor, doch Gregoritsch scheiterte am Gebälk. 

Nachdem auch die Mini-Schlussoffensive kein Erfolgserlebnis brachte, bejubelte Lettland nach 17 Spielen erstmals wieder einen Sieg. Österreich wusste über 90 Minuten in keiner Sekunde auch nur annähernd zu überzeugen, warum man gegen bislang farblose Letten eine solch destruktive Aufstellung wählte und uninspirierte Leistung bot, das wird wohl ein Geheimnis des Trainerteams und der Auswahl bleiben. Vielleicht liefert es aber auch nur einen kleinen Beitrag dazu, warum der Funken auf die Fans bislang nicht wirklich überspringen konnte.

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