28. März 2022: Franco Foda kündigt seinen Abschied als Teamchef der Nationalmannschaft an. Für viele Experten und Funktionäre ist klar: Nach Marcel Koller und eben Foda soll wieder ein Österreicher die wichtigste Trainerposition des Landes bekleiden. Jetzt ist es Ralf Rangnick – ein Deutscher, der doch die perfekte Lösung verkörpert. 


Eines vorweg. Wenn sich Leute wie Ferdinand Feldhofer, Hans Krankl oder Herbert Prohaska eine österreichische Lösung wünschen, haben sie natürlich nicht unrecht. Bei den meisten großen Fußballnationen sitzt ein Inländer auf der Trainerbank, das wäre vielleicht auch bei Österreich wünschenswert gewesen. Aber wenn der ÖFB Ralf Rangnick bekommt, muss er Ralf Rangnick nehmen. Die Strukturen des Verbands sind veraltet und benötigen dringend eine Neuausrichtung. Und keiner packt so gut und gern an wie Rangnick.

Aber beginnen wir mit seinen Trainerstationen. Insgesamt acht Vereine hat Rangnick seit 1995 trainiert, dabei 678 Spiele absolviert und einen Punkteschnitt von 1.68 ergattert. Er gewann einmal den DFB-Pokal, einmal die 2. Bundesliga und einmal den Supercup. Er führte vier Vereine in die Bundesliga und coachte Schalke 2011 ins Champions League-Halbfinale. Wer Rangnick nicht als Trainer sieht, sollte sich diese Statistiken genauer anschauen.

Und auch als Mastermind um Vereine umzustrukturieren hat Rangnick sich weltweit einen Namen gemacht. 2006 übernahm er Hoffenheim in der Regionalliga, 2008 war man Bundesliga-Herbstmeister. 2012 stieg er bei Red Bull ein. In seinen drei Jahren bei Salzburg gab es zweimal das Double, bei Leipzig, wo er bis 2019 blieb, feierte er drei Aufstiege und zwei Champions League-Qualifikationen. 2021 wurde er als Interimstrainer von Manchester United verpflichtet, immerhin der viertwertvollste Verein der Welt.

Rangnick wird ungemütlich sein. Er wird Dinge, die der Verband seit Ewigkeiten so macht, ändern und neue Dinge ausprobieren. Er wird unpopuläre Entscheidungen treffen und er wird Zeit brauchen. Allerdings kennt Rangnick einige Nationalspieler aus seiner Red Bull-Zeit, er hat schon oft gezeigt, dass er attraktiven Fußball spielen lässt und er hat Ambitionen. Gibt man Rangnick Freiheiten und Unterstützung, wird er die perfekte Lösung sein. 

 

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