Am kommenden Dienstag (20:45) ist es soweit. Nach der Ära Marcel Koller beginnt beim österreichischen Nationalteam ein neues Kapitel. Beim Testspiel Österreich gegen Uruguay, das im Wiener Ernst-Happel-Stadion stattfindet, sitzt erstmals der neue Teamchef Franco Foda auf der Bank. Das letzte Aufeinandertreffen zwischen den beiden Teams gab es im Frühjahr 2014, das Spiel endete damals in Klagenfurt 1:1. Im Rahmen des Testspiels gegen Uruguay ist eine ausführliche Würdigung Ernst Happels geplant. Anlass ist der 25. Todestag von Ernst Happel, der auf den Dienstag fällt.

Alle sind gespannt, was sich unter dem neuen Teamchef Franco Foda ändern wird. Fodas erster Kader gleicht beinahe jenem Kader, den Marcel Koller zuletzt einberufen hatte. Bemerkenswerterster Unterschied ist jener, dass Foda den unter Koller unberücksichtigten Salzburg-Außenverteidiger Andreas Ulmer zurück ins Team holte. Dazu nominierte er drei seiner Noch-Schützlinge bei Sturm Graz. Nämlich den Mittelfeldspieler Stefan Hierländer, der unter Foda bei Sturm meist zur Start-Elf gehörte, Tormann Jörg Siebenhandl sowie Stürmer Deni Alar. Ob und auf welcher Position die drei Sturm-Akteure am Dienstag zum Einsatz kommen, wird man sehen. (ÖFB-Kader gegen Uruguay: Franco Foda nominiert seinen ersten Teamkader für das Match gegen Uruguay)

Die Tatsache, dass man gegen die für die WM 2018 fix qualifizierte “Celeste” antritt, scheint die Aufgabe für Foda und das ÖFB-Team nicht gerade leicht zu machen. Zudem haben Rücktritte (zuletzt Martin Harnik und Zlatko Junuzovic), Verletzungspech sowie andere Unruhen innerhalb vom ÖFB die ohnehin schon etwas prekäre Situation wohl kaum verbessert. Und wenn man sich den mehr als schleppenden Karten-Vorverkauf für das Uruguay-Spiel ansieht – das Ernst-Happel-Stadion wird bei weitem nicht ausverkauft sein – merkt man, dass auch der österreichische Fan dringend eine neue Motivation braucht. Doch Fakt ist, dass die Mannschaft es durch ein gutes und begeisterndes Spiel schaffen könnte, eine neue Euphorie rund um das österreichische Nationalteam zu entfachen.

Es wird sicherlich auch darauf ankommen, wie das Nationalteam die neuen Gegebenheiten annimmt. Die Einberufung von Ulmer, der seit Jahren Top-Leistungen auf nationalem und vor allem auch auf internationalem Niveau zeigt, wie Sportdirektor Peter Schöttel meinte, kann sich jedoch ebenfalls positiv auswirken und könnte in der Vorbereitung in Spanien das ÖFB-Team mittels positiver Konkurrenz beleben. Möglicherweise liegt die größte Chance gegen Uruguay gerade in den vielen Umstellungen, die das Team derzeit zwingt, noch härter und intensiver an sich zu arbeiten.

Aber auch die Erwartungshaltung hat sich natürlich verändert. Obwohl sich die ÖFB-Elf vom Seuchenjahr 2016 durchaus erholt hat, konnte das Team in der WM-Qualifikation dennoch in keinem Spiel restlos überzeugen. Und auch dieser Umstand könnte für die Spieler und ihren neuen Trainer von Nutzen sein. Trotzdem haben nicht nur die Debütanten die Chance sich hervorzutun, indem sie eine gute Leistung abliefern, sondern auch das Team insgesamt, das mit einem Sieg eben wieder einen positiveren Spirit entfachen könnte. Dazu sollten die Spieler auch in der Lage sein, diverse negative Nebengeräusche auszuschalten.

Die Verletzten: Dem österreichischen Nationalteam fehlen verletzungsbedingt sechs Spieler. Stefan IlsankerDavid Alaba, Martin Hinteregger, Sebastian Prödl, Robert Almer und Florian Klein sind nicht einsatzbereit.

