Etwas mehr ein Jahr ist vergangen als einiger Leistungsträger des ÖFB-Nationalteams ihren alten Teams den Rücken zu wandten und bei neuen Vereinen anheuerten. In einer kleinen, aber feinen Reihe geben wir auch kurz Auskunft über die Entwicklung der Teamspieler bei ihren neuen Klubs und geben unsere Meinung dazu bekannt.


Es war ein langes hin und her, doch schließlich und endlich arrangierte sich Marko Arnautovic Mitte Juli 2019 mit einem Wechsel zum SIPG Shanghai. Der für viele heimische Fußballfans unverständliche Schritt ins Reich der Mitte wirbelte viel Staub auf. Das weitaus schlechtere Leistungsniveau in China rief bei vielen Fans des egozentrischen Wieners Befürchtungen auf den Plan, Arnautovic könnte die Position des Leistungsträgers im Nationalteam einbüßen oder gar nicht einmal für jede Aufgabe in rot-weiß-rot zur Verfügung stehen. Ein Jahr später zeigt sich: die Angst war unbegründet. Zwar sank der Marktwert des Leistungsträgers, während seiner Zeit in China, von 35 auf 16 Millionen Euro, die Statistiken sprechen jedoch weiter für den bulligen Stürmer.

 

 

In der Qualifikation für die EM-Endrunde 2020 (2021) durfte Arnautovic über sechs Treffer und zwei Assists jubeln und war damit so erfolgreich wie kein ÖFB-Spieler. Sein teils eher zaghaftes scheinendes Spiel dürfte zudem eher fortgeschrittenem Alter, als mangelnder Qualität geschuldet sein. So präsentiert sich Arnautovic längst nicht mehr als der Schnellste im ÖFB-Team, jedoch als einer der motiviertesten Kicker. Arnautovic erweckt den Anschein das ihm ein Nationalteam-Einsatz eine ehrenvolle Pflicht ist, bei der er nur allzu gerne seine Knochen ins Feuer schmeißt. Diese motivierte und rühmlich Bereitschaft zu spielen, gibt der China-Legionär auch trotz langer Reisestrapazen am Rasen stets zu bestaunen.

Auch die Statistik bei seinem derzeitigen Arbeitgeber kann sich sehen lassen. Für Shanghai durfte Arnautovic in 20 Spielen bisher 13-mal seinen Namen in der Torschützenliste verewigen, drei Tore konnte der Austro-Serbe zudem vorbereiten. Für uns sind die Apokalypse-ähnlichen-Voraussagen von vor einem Jahr im Rückspielgel durchaus überzogen. Arnautovic trifft in China, wie auch im Ernst-Happel.