Seit einiger Zeit herrscht Gewissheit, dass die für den Sommer angesetzte UEFA EURO 2020 um ein Jahr nach hinten verschoben wird. Neben zahlreichen Fragezeichen für Organisatoren, Verbände und Fans stellt sich natürlich auch die Frage, für welche Spieler die Verschiebung ein Vorteil oder ein Nachteil sein könnte. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf potentielle Gewinner der Verschiebung.


Vor allem für aktuell verletzte Spieler oder solche, die gerade erst von einer Verletzung zurück kommen, bietet die Verschiebung eine große Chance. Diese Kandidaten können sich nun ordentlich auf die Rückkehr vorbereiten und müssen bei der Reha keine Wunderdinge versuchen. Auch Spielern, die in den letzten paar Monaten aufzeigen konnten und sich gerade erst ins Rampenlicht gespielt haben, bietet die Verschiebung die Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum zu beweisen. Teamchef Franco Foda ist nicht gerade für wilde Experimente bekannt, ob es in den geplanten vier Testspielen vor der EM viel neue Gesichter im Team gegeben hätte, ist unwahrscheinlich. Nun gibt es aber ein ganzes Jahr mehr Zeit, was auch für Spieler mit wenig oder noch gar keinen Länderspielen eine Chance bietet. Im ersten Teil der Artikelserie haben wir euch schon fünf Spieler vorgestellt, die von der Verschiebung profitieren könnten. Doch es gibt noch einige weitere Kandidaten.

Sasa Kalajdzic: Der großgewachsene Stürmer konnte sich mit guten Leistungen bei der Admira für einen Wechsel ins Ausland empfehlen. In der Sommerpause nahm ihn der VfB Stuttgart unter Vertrag. In der Vorbereitung zog sich Kalajdzic aber eine schwere Knieverletzung zu, was eine Zwangspause von acht Monaten nach sich zog. Inzwischen ist der Junioren-Nationalspieler wieder schmerzfrei und hat mit dem Einzeltraining begonnen. Dass Stuttgart ein gutes Pflaster für junge Spieler ist, hat der Verein schon mehrfach bewiesen. Die Voraussetzungen, um sich ins Notizbuch von Franco Foda zu spielen sind für den Stürmer sicher nicht schlecht.

Hannes Wolf: Der gebürtige Grazer wurde bereits 2017 von Marcel Koller in den Kader des Nationalteams einberufen, auf sein Debüt muss er allerdings noch warten. Nach dem Gewinn der Youth League konnte er sich auch in der A-Mannschaft von Salzburg durchsetzen. Nach der Saison 2019/20 ging die Reise weiter nach Leipzig, allerdings verletzte sich Wolf nach dem Wechsel im Rahmen der U21-Europameisterschaft schwer am Sprunggelenk. Inzwischen konnte er ein paar Einsatzminuten sammeln, zum großen Durchbruch in der deutschen Bundesliga reichte es aber noch nicht. Zudem gab es auch einige Unstimmigkeiten mit Trainer Nagelsmann. Nun kann Hannes Wolf aber eine komplette Vorbereitung mit dem Verein absolvieren und Potential für einen Platz im Nationalteam ist definitiv vorhanden.

Marco Friedl: Der Außenverteidiger hat sich inzwischen einen Stammplatz bei Werder Bremen erspielt und wurde dafür im Herbst mit einer Einberufung ins Nationalteam belohnt. Mit weiter konstanten Leistungen ist ein sicherer Kaderplatz realistisch. Die Konkurrenz auf der Position des Außenverteidigers ist im Nationalteam überschaubar und einige Spieler wie Andreas Ulmer oder Christopher Trimmel haben die 30 schon deutlich überschritten. So ist der Traum vom Stammplatz bei der Endrunde für Friedl noch lange nicht ausgeträumt.

Heinz Lindner: Seit dem Abstieg mit den Grasshoppers läuft es für den ehemaligen Stammtorhüter des Nationalteams nicht mehr rund. Nach einigen Monaten ohne Verein wechselte Lindner zu Wehen-Wiesbaden, wo er aktuell gegen den Abstieg kämpft. Von den Torhütern, die sich aktuell Hoffnungen auf eine Einberufung machen können, hat er mit Abstand die meisten Länderspiele in den Beinen. Diese Erfahrung könnte zum Trumpf werden, ein routinierter Keeper im Team ist wichtig, auch wenn er vielleicht nicht spielt und nur als Ersatz dabei ist. Vor allem war Lindner schon bei der EURO 2016 dabei und kann so seinen Kollegen wertvolle Tipps geben.

Alessandro Schöpf: Der Schalke-Legionär blickt auf ein wahres Seuchenjahr zurück, wegen verschiedenen Verletzungen kam er kaum zum spielen. Im Nationalteam schien er im Jahr 2019 kein einziges Mal im Kader auf, sein letztes Länderspiel absolvierte er im November 2018 gegen Bosnien-Herzegowina. Nun ist der Mittelfeldspieler aber wieder fit und kommt in der Bundesliga regelmäßig zum Einsatz. Somit lebt für Österreichs einzigen Torschützen bei der EURO 2016 weiter die Chance, auch an der Endrunde nächstes Jahr teilnehmen zu können.

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