David Alaba zählt ohne Zweifel zu den weltweit-besten Außenverteidigern. Im Nationalteam überzeugte der Bayern-Legionär zudem auch im zentralen Mittelfeld.  Derzeit ist der 27-jährige Wiener beim deutschen Rekordmeister aber auch als Innenverteidiger oft gesetzt und erfüllt dabei seine Aufgaben zumeist tadellos, für uns Grund genug eine mögliche Teamkarriere Alabas in der Innenverteidigung zu analysieren.


77-mal lief Alaba im Trikot des FC Bayern als Innenverteidiger auf, allein 27-mal in der aktuellen Spielzeit. Die Statistik zeigt klar Alaba fühlt sich auf der Position wohl und kann auch seinen Trainer Hansi Flick, der ihn unlängst „Abwehrchef“ nannte, zufriedenstellen. In seinen 27 Einsätzen im Zentrum musste der Teamspieler nur dreimal das Feld als Verlierer verlassen, dazu kommt ein Unentschieden.

Auch wenn der Wiener in der Innenverteidigung überzeugen kann, leiden wenig überraschend die Offensivqualitäten Alabas darunter. In 242 Spielen als Linksverteidiger konnte Alaba 62 Torbeteiligungen (20 Tore, 42 Assists) für die Münchner beisteuern, als Innenverteidiger stehen derzeit nur zwei Assists zu Buche.

Im Nationalteam sorgte die Diskussion um Alabas Position auf dem Feld nach dem Rücktritt von Christian Fuchs lange für Kontroverse. Dabei ging es jedoch viel mehr darum, dass sich Alaba als Linksverteidiger einordnen sollte und nicht wie von ihm bevorzugt als zentrale Mittelfeldakteur. Seit der Übernahme Fodas scheint die Diskussion beendet zu sein. Alaba findet, falls er fit ist, seinen Platz im linken Mittelfeld – ein typisch-österreichischer Kompromiss so zusagen. Seine Torgefahr hält sich dabei aber auch in Grenzen. Lediglich acht von 30 Torbeteiligungen konnte Alaba als linker Flügelspieler erzielen. In der Innenverteidigung würde Alaba wohl auch im Nationalteam wohl nicht ideal aufgehoben sein.

Das dürfte der 72-fache-Teamspieler auch selbst wissen. „Ich habe die Innenverteidiger-Position bei den Bayern erst seit ein paar Monaten, und wir haben im Nationalteam sehr gute Innenverteidiger im Kader. Ich kann auf anderen Positionen genauso helfen“, zeigte sich Alaba in einem APA-Interview wenig begeistert von der Idee die rot-weiß-rote Defensive zu unterstützen.  

Dem ist wohl nur wenig entgegen zu setzen. Mit Martin Hinteregger, Aleksandar Dragovic, Stefan Posch und auch Kevin Danso kann Franco Foda auf hervorragende Innenverteidiger zurückgreifen. Während Danso und Hinteregger durch ihre Zweikampfstärke punkten, sind Posch und Dragovic kopfballstark – Torgefahr geht zudem hauptsächlich von Martin Hinteregger aus, der auch als Innenverteidiger treffen kann. Alaba würde in keiner, für einen Innenverteidiger wichtigen, Kategorie die genannten den derzeitigen den Rang ablaufen.

Was zudem geschieht, wenn man Alaba im Nationalteam Positionen zuteilt, die er nicht präferiert, dürfte zudem schon in den letzten Monaten und Jahren erkennbar gewesen sein.