Am heutigen Sonntag wurde in Dublin die Gruppenauslosung für die Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 durchgeführt, die im kommenden Jahr ausgespielt wird. Das österreichische Nationalteam, das aus dem zweiten Lostopf gezogen wurde, wird dabei in Gruppe G auf Polen, Israel, Slowenien, Mazedonien und Lettland stoßen.

Grund genug, dass wir uns uns für euch die Gegner etwas genauer angesehen haben.

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Polen

Aus dem ersten Lostopf wurde das polnische Nationalteam der heimischen Auswahl zugelost, somit wurde Herbert Prohaskas Wunsch, den er zuvor im ORF verkündete, erfüllt. Die Polen, die bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland sang- und klanglos bereits in der Vorrunde scheiterten, sind seit 2008 bei jeder Europameisterschaft vertreten gewesen. 2008 verließ man Österreich und die Schweiz als Gruppenletzter in der Vorrunde, auch 2012 – damals als Austragungsland – war in der Gruppenphase Endstation. 2016 zog die Equipe bis ins Viertelfinale ein, musste dort jedoch gegen die Portugiesen im Elfmeterschießen die Segel streichen.

Im Polens Kader tummeln sich zahlreiche bekannte und hochbegabte Kicker. So hat Teamchef Jerzy Brzeczek – vormals Innsbruck- und Sturm-Kicker – mit Wojciech Szczesny (AS Rom) und Lukasz Fabianski (West Ham United) zwei Premier League erprobte Goalies zur Verfügung. In der Verteidigung sticht Rechtsverteidiger Bartosz Bereszynski heraus, der seit 2017 bei Sampdoria Genua in der Serie A unter Vertrag steht. Auch im Mittelfeld finden Fußballinteressierte bekannte Namen – Grzegorz Krychowiak (Lok Moskau) und Pitor Zielsinki (SSC Neapel) seien hier stellvertretend genannt. Der Tupfen auf dem I ist jedoch im Angriff beheimatet. Mit Robert Lewandowski (Bayern München), Arkadiusz Milik (SSC Neapel) und Krzysztof Piatek (FC Genua) treffen die österreichischen Verteidiger auf Stürmer von internationaler Klasse.

Die Bilanz gegen der österreichischen Nationalmannschaft gegen die Bialo-Czweroni – zu Deutsch „die Weiß-Roten“ – ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt leicht negativ. Drei Siegen stehen ein Untentschieden und vier Niederlagen entgegen, wobei sämtliche heimische Erfolge lediglich in Freundschaftsspielen erzielt werden konnten. Unter Hans Krankl verlor das Nationalteam die Bewerbspiele zur WM 2006 mit 2:3 und 1:3, bei der Heim-Europameisterschaft reichte es für Österreich immerhin zu einem 1:1.

Israel

Was für ein herrlicher Zufall – Österreichs Gegner aus dem dritten Lostopf ist niemand geringerer als Israel, das seit wenigen Monaten von Andreas Herzog trainiert wird und bei dem Willi Ruttensteiner seit Juli technischer Direktor ist. Die isrealische Auswahl konnte sich bislang noch für keine Europameisterschaft qualifizieren, viermal jedoch gelang die Teilnahme an den Asienmeisterschaften, 1970 sogar an einer Weltmeisterschaft. Seit der Übernahme von Ruttensteiner und Herzog läuft es für die Israelis sportlich wieder etwas besser – in der Nations League C schaffte das Team immerhin in seiner Gruppe den zweiten Rang, Herzog erreichte in sechs bislang absolvierten Länderspielen drei Siege und drei Niederlagen.

Der Großteil der einberufenen Spieler verdient in der heimischen Liga ihr Geld, zu den bekannteren Namen gehören Legionäre. Einer davon ist Linksverteidiger Taleb Tawathe, den Adi Hütter bei Eintracht Frankfurt unter seinen Fittichen hat. Im Mittelfeld sind Bibras Natcho von Olympiakos Piräus und Beram Kayal von Brighton & Hove Albion die klingensten Namen, zudem kennen deutschlandaffine Fußballfans wohl Almog Cohen, der aktuell mit dem FC Ingolstadt gegen den Abstieg aus der 2. Bundesliga kämpft. Der wohl bekannteste Kicker im Sturm ist Salzburgs Munas Dabbur, der mit Tomer Hemed (Queens Park Rangers) und Ben Sahar (vormals unter anderem Hertha BSC) durchaus gefährliche Mitspieler hat.

Österreich traf bislang neun Mal auf die israelische Auswahl, die Bilanz ist eindeutig positiv. Vier Siege, vier Unentschieden und nur eine Niederlage sprechen eine deutliche Sprache. Zuletzt stießen die Teams im Zuge der WM-Qualifikation 2000/2001 aufeinander, bei der in Israel ein gewisser Andreas Herzog in allerletzter Minute aus einem Freistoß den 1:1-Ausgleich erzielte und Hans Huber mit Steinen und Orangen beworfen wurde.

Slowenien

Gruppengegner aus Lostopf Nummer vier sind die Slowenen, erst im vergangen Frühjahr amikaler Gegner der Foda-Truppe in Klagenfurt. Die Elf von Trainer Matjaz Kek konnte sich bislang einmal für eine Europameisterschaft (2000) qualifizieren, 2002 und 2010 gelang sogar die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. In der vergangenen Nations League jedoch musste das Team als Gruppenletzter den Abstieg in die Nations League D hinnehmen, gegen Norwegen, Bulgarien und Zypern reichte es lediglich zu drei Unentschieden.

