Seit dem gestrigen späten Nachmittag kennt das heimische Nationalteam seine Gruppengegner, für die im März 2021 beginnende WM-Qualifikation. Dabei kommt es Österreich aus Topf 1 mit Dänemark zu tun, Topf 3-Gegner ist Schottland, aus Topf 4 kommt es zu einem Wiedersehen mit Israel, aus Topf 5 zu einem Déjà-Vu mit den Färöer Inseln und finalisiert wird die Gruppe F mit der Republik Moldau. Wir haben uns für euch die fünf Gegner genauer ausgeschaut.


Dänemark

Aus dem ersten Topf bekam die rot-weiß-rote Equipe Dänemark zugelost, womit der Wunsch von Herbert Prohaska – er hätte Italien gerne als Gegner gesehen – nicht erfüllt wurde. Die Dänen qualifizierten sich für die Euro 2021 und traten auch bei der Weltmeisterschaft 2018 auf, wo sie im Achtelfinale an den Kroaten scheiterten.

In Dänemarks Kader tummeln sich zahlreiche talentiert Kicker, die in Topligen ihr Geld verdienen. Das Tor hütet Kaspar Schmeichel, Teamkollege von Christian Fuchs bei Leicester City. In der Innenverteidigung stellt Andreas Christensen seinen Mann; gereift bei Borussia Mönchengladbach festigt er nun die Abwehr des FC Chelsea. Im Mittelfeld zieht ein ehemaliger Schützling von Ralph Hasenhüttl die Fäden, mittlerweile geigt Pierre-Emile Höjbjerg unter Jose Mourinho bei den Tottenham Hotspur. Unterstützt wird der 25-Jährige zudem von Thomas Delaney, der bei Borussia Dormund unter Vertrag steht. In der Offensive kann Trainer Kasper Hjulmand auf Christian Eriksen, bei Inter Mailand spielend, setzen. Ganz vorne wirbelt Yussuf Poulsen, Teamkollege von Marcel Sabitzer und Konrad Laimer bei RB Leipzig.

Neunmal standen sich die beiden Nationalteams bislang gegenüber, siebenmal davon in aller Freundschaft. Die Bilanz ist äußert ausgeglichen, sowohl Österreich als auch die Dänen halten bei je vier Siegen, einem Unentschieden und vier Niederlagen. Das letzte Duell der beiden fand im Jahr 2018 – auch schon unter Trainer Franco Foda – statt, dabei setzte sich die dänische Auswahl durch Tore von Lerager und Braithwaite mit 2:0 durch.

Schottland

Die Schotten wurden Fodas Elf aus dem dritten Lostopf zugelost. Es mag ein gutes Omen sein, dass im Zuge der letzten geglückten WM-Qualifikation 1998 die Österreicher die Schotten ebenso in ihrer Gruppe hatten und nach Frankreich reisen durften – wie übrigens auch die Schotten. Schottland erlebt ad momentum nach dünnen Jahren endlich wieder einen Aufschwung. Erstmals seit dem Großereignis im Jahr 1998 qualifizierte sich die Elf von Coach Steve Clark diesmal wieder für ein Großereignis. Im Zuge der Playoffs der EM-Qualifikation setzte sich das Team dabei gegen Serbien im Elfmeterschießen durch. In der vergangen Nations League B-Gruppe belegte die Elf in der Gruppe 2 hinter Tschechien den zweiten Rang, unterlag jedoch unter anderem den Israelis.

Absoluter Superstar des Teams ist Andrew Robertson, Außenpracker beim FC Liverpool. Er bildet gemeinsam mit Kieran Tierney vom FC Arsenal und Scott McTominay das Prunkstück in der Defensive der Schotten. In der Offensive geizt das Team allerdings mit klingenden Namen – am ehesten kennt der Fußballfan Oliver McBurnie, der beim Sheffield United unter Vertrag steht, im Team jedoch noch auf seinen ersten Treffer wartet.

