Die Vorzeichen vor der Partie der Niederläder in Schottland hätten besser sein können. Zuerst verstrickte sich Elftal-Coach Frank de Boer in einer Pressekonferenz in eine Impf-Debatte und dann musste Torhüter Jasper Cilessen aufgrund eines positiven Covid-Tests in Quarantäne. Auch bei den Schotten fielen sieben Spieler aufgrund einer Corona-Infektion aus. Am Ende überrascht es daher um so mehr, dass die Oranje nicht über ein 2:2 hinauskam.


Zehn Minuten waren gespielt als die Schotten das erste mal jubeln durften. Jack Hendry brachte nach einem starken Zweikampf die Briten auf neutralem Boden im portugiesische Estádio Algarve mit einem platzierten Schuss aus gut 20 Meter in Führung. Auch in der Folge waren es die Herren von Insel, die mit gefölligem Kombinations-Spiel für Aufsehen sorgten. Tim Krul, Niederlandes WM-Viertelfinal-Held von 2014. rettete seine Mannschaft nur eine Minute nach dem 0:1 vor einem zweiten Gegentreffer.

In der 16 Minute kamen die Niederländer just mit ihrer ersten Gelegenheit zum Ausgleich. Wijnaldum leiß einen Musterpass prallen, worauf Depay aus 16 Metern gekonnt ins lange Ecke einschieben konnte. Trotz folgender Druckphase konnte Österreichs zweiter EM-Gegner kein Kapital aus der spielerischen Überlegenheit schlagen. Und so waren es abermals die Schotten, die in Führung gingen. Kevin Nisbet verwertete nach knapp einer Stunde eine Flanke von Superstar Andrew Robertson zur neuerlichen Führung für den Außenseiter. Eine Niederlage konnte die de-Boer-Elf aber dank individueller Klasse abwenden. Depay verwertete zwei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit einen Freistoß aus 20 Metern zum späten 2:2-Ausgleich.

Erkenntnisse

Mit einem 2:2 gegen Schottland hat sich die niederländische Nationalmannschaft nicht mit Ruhm überschüttet. Vor allem im Spiel gegen den Ball agierten die Oranje oft zaghaft und zu weit vom Gegner. Ungewohnte Lücken in der Defensive wurden von den Schotten mit schnellem direkten Konterspiel eiskalt ausgenutzt. Die Foda-Elf kann sich hier ein Beispiel nehmen. Nachteil: bei der ÖFB-Elf ist der kreative und schnelle Spielaufbau derzeit die größte Baustelle. Mit einer namhaft-besetzten Offensive warten Martin Hinteregger und Co. schwere Aufgaben bei der EM. Hier gilt es vor allem Memphis Depay in den Griff zu kriegen, der seine überragende Form von Olympique Lyon (32 Scorerpunkte in 37 Ligapartien) auch im Gepäck für das Kontinental-Turnier hat.