Drei Partien gespielt, vier Punkte erzielt, fünf Zähler Rückstand auf Platz 1, Tabellenrang 4. Der Start in die laufende WM-Qualifikation verlief aus heimischer Sicht eher suboptimal, auch wenn man von Seiten des ÖFB brav darauf hinweist, dass ja immerhin noch ganze sieben Spiele zu spielen seien – alles sei noch möglich. Doch darf beziehungsweise muss die Aussage, ob der bislang gezeigten Leistungen, stark angezweifelt werden.


Fotocredits: Robert Lösch

Start auswärts gegen Schottland

Zugegeben, es gibt sicher dankbarere Eröffnungsspiele für eine Qualifikation, als auswärts gegen die Schotten ran zu müssen, doch will man als Nation zu einer Weltmeisterschaft, dürfen auch die Schotten in der Ferne keinen Stolperstein darstellen. Foda verblüffte dabei erstmals seit langem wieder, brachte gar zwei waschechte Stürmer und mit Christoph Baumgartner einen weiteren Offensivspieler. Auch im Tor war die Nominierung von Alexander Schlager durchaus eine Überraschung, ist der LASK-Akteur doch der kleinste Goalie im Kader und wäre mit Daniel Bachmann ein Torhüter im Team, der die Spielweise der Schotten aus dem Effeff kennt.

Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit erzielte zweimal Stuttgart-Akteur Sasa Kalajdzic den Führungstreffer für die heimische Elf, beide Male jedoch kassierte die heimische Auswahl noch den Ausgleich. Das ist, gerade wenn auswärts das 2:1 in Minute 80 fällt, durchaus ärgerlich, da die Schotten spielerisch – genauso wie das Team von Franco Foda – wenig Brauchbares auf den Platz zauberten und durch zwei Standardsituationen zu den Treffern kam. Interessantes Detail nebenbei – lediglich einmal wechselte Franco Foda in dieser Partie, brachte in Minute 68 Louis Schaub für Adrian Grbic. Bei drei Spielen in sechs Tagen eine interessante Entscheidung des Teamchefs.

Nach dem Spiel zeigte sich Franco Foda  zufrieden und erklärte den anwesenden Journalisten, dass Fußball halt nun mal ein Fehlersport sei und diese gelte es zu unterlassen. Von Fehler provozieren beim Gegner, davon hörte man allerdings nicht.

Holpriges 3:1-Gemurkse gegen die Färöer-Inseln

Wenige Tage nach dem 2:2 gegen Schottland kam es im Wien zum zweiten Qualifikationsspiel, diesmal waren die Färöer-Inseln zu Gast. Schon vor dem Spiel betonte Franco Foda artig, dass man die Gegner ja nicht unterschätzen dürfte. Immerhin holte das Team zuletzt auswärts ein 1:1 gegen schier unbesiegbare Kicker aus der Republik Moldau und konnte gar die Nations League Gruppe der Division D gewinnen, wobei Siege gegen Malta, Andorra und zwei Unentschieden gegen ACHTUNG! Lettland schon Gefahr ausstrahlen. Gut, es darf ja nicht vergessen werden, in Lettland haben schon andere Teams verloren.

Zur Spielbenotung: Österreich vs. Färöer

Entsprechend vorsichtig ging Foda die Partie an, nahm Grbic aus der Elf und brachte für ihn Louis Schaub, einzig die Doppelsechs wurde überraschenderweise aufgelöst. Doch ein spielerisches Feuerwerk brachte die heimische Eliteauswahl dennoch nicht aufs Feld und geriet gar nach 19 Minuten, in der zuvor schiere Planlosigkeit in der Offensive herrschte, in Rückstand. Immer wieder kämpfte das Team mit dem simplen Anlaufen des Gegners, vermochte kaum zusammenhängende Offensivaktionen auf den Platz zu bringen, war schlichtweg überfordert.

