Nicht immer führt der Weg zum Profifußball durch die Akademien der Bundesligisten. Es gibt auch andere Wege, wie es auch der Weg von Ercan Kara zeigt. Der 25-jährige Wiener schaffte es von der Wiener Stadtliga bis in die österreichische Bundesliga und jetzt auch in das österreichische Nationalteam. Teamchef Franco Foda holte Kara für das Länderspiel-Triple gegen Schottland, Faröer und Dänemark erstmals in das Team. 

Die Liebe zum Ball

Als Kind wollte er einfach kicken, wie Kara im Sky-Interview erzählt. In den Käfigen des Wiener Bezirks Ottakring hat er gekickt bis ihn die Mama abgeholt hat, was auch zeitweise etwas später war. Im Jahr 2003 meldete ihn sein Vater beim SK Slovan HAC an und von dort an nahm das Ganze seinen Lauf. Bis zu seinem 17. Lebensjahr stand er bei den Hütteldorfern unter Vertrag. Daraufhin ging es zu den Austria Amateuren, für die er zwei Jahre lang auflief. Bei den Austrianern kam er jedoch nicht zu sehr viel Einsatzzeit und so wechselte er im Jahr 2016 zum FC Karabakh.

Beim damaligen Wiener Stadtligisten lief von Beginn an sehr gut. Karabakh wurde in dieser Saison Meister und stieg in die Regionalliga auf. Kara erzielte in derselben Saison satte 35 Tore und wurde Torschützenkönig – damals Ligarekord. In den zwei weiteren Saisonen ging Karas Torgefährlich nicht verloren. Er schloss auch in diesen Jahren die Torschützenliste auf dem ersten Platz ab. Die Folge für ihn war ein Wechsel außerhalb seiner Heimatstadt. Für ihn ging es in die zweite Liga zum SV Horn.

Anderer Ort, gleicher Kara

Eine weitere Liga höher ging es für Ercan Kara weiter wie bisher. In 16 Spielen konnte er 13 Tore erzielen, vier davon alleine im Spiel gegen den Kapfenberger SV. Diese Leistungen blieben natürlich eine Klasse höher nicht unentdeckt. Schon in der Winterpause ging es für Kara zum österreichischen Rekordmeister, dem SK Rapid Wien. 

Bei der Mannschaft von Didi Kühbauer fand er gleich einmal seinen Platz. Schon bei seinem ersten Einsatz in der Bundesliga, im Match Rapid Wien gegen Hartberg, konnte er sein erstes Tor erzielen und sicherte den Wienern gleichzeitig einen Punkt. Zwei weitere Tore und ein Assist folgten noch in der restlichen Saison. Spätestens seit der Saison 2020/21 gehört Kara zum Stammpersonal der Wiener und hat auch weiterhin seinen Torriecher nicht verloren. Nach dem Grunddurchgang hält er bei zwölf Toren und sechs Assists. Dazu kommen noch zwei Tore in der Europa League, ein Tor in der CL-Qualifikation und zwei weitere Tore aus dem ÖFB-Cup. Summa summarum macht das 17 Tore in der bisherigen Saison.

Neben seiner Torgefahr, die wohl seine größte Stärke ist, zeigt er auch immer wieder, dass er ein solider und verlässlicher Assistgeber ist. Zusätzlich geht er in den Spielen oft weite Weg und hat ein hohes Laufpensum am Ende des Tages aufzuweisen. Sein Ehrgeiz ist ein weiterer Aspekt, der ihn nicht nur bis in die Bundesliga getragen hat, sondern auch darüber hinaus bis ins Nationalteam. In der Offensive hat er mit Sasa Kalajdzic, Adrian Grbic und Karim Onisiwo eine große Konkurrenz. Einsatzminuten sind auf jeden Fall drinnen, fix reserviert sind sie jedoch auf keinen Fall. Mit viel Ehrgeiz ist aber viel möglich. Das hat Ercan Kara schon gezeigt.