Im Nations-League-Spiel gegen Kroatien könnte Neo-Teamchef Ralf Rangnick gleich zwei Spielern ihr Debüt ermöglichen. Torhüter Martin Fraisl und Offensivmann Hannes Wolf würden erstmals das ÖFB-Dress tragen.

 

Ralf Rangnick bekommt es in seinem ersten Länderspiel gleich mit einer Herkulesaufgabe zu tun. Am Freitag bittet der Vizeweltmeister Kroatien im Osijeker Stadion Gradski vrt den ÖFB zum heißen Tanz. Große Personalexperimente sind im ersten Gruppenspiel der UEFA Nations League – Österreich spielt in der Liga A – demzufolge eigentlich nicht zu erwarten. Dennoch könnte Rangnick überraschen und mit Martin Fraisl und Hannes Wolf zwei Profis erstmals im Nationalteam einsetzen.

Martin Fraisl: Der Aufsteiger

Als sich Martin Fraisl im Sommer 2021 dem deutschen Zweitligisten FC Schalke 04 anschloss, war er von einer Einberufung ins ÖFB-Team noch so weit weg, wie die Gelsenkirchener von einem Wiederaufstieg in die Bundesliga. Der Schlussmann kam mit einer wahren Achterbahnkarriere im Gepäck ins Ruhrgebiet. Beim SV Sandhausen, seiner ersten Mannschaft in Deutschland, war er im Dezember 2020 nach eineinhalb guten Jahren aus der Mannschaft geflogen. Dem ging ein Intermezzo in Rumänien und der Karrierebeginn in Österreich zuvor. Fraisl zog nach dem Rauswurf bei Sandhausen zum niederländischen Traditionsklub ADO Den Haag weiter, den er mit seinen Paraden aber nicht vor dem krachenden Abstieg aus der Eredivisie bewahren konnte.

Die Vorzeichen bei Schalke standen also nicht gut und zu Beginn war der Niederösterreicher auch nur die dritte Wahl hinter Ralf Fährmann und Landsmann Michael Langer. Im September 2021 stand er erstmals zwischen den Stangen und das Einserleiberl gab er bis zum Saisonende nicht mehr her. Die Aufstiegsmission glückte und auch wenn sein Abenteuer auf Schalke nicht über den Sommer hinaus weitergehen wird, könnte der 29-Jährige jetzt im Nationalteam durchstarten. Mit Heinz Lindner und Patrick Pentz sind seine Konkurrenten immerhin auch keine altgedienten Stammkräfte beim ÖFB.

Hannes Wolf: Der Rückkehrer

Im Gegensatz zu Fraisl kennt Hannes Wolf den ÖFB bereits besser. Der 23-jährige Steirer war nicht nur bis 2020 bei der U21 im Einsatz, er durfte bereits im Herbst 2017 bei der A-Mannschaft hineinschnuppern. Damals wurde er nach einem starken Saisonbeginn im Dress Red Bull Salzburgs von Marcel Koller ins Team einberufen, doch der berücksichtigte ihn in den zwei Qualifikationsspielen nicht. Eine weitere Nominierung kam dann nicht mehr und auch seine Vereinskarriere stagnierte nach seinem Wechsel in die Bundesliga. Bei RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach konnte er sich nicht durchsetzen und flog dementsprechend auch aus dem Dunstkreis des ÖFB.

Erst ein Leihwechsel in die zweite englische Spielklasse, die Championship, brachte Wolf wieder in die Spur. Bei Swansea City zählte er schon nach seiner Ankunft im Jänner 2022 zu den absoluten Leistungsträgern. Er fand seinen Platz in der starken Offensive der „Swans“ und die Fans wollen ihn gerne weiter bei ihrem Team sehen, doch das soll kein Thema sein. Eine Rückkehr nach Gladbach ist dennoch nicht sicher, Wolfs Zukunft ist ähnlich ungewiss wie jene Martin Fraisls. Mit seiner Einsatzfreude und Kreativität kann er sich aber vielleicht im ÖFB-Team schon für Gladbach oder einen neuen Arbeitgeber empfehlen.

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