Die österreichischen Nationalkicker enttäuschen auch im letzten Test vor der EM-Endrunde. Mit einem 0:0 gegen die Slowakei scheiterte die Mission Selbstvertrauen zu generieren kläglich – und jetzt?


Während „Foda raus“-Rufe durch die Fan-Foren dieses Landes hallen, beginnt das große Rätselraten. Zugegeben, die Kündigung des Deutschen eine Woche vor Start der EM-Endrunde, kann kein (selbst-ernannter) Fußballkenner ernsthaft auf seine Agenda schreiben. Zu kurz wäre die Zeit, einen neuen Trainer zu installieren, ihn an das System und die Spieler zu gewöhnen und einen Plan auszuarbeiten.

So muss es also Wohl oder Übel Franco Foda richten. Die Suche nach dem richtigen, oder zumindest erfolgversprechenden System, sie ist zeitlich knapp bemessen. Nächsten Sonntag, wenn Österreich und Nordmazedonien Aufstellung nehmen, muss die Rollenverteilung, die auf dem Papier klar ist, auf den Rasen übertragen werden. Die heimische Nationalmannschaft muss gegen die Süd-Europäer den ersten Sieg der EM-Geschichte einfahren – ohne Diskussion.

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Zwei Lager eint ein Ziel

Die letzten Vorstellungen haben wenig Mut gemacht. Seit über 300 Minuten wartet das ÖFB-Team mittlerweile auf einen Treffer. Dass diese Serie ausgerechnet gegen Nordmazedonien reißt, versuchen kühne Optimisten mit einer etwas kuriosen Auslegung der Serien-Theorie zu prognostizieren. Während 2016 die Qualifikation mit Glanz und Gloria bestritten und die Endrunde in den Sand gesetzt wurde, soll nun das Gegenteil eintreten. Empirische Belege, historische Beispiele oder zumindest mystische Zeichen finden sich für derartige Theorien nicht.

Und doch hilft all das Prognostizieren – ob negativ oder positiv – am 13. Juni um 18 Uhr nichts. Ab da ist es an Martin Hinteregger und Co. die österreichische Fanszene, die in ewige Optimisten und erzürnte Pessimisten gespalten ist, wieder zu einen. Dass sich diese am Ende über den ersten Sieg einer ÖFB-Elf bei einer EM-Endrunde freuen darf, sei zu hoffen.

Der Weg zum Erfolg

Die Rezeptur für einen Erfolg liegt im Detail. Finden Konrad Laimer und Marcel Sabitzer mit ihren (unzählig versuchten) letzten Pässen endlich den Teamkollegen darf gejubelt werden. Gelingen Christoph Baumgartner, Valentino Lazaro, Louis Schaub und Marko Arnautovic nach starkem (oft gezeigten) Eins-gegen-Eins der nun endlich perfekte Abschluss darf gejubelt werden. Treffen David Alaba und Florian Grillitsch den Ball aus der zweiten Reihe endlich voll in Kombination mit dem notwendigen Glück darf gejubelt werden. Erreichen Stefan Lainer und Andreas Ulmer nach unerschöpflicher Laufleistung und perfekt-getimter Flanke den Kopf von Sasa Kalajdzic darf gejubelt werden.

All diese Kleinigkeiten können kommenden Sonntag und darüber hinaus Großes bewirken. Für die letzte Feineinstellung dieser Rezeptur läuft der Countdown – mit Franco Foda, ob man es will oder nicht.