Franco Foda hat sich am Samstag den Fragen der Tageszeitung “Der Standard” gestellt. Neben gewohnten Understatement, harscher Selbstkritik für die Dänemark-Pleite ließ der Teamchef mit einer interessanten Aussage aufhorchen. Laut dem Teamchef könne die ÖFB-Elf zwar auf einen Pool aus renommierten Kickern wie Marko Arnautovic, David Alaba, Julian Baumgartlinger, Martin Hinteregger und Marcel Sabitzer zurückgreifen – ein Block aus Spielern aus einem Verein würde aber fehlen. 


Anders als England und Deutschland, die sich bei der Kadergestaltung an den Starensemblen von Manchester City bzw. Bayern München verlassen können, fehlt Österreich eine derartige Mannschaft – so zumindest die Erzählung von Foda. Kennern des heimischen Fußballmarktes dürfte wohl schon aufgefallen sein, dass die Aussage des Deutschen nicht ganz korrekt sein dürfte. Österreich hätte demnach einen Pool oder besser gesagt einen Stall – den Bullenstallen, an den man sich nur zu gut bedienen könnte.

Man mag von RB Salzburg und deren Flügel-verleihenden Sponsor halten was man will, der österreichische Fußball hat von den Mozartstädtern deutlich profitiert. Die Champions-League-Hymne kehrte, trotz mehrmaliger Fehlversuche, dank ihnen wieder nach Österreich zurück. Auch im Nationalteam sind es die Bullen, die den Takt vorgeben (könnten). 

Im endgültigen EM-Kader finden sich neun Spieler mit RB-Vergangenheit bzw. Gegenwart. Zum Vergleich: die von Foda zitierten Engländer reisen mit vier Akteuren von Manchester City zur EM. In Deutschland sind es neun Kicker, die bei den Bayern unter Vertrag waren bzw. sind. Die Aussage des Teamchefs ist folglich nicht richtig. Österreich hätte also das Potential, Spieler aufs Feld zu schicken, die im Laufe ihrer Karriere auf die Flügel eines Vereines setzen konnten.

Ob Foda den Background seiner Spieler nicht kennt, darf bezweifelt werden. Viel wahrscheinlicher ist, dass Fodas Auffassung von Fußball eine andere ist, als jene von Jesse Marsch, Gerhard Struber und Co.  Der Teamchef sieht das ÖFB-Team nicht als Copy von RB Salzburg – das ist zu akzeptieren bzw. zu ertragen, auch wenn diverse Beobachter das gerne anders sehen.

So könnte eine ÖFB-Elf mit RB-DNA aussehen: