Antrittsschnell, dribblestark und 1,70 Meter groß – das sind alles Attribute, die die meisten Fußballfans sofort an Lionel Messi denken lassen. Allein durch diese drei Charaktereigenschaften erwächst im Kopf schnell das Bild des argentinischen Ausnahmekönners, der sich durch die Abwehrreihen von La Liga dribbelt, doch es gibt noch einen jungen Mann, der diese Attribute in sich vereint – und der wurde gerade das erste Mal für die österreichische Nationalmannschaft einberufen –Yusuf Demir.

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Yusuf Demir ist einer von nun mehr zwei neuen im ÖFB-Kader für den Auftakt zur WM-Qualifikation. Mit 17 gilt der Wiener mit türkischen Wurzeln als das größte Talent des heimischen Fußballs. Bereits im Alter von zehn Jahren schloss sich Demir dem SK Rapid an. In den U15 und U17-Nationalteams, bei denen sich Demir schnell als Stammspieler behauptet, trifft der Ausnahmekönner in 22 Spielen überragende 19-mal. So richtig aufmerksam wird die Fußballwelt auf den jungen Wiener erstmals 2019, als er beim Mercedes Benz-Hallencup, dem größten U19-Hallenturnier, mit Rapid ins Finale einzog, wo sich die Hauptstädter nur dem großen FC Liverpool geschlagen geben mussten. Demir wurde mit 15 Jahren zum besten Spieler des Turniers gewählt. Ein Jahr später holt sich Demir den Titel mit den Grün-Weißen, diesmal im Finale gegen RB Leipzig, wieder wird das Wunderkind zum besten Spieler des Turniers ausgezeichnet – kein Wunder also, das Demir daraufhin einen Profivertrag bekommt und zum jüngsten Spieler der Vereinsgeschichte wird.

Der Hype, um den Wiener ist derzeit groß. Die Vergleiche mit Lionel Messi werden immer laut, nicht nur wegen seiner Größe, auch seine Dribblestärke ähnelt jener des Argentiniers. In Hütteldorf bleibt man derzeit noch gelassen, setzt den offensiven Mittelfeldspieler nur sporadisch ein, um in nicht zu verheizen. Demir sticht aber auch als Joker, seine insgesamt neun Scorerpunkte (sechs Tore, drei Assists) erzielte er allesamt von der Bank kommend.

Neben seiner Stärke am Ball zeichnet Demir jedoch auch dessen Abgabe ab. Aufgrund seiner engen Ballführung zieht das Juwel schnell viele Gegenspieler auf sich, doch in diesen Momenten weiß Demir auch genau, wann der richtige Zeitpunkt ist, das Spielgerät an seine Kollegen abzugeben, die von den großen Räumen, die durch Demirs Dribbling frei wurden, profitieren. Wer von den Parallelen zwischen Messi und Demir noch immer nicht überzeugt ist, sollte sich das Tor vom Wiener gegen die SV Ried in der Nachspielzeit ansehen. Unwiderstehlich wie Messi einst bei der Weltmeisterschaft 2014 gegen den Iran schlenzte Demir den Ball ins Kreuzeck.

Der neue Mann im ÖFB-Team ist drauf und dran ein ganz Großer seiner Zunft zu werden. Manchester City, Juventus Turin und der große FC Barcelona sind hinter dem Österreicher her. Derzeit ist Demir fünf Millionen Euro wert – ein Absprung im nächsten Jahr gilt als wahrscheinlich, um noch eine Ablöse für das Jahrhundert-Talent zu lukrieren. Der Hype um Demir ist enorm und die Erwartungshaltung auch, die Nominierung eines 17-Jährigen ins Nationalteam sorgt stets für Begeisterung. Der letzte Österreicher, der so früh zu Team-Ehren kam, war David Alaba – Fußstapfen, die wohl jeder gerne ausfüllen möchte.