Franco Foda gehört punkte-technisch zu den besten Trainern, die das Nationalteam je hatte. Zu Beginn seiner Amtszeit überzeugte der Deutsche an der Seitenlinie noch, doch spätestens seitdem klar ist, dass Österreich Platz zwei in der WM-Qualifikationsgruppe verpassen wird, ist eine Trennung unausweichlich.


Alles begann im Herbst 2017 als die Landespräsidenten sich gegen eine Verlängerung des Vertrages von Marcel Koller aussprachen. Der Schweizer, der die beste EM-Qualifikation einer österreichischen Mannschaft betreute, scheiterte bei der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 an einer machbaren Gruppe. Serbien, Irland und Wales platzierten sich damals vor dem ÖFB-Team.- zu wenig für die Spitze des heimischen Fußballbundes. Der Sympathieträger musste seinen Platz an der Seitenlinie räumen.

Schnell begann das in Medien übliche Namedropping. Die Kandidatenliste auf Kollers Erbe war jedoch limitiert. Wie 12terMann aus einem Interview mit dem steirischen Landespräsidenten Wolfgang Bartosch in Erfahrung brachte, kam vom damaligen Köln-Trainer schnell die Absage. Alles entschied sich in der Folge zwischen Thorsten Fink, Andreas Herzog und Franco Foda. Der damalige Sturm-Trainer wurde im letzten Wahlgang einstimmig zum Teamchef bestellt. Rekord-Teamspieler war indes erbost. „Verarschen kann i mi selber“, zürnte der heutige Admira-Trainer über seine wiederholte Nicht-Nominierung. Foda war von Beginn an nicht die erste Wahl, der ÖFB wollte Stöger, der Köln noch die Stange hielt, ehe er eine Woche darauf beim Karnevalsklub entlassen wurde und in der Folge Dortmund-Trainer wurde.

Gespräche mit Rene Weiler, Niko Kovac, Markus Weinzierl und Adi Hütter verliefen ins Leere. Der ÖFB fing sich eine Absage nach der anderen ein, so blieben die genannten auf der Shortlist. In seiner Antritts-Pressekonferenz stellte der Teamchef, zumindest für sich, klar: “Sie sehen, dass ich die erste Wahl bin, sonst würde ich hier nicht sitzen! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.”Neben Lobeshymnen auf seinen ehemaligen Arbeitgeber, den SK Sturm Graz, versprühte Foda zu Beginn Hoffnung und Stehsätze. In kurzen, klaren Sätzen dankte er seinen Vorgänger für „die großartige Arbeit, die er in Verbindung mit Willi Ruttensteiner geleistet hat“. Foda forderte von Beginn an eine Mannschaft, die an einem Strang ziehen sollte. Die damaligen Personaldiskussionen rund um David Alaba kommentierte er nicht weiter – so wie seine ganze Amtszeit über nicht.