Und so wunderte sich der heimische Fußballfan wohl nicht, dass der Ausgleich in der 30. Minute just aus einem Eckball resultierte. Dass Alaba und Co doch noch mit einer Führung in die Pause gingen, das verdankte man Christoph Baumgartner und Sasa Kalajdzic, die beide nach – man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen – Konteraktionen erfolgreich waren. Das Team hat also gegen die Fußballgroßmacht von den Färöer-Inseln zwei Kontersituation benötigt, um spielerisch die Abwehr des Gegners knacken zu können, Kreativität suchte man sonst vergeblich.

Über die zweiten 45 Minuten hüllen wir hier mal lieber den Mantel des Schweigens.

Katastrophe gegen Dänemark

Die Spieler wüssten, um was es im Spiel gegen die Dänen gehen würde, tönte Franco Foda vor der Partie, davon war – bei aller Liebe – über 90 Minuten allerdings wenig zu sehen. Wie nicht anders zu erwarten, setzte Foda gegen Dänemark auf noch massivere Defensivpower, mit Baumgartner und Kalajdzic standen lediglich zwei Offensivakteure am Platz. Während in den ersten 45 Minuten noch Rasenschach praktiziert wurde und Dänemark tatsächlich vom eigenen Tor ferngehalten werden konnte (was allerdings dazu führte, dass die Elf von Foda offensiv überhaupt nicht zur Geltung kam), zerfiel die heimische Elf in der zweiten Halbzeit in alle Einzelteile und schaffte es tatsächlich, in 90 Minuten keine einzige wirkliche Torchance herauszuspielen – kein Wunder bei der Aufstellung, kein Wunder bei dem Mut an der Seitenlinie. Auch die getätigten Wechsel von Franco Foda – wohl gemerkt kam der mit Ercan Kara ein zweiter Stürmer erst nach dem 0:3, sorgten wieder mal für Stirnrunzeln vor dem Bildschirm. Ist doch logisch, dass man beim Stand von 0:4 noch einen Dreifachwechsel plant und dann auch noch zwei defensive Spieler bringt. Doch sei es drum – selbst wenn Foda drei Stürmer für drei defensive Akteure eingewechselt hätte, ein Torschuss hätte wohl nicht dabei herausgeschaut.

Zum Kommentar: Nicht alles glänzt, ist Gold

“Fußball ist ein Fehlersport”

Die gestrige gezeigte „Leistung“ lässt den heimischen Fan sprachlos zurück – immerhin sind es auch nur noch drei Monate bis zur EM und das Team entwickelt eher mehr Baustellen, als dass es eingespielt wirkt. Fußball sei ein Fehlersport, meinte Foda nach dem Länderspiel gegen Schottland – davon macht die heimische Auswahl allerdings in den letzten Monaten deutlich zu viel. Auffallend auch, dass für Franco Foda scheinbar nur wichtig ist, dass die eigenen Elf keine Fehler produziert, dass man allerdings auch Fehler beim Gegner provozieren könnte, um Tore erzielen zu können, dies scheint noch nicht ganz angekommen zu sein. Anders sind dermaßen destruktive Aufstellungen von Foda nicht zu erklären.

Blickt man auf die letzten Länderspiele, so hat das Team in den letzten sechs Spielen insgesamt neun Gegentore kassiert, spielte zuvor lediglich gegen Luxemburg, Rumänien und Nordirland zu Null. Die Taktik Fodas scheint nicht aufzugehen, denn defensiv ist das Team anfällig wie lange nicht mehr – an Stabilität fehlt es an allen Ecken und Kanten. Insgesamt ging das Nationalteam in bislang 33 Spielen unter Franco Foda zwölfmal ohne Gegentor vom Platz, dies gelang dreimal gegen Slowenien, zweimal gegen Nordirland, zweimal gegen Luxemburg und je einmal gegen Polen, Rumänien, Lettland, Bosnien und Russland.

In Bezug auf den Punkteschnitt bei Bewerbsspielen hält Franco Foda (1,87 Pkt) nun beim beinahe exakt gleichen Punkteschnitt, wie sein Vorgänger Marcel Koller (1,85 Pkt), einzig die deutlich besseren Freundschaftsspiele führen dazu, dass Foda besser dasteht (2,4 Pkt), als sein Schweizer Pendant (1,3 Pkt).