Rückkehrer und Neulinge: Louis Schaub, Pavao Pervan, Jörg Siebenhandl, Moritz Bauer, Dominik Wydra, Valentino Lazaro, Florian Grillitsch, Philipp Schobesberger, Guido Burgstaller und Michael Gregoritsch sind gegen Uruguay mit dabei.

Nicht berücksichtigt: Marc Janko (34/Sparta Prag), Rubin Okotie (30/Beijing Enterprises/China), Lukas Hinterseer (26/Bochum) und Jakob Jantscher (28/Rizespor) haben vor allem eines gemeinsam. Sie waren bei der EM im rot-weiß-roten Kader, sind noch aktiv und wurden von Foda nicht berücksichtigt.

Jörg Siebenhandl bildet mit Heinz Lindner und LASK-Kapitän Pavao Pervan, der beim LASK eine sehr starke Saison spielt, das Torhütertrio. Allrounder Stefan Hierländer und Stürmer Deni Alar dürfen auf ihre Teamdebüts hoffen. Stürmer Marc Janko steht nicht im Kader des Nationalteams. Sportdirektor Peter Schöttel begründet die Nicht-Nominierung von Marc Janko wie folgt: “Es hat ein Telefonat zwischen Franco Foda und Marc Janko gegeben. Er ist nach wie vor Teil des Nationalteams. Marcs Qualitäten sind hinlänglich bekannt, wir nutzen die Chance, in Spanien neue Spieler näher anzusehen und zu testen.” Möglicherweise darf Stürmer Deni Alar in Foda’s Lieblingsformation 4-2-3-1 an vorderster Front sogar von Beginn an stürmen. Aber auch in anderen Systemen ist mit dem schnellen, dynamischen Angreifer von Beginn an zu rechnen.

Aus dem Kader lässt sich wenig über die zukünftige Formation herauslesen. Es stehen geeignete Spieler sowohl für eine Viererkette als auch für eine Dreierkette zur Verfügung. Bei Sturm Graz wechselte Foda zwischen diesen beiden Abwehrvarianten. Außerdem bleibt Foda genau so wie Koller auch das Alaba-Dilemma nicht erspart. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Franco Foda, sobald der Bayern-Spieler David Alaba wieder fit ist – zurzeit ist er verletzt – auf seiner Lieblingsposition, der “Sechs” spielen lassen und Ulmer den linken Außenverteidiger bekleiden lassen, vorausgesetzt der Trainer setzt auf ein 4-2-3-1-System.

Hinsichtlich der taktischen Ausrichtung unter Foda sind folgende Dinge zu erwarten. Beginnend mit dem Pressing – unter Koller presste das ÖFB-Team tief in der gegnerischen Hälfte, mit der Absicht den Gegner zu Fehlern zu zwingen, um nach einer möglichen Balleroberung kurze Wege zum Tor zu haben. Unter Foda wird zurückhaltenderes Pressing zu erwarten sein. Rückzug hinter den Ball in die Ordnung ist für ihn eine enorm wichtige Option. Zum Thema Umschaltspiel oder besser gesagt, zu Foda’s Lieblingswort, dem Umschaltspiel, auf das er großen Wert legt, ist folgendes wichtig zu erwähnen: Für Franco Foda ist es extrem wichtig, dass nach Balleroberung sofort vertikal nach vorne gespielt wird. Der Nachteil dieses schnellen Umschaltens ist die Passgenauigkeit, denn die leidet natürlich unter dem hohen Tempo. Aber: Wenn das Anspiel in die Tiefe funktioniert, sind meist einige gegnerische Verteidiger aus dem Spiel. Teams mit schlecht organisierter Restverteidigung laufen dann hinterher.

Trotz der zahlreichen spannenden Entscheidungen des neuen ÖFB-Teamchefs, die am Dienstag beim Testspiel gegen Uruguay zu erwarten sind, werden viele behaupten, dass es ist ja nur ein Testspiel sei. Doch auch wenn es “nur” ein Testspiel ist, kann man sich im ersten Spiel unter Franco Foda Selbstvertrauen holen und eine positive, optimistische Grundstimmung begünstigen, die noch von hoher Bedeutung sein wird. Ob der Foda-Elf dies gelingt, wird man sehen. Wünschenswert wäre es natürlich.

 

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