Seit einiger Zeit herrscht Gewissheit, dass die für den Sommer angesetzte UEFA EURO 2020 um ein Jahr nach hinten verschoben wird. Neben zahlreichen Fragezeichen für Organisatoren, Verbände und Fans stellt sich natürlich auch die Frage, für welche Spieler die Verschiebung ein Vorteil oder ein Nachteil sein könnte. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf potentielle Gewinner der Verschiebung.


Vor allem für aktuell verletzte Spieler oder solche, die gerade erst von einer Verletzung zurück kommen, bietet die Verschiebung eine große Chance. Diese Kandidaten können sich nun ordentlich auf die Rückkehr vorbereiten und müssen bei der Reha keine Wunderdinge versuchen. Auch Spielern, die in den letzten paar Monaten aufzeigen konnten und sich gerade erst ins Rampenlicht gespielt haben, bietet die Verschiebung die Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum zu beweisen. Teamchef Franco Foda ist nicht gerade für wilde Experimente bekannt, ob es in den geplanten vier Testspielen vor der EM viel neue Gesichter im Team gegeben hätte, ist unwahrscheinlich. Nun gibt es aber ein ganzes Jahr mehr Zeit, was auch für Spieler mit wenig oder noch gar keinen Länderspielen eine Chance bietet. Wir werfen einen Blick auf die fünf Spieler, die unserer Meinung nach größten „Profiteure“ der Verschiebung sein könnten. 

Thomas Goiginger: Der Offensivspieler ist einer der Bausteine, der den LASK vom Meistertitel träumen lässt, auch in der Europa League hinterließ der gebürtige Salzburger einen bleibenden Eindruck. Im Jahr 2019 wurde er bereits von Franco Foda in den Kader einberufen und kam auch zu seinem Debüt im Nationalteam. Anfang März zog er sich jedoch einen Kreuzbandriss zu und wäre somit für eine Europameisterschaft im Sommer definitiv kein Thema gewesen. Durch die Verschiebung ändert sich seine Situation jedoch grundlegend. Sollte seine Verletzung normal ausheilen hat er die komplette Saison 2020/21 Zeit, sich wieder für eine Einberufung zu empfehlen.

Kevin Stöger: Die Geschichte von Kevin Stöger ließt sich ähnlich wie die von Thomas Goiginger, nur etwas zeitversetzt. Der Spieler von Fortuna Düsseldorf schaffte es auch schon in den Kader des Nationalteams, auf sein Debüt muss er allerdings noch warten. Stöger verletzte sich im Mai 2019 am Kreuzband und konnte im Februar sein Comeback in der deutschen Bundesliga feiern. Auch für ihn wäre die Europameisterschaft wohl etwas zu früh gekommen, nun hat er genug Zeit um sich zurück ins Nationalteam zu spielen.

Adrian Grbic: Der ehemalige Altacher sorgt in der zweiten französischen Liga für Tore am Fließband, 17 Treffer in 26 Partien sprechen eine eindeutige Sprache. Grbic ist einer der Garanten, dass sein Team Clermont Foot um den Aufstieg in die Ligue 1 kämpft. Bisher wurde der Stürmer noch nicht für den Teamkader nominiert, aber Teamchef Franco Foda beobachtet ihn und hat sich bereits telefonisch bei ihm gemeldet. Ob es in den geplanten vier Testspielen vor der EM zur Einberufung gekommen wäre ist fraglich, doch durch die Verschiebung änderst sich die Situation grundlegend. Zu lange Zeit lassen darf sich der Teamchef auf keinen Fall, denn auch der kroatische Verband hat ein Auge auf Grbic geworfen.

Marko Raguz: Der Stürmer des LASK ist einer der Senkrechtstarter der aktuellen Saison. Erst im Sommer von den Juniors OÖ zum Vizemeister gewechselt konnte er in Bundesliga, Cup und Europa League mit Toren anschreiben. Mit torgefährlichen Stürmern ist das Nationalteam aktuell nicht übermäßig gesegnet, wenn Raguz seine Form über einen längeren Zeitraum bestätigen kann, wird der Teamchef irgendwann nicht mehr an ihm vorbei kommen. Vielleicht bietet sich im Sommer auch die Möglichkeit zu einem Wechsel ins Ausland, was der Entwicklung des Spielers nochmals einen Schub geben könnte.

Christoph Baumgartner: Der Mittelfeldspieler konnte sich in der aktuellen Saison in Hoffenheim durchsetzen und kam in 17 von 25 Runden zum Einsatz. Dabei konnte er auch schon vier Treffer erzielen. Da er 2017 direkt von der Akademie in St. Pölten zu Hoffenheim wechselte war er vielen Fans lange kein Begriff, was sich auf Grund seiner aktuellen Leistungen aber bereits geändert haben dürfte. Kann er diese Leistungen weiter abrufen, wird wie bei seinen Teamkollegen Florian Grillitsch und Stefan Posch eine Einberufung ins Nationalteam nur mehr eine Frage der Zeit sein.

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