Keine Woche ist es her, da hat sich die berühmte Gazzeto dello Sport noch über die Leistungen der Österreicher bei der Europameisterschaft amüsiert. Als ideen- und kreativlos wurde die Foda-Elf damals noch bezeichnet und galt für das Qualitätsmedium als eine der drei schlechtesten Mannschaften im Turnier. Nach dem Achtelfinal-Fight hat sich die Stimmung gedreht.


Die Gazetto dello Sport überbietet sich in Lobeshymnen für Foda und as ÖFB-Team:

“Beim 2:1 gegen Österreich sind die Wechsel entscheidend. Es ist ein unendliches Italien. Es ist sehr hart im Wembley. 45 gute Minuten, dann leiden wir. Österreich bringt Italien wie keine andere Mannschaft bisher in Schwierigkeiten. Das ÖFB-Team hat einen Top-Player auf der Trainerbank: Franco Foda verfügt zwar über kein Phänomen im Kader und hat in den Gruppenspielen nicht geglänzt, hat seine Mannschaft jedoch fast zum Viertelfinale gezerrt und zwar dank einer soliden und kompakten Gruppe, deren taktische Mobilität insgesamt wesentlich höher als die Technik der einzelnen Spieler ist.”

Corriere dello Sport verbeugt sich vor den Österreichern:

“Weckt uns nicht auf! Das italienische Märchen geht weiter und mit geschlossenen Augen träumt man besser. Eine Schlacht in Wembley, Italiens Stolz: Ein überraschendes Österreich besiegt. Wir haben gerade den Wolf getroffen, haben die Angst kennengelernt, viele Fehler gemacht und an einem gewissen Punkt Glück gehabt, dass wir noch am Leben sind. Foda, ein Meister der taktischen Mutationen, bestätigt seinen Ruf. Unter seiner Führung besetzt Österreich das Spielfeld und wirft ein Netz um die Azzurri.”

Corriere della Sera streut Österreich Rosen:

“Qual und Freude: Italien rafft sich im letzten Moment auf und schafft die Auferstehung in der Verlängerung, als die Österreicher schon bereit waren, uns zu versenken. Ein hartes Match: Österreich erweist sich als zähes Team. Gegen Mannschaften wie Österreich, die jeden Spielraum wie einen Bunker schließen, haben wir Probleme. Das ÖFB-Team glänzt mit Spielern wie Sabitzer, der Technik und Taktik hat. Nicht umsonst wird er von großen europäischen Clubs umworben.”

Wie Italiens Medien müssen auch die heimischen Medien eingestehen, dass sie dem Deutschen an der Seitenlinie oft unrecht taten. Die taktischen Mängel, die sich über die letzten Jahre in rot-weiß-rot erstreckten, wurden just zum wichtigsten Zeitpunkt ausgemerzt. Franco Foda, der auch in der Fanszene nicht die größten Sympathien genoss, hat bewiesen, dass er mutigen und offensiven Fußball spielen lassen kann – damit ist er einer der größten Gewinner dieser EM-Endrunde und hauptverantworlich für eine sehr zufriedenstellende Europameisterschaft in rot-weiß-rot.