Star des Teams wäre eigentlich ein gewisser Jan Oblak, der bei Atletico Madrid unangefochteten Nummer Eins-Status genießt. Doch der Goalie entschied sich, seine Teamkarriere vorübergehend auf Eis zu legen. Sein Vertreter ist Vid Belec, der bei Sampdoria Genau auf der Ersatzbank sitzt. Auch sonst vermisst der Fan wirklich große Namen – in der Verteidigung sticht am ehesten noch Miha Mevlja hervor, der bei Zenit St. Petersburg unter Vertrag steht. Im Mittelfeld hat das Team mit Josip Ilicic von Atalanta Bergamo eine gefährliche Waffe, die von Miha Zajc (FC Empoli) unterstützt wird. Im Angriff steht mit Robert Beric (AS Saint-Étienne) ein Kenner des österreichischen Fußballs im Kader, mit Benjamin Verbic und Luka Zahovic (Sohn des ehemaligen Nationalspieler Zlatko Zahovic) steht zudem guter Ersatz zur Verfügung.

Zweimal kam es bis dato zum Duell zwischen Österreich und Slowenien, jedes Team konnte dabei einmal als Sieger vom Platz gehen. Die Österreicher schafften dies im im März 2018 (3:0), Slowenien gewann im Jahr 1997 in Linz mit 2:0.

Mazedonien

Aus dem fünften Lostopf bekommt es Franco Fodas Equipe mit Mazedonien zu tun, definitiv einer der stärksten Mannschaften dieses Topf. Die Elf von Igor Angelovski konnte sich bislang noch für keine einzige Endrunde qualifizieren, jedoch erreichte man in der vergangenen Nations League D mit großem Abstand den ersten Tabellenplatz und distanzierte dabei Armenien, Gibraltar und Liechtenstein. In jüngster Vergangenheit schaffte das Team zudem die ein oder andere Überraschung, so holte man beispielsweise in Italien im Jahr 2017 im Zuge der WM-Qualifikation ein 1:1 und besiegte Norwegen zu Hause mit 2:0.

Star der Elf ist Linksaußen Enis Bardhi, der bei UD Levante unter Vertrag steht. Im Mittelfeld muss man auf Ezgjan Alioski (Leeds United), Arijan Ademi (Dynamo Zagreb) und Jungspund Eljif Elmas (Fenerbahce Istanbul) ein Auge haben, mit Ilija Nestorovski von US Palermo verfügt das Nationalteam zudem über einen treffsicheren Stürmer. Und sollten alle Stricke reißen, dann hat Trainer Angelovski mit Altstar Goran Pandev (FC Genua 1893) noch immer einen Joker in der Hinterhand.

Mazdenonien ist da einzige Team dieser Qualifikationsgruppe, gegen das Österreich noch kein Spiel bestreiten durfte.

Lettland

Aus dem letzten Lostopf wurde die lettische Auswahl in die Gruppe G gelost. Mit Mixu Paatelainen steht in Lettland ein Finne an der Seitenlinie. 2004 nahm Lettland bislang zum ersten und einzigen Mal an einer Europameisterschaft teil, in einer Gruppe mit Tschechien, den Niederlanden und Deutschland reichte es zwar lediglich zum letzten Platz, doch trotze man den Deutschen immerhin ein torloses Remis ab. In der vor Kurzem beendeten Nations League platzierten sich die Letten in Gruppe 1 der Nations League D auf dem dritten Endrang, lediglich vier Unentschieden konnten gegen Georgien, Kasachstan und Andorra eingefahren werden.

Stars suchte man in der Truppe von Paatelainen vergeblich, zwar stehen zahlreiche Legionäre im Kader, doch zumeist spielen jene nur in sportlich wenig relevanten Ligen. Mit Stürmer Davis Ikaunieks vom FK Jablonec kann durchaus etwas Torgefahr ausgestrahlt werden, heimischen Fußballfans wird vielleicht noch ein gewisser Vitalijs Maksimenko (NK Olimpija) ein Begriff sein, der Linksverteidiger stand von 2015 bis 2017 in Mattersburg unter Vertrag. Zudem muss auf Roberts Uldrikis geachtet werden, der 19-jährige Stürmer des FC Sion erzielte bislang in acht Einsätzen in der Schweiz immerhin zwei Treffer.

Sieben Mal kam es bislang zum direkten Kräftemessen zwischen der heimischen Auswahl und dem Pendant aus Lettland: Fünf Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage, so lautet die bisherige Bilanz aus österreichischer Sicht. 2011 fand das letzte Duell statt, in aller Freundschaft setzte sich hierbei das Team von Dietmar Constantini nach 0:1-Rückstand durch eine starke Schlussviertelstunde mit 3:1 in Graz durch. Christopher Dibon (75. Minute) und ein Doppelpack von Martin Harnik (81. und 90.) wehrten eine Blamage damals noch ab.

Fazit

Ein zweiter Platz in der Gruppe ist für Österreich und Teamchef Franco Foda in Reichweite. Mit Polen hat man aus dem ersten Lostopf wohl den machbarsten Gegner gezogen, jedoch ist auch dieser gespickt mit Topstars. Die Spiele gegen Israel werden wohl Spiele auf Augenhöhe werden, die Vorteile dürften hier jedoch auf der österreichischen Seite liegen. Gegen Slowenien geht man wohl in beiden Spielen als Favorit ins Rennen. Mit Mazedonien und Lettland hat man aus den jeweiligen Lostöpfen wohl mitunter die schwierigsten Gegner gezogen, jedoch dürften diese beiden Teams – bei allem Respekt ihnen gegenüber – keine Hindernisse darstellen. Spannend werden hier wohl die beiden Auswärtsspiele werden.

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