20mal kam es bereits zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden Nationalmannschaften, achtmal ging Österreich als Sieger vom Platz, sechsmal teilten sich die Teams die Punkte, fünfmal siegten die Schotten. Das letzte Duell ist schon eine Weile her, 2007 unterlag die heimische Auswahl unter Trainer Josef Hickersberger in Wien knapp mit 1:0.

Israel

Da schau her, ein Wiedersehen. Erst in der vergangenen EM-Qualifikation traf Foda mit seiner Mannschaft auf Israel. Das Auswärtsergebnis will hier lieber nicht genannt werden, zu Hause konnte das Team die Schande jedoch ausmerzen. Aktuell ist mit Willi Ruttensteiner, der auf Andreas Herzog folgte, wieder ein Österreicher auf der Trainerbank zu finden. Sein auslaufender Vertrag mit Ende 2020 wird nach verpatzter EM-Qualfikation und Nations-League jedoch nicht verlängert werden.

Die qualitativ hochwertigsten Spieler in der israelische Auswahl sind in der Offensive beheimatet. Mit Manor Solomon kommt ein talentierter junger Außenbahnspieler nach, der bei Shakthar Donetsk in zehn Spielen immerhin dreimal traf und einen Assist lieferte. Zudem stehen mit Munas Dabbur von der TSG 1899 Hoffenheim, Eran Zahavi (aktuell PSV) und Shon Weissmann (Real Valladolid) drei weitere Stürmer im Kader, die wissen, wo der gegnerische Kasten steht.

Zu elf Duellen stießen die beiden Nationalteams bislang aufeinander. Die Österreicher sind im klar im Vorteil, gewannen fünf Partien. Vier Remis und zwei Siege für die Israelis runden die Partien ab. Zuletzt gewann Fodas Elf das Rückspiel im Zuge der EM-Qualifikation mit 3:1.

Färöer Inseln

Es wäre schön gewesen, mal ein anderes Team aus Lostopf fünf oder sechs zugelost zu bekommen. Doch die Losfee will, dass das Färöer-Kapitel für die rot-weiß-rote Equipe noch nicht geschlossen ist. Die Kicker von der Insel im hohen Norden überraschten zuletzt, als sie ihre Gruppe in der Nations-League D gewinnen konnten. Das war natürlich auch Teamchef Franco Foda nicht entgangen, er warnte, die Insulaner zu unterschätzen, indem er prompt auf den Gruppensieg hinwies. Nicht zu vergessen, immerhin wurden Granden wie Malta, Lettland – da war doch was – und Andorra die Rücklichter gezeigt.

Anders als in den letzten Jahren kann Trainer Hakan Ericson mittlerweile auf einige Legionär zurückgreifen, die unter anderem in Dänemark, Schweden und Norwegen ihr Geld verdienen. Stabilität herrscht im Speziellen im Mittelfeld – mit Hallur Hansson (AC Horsens), der bislang alle Saisonspiele für seinen Klub in Dänemark absolvierte und Branduur Hendirksson Olsen von Helsinborg (24 Saisonspiele, je zwei Treffer und Vorlagen) verfügt das Team über zwei im Ausland erprobte Spieler. 

Sechsmal stieß die heimische Elf bislang auf ihr Pendant von den Färöer Inseln, viermal gelang dabei ein Sieg, je ein Unentschieden und eine Niederlage stehen zu Buche. Zuletzt traf das Team noch unter Marcel Koller im Zuge der WM-Qualifikation 2014 auf die Equipe aus dem hohen Norden, dabei gewannen Arnautovic und Co zweimal glatt (6:0 in Wien und 3:0 in Torshavn).

Republik Moldau

Ein weiteres Déjà-Vu gibt es für die österreichische Fußballelite mit den baldigen Duellen mit der Republik Moldau. Auch aus dem sechsten Topf bekam die Elf keinen “neuen” Gegner zugelost. Bereits im Zuge der EM-Qualifikation 2016 sowie der WM-Qualifikation 2018 bekam das Team Moldau in seine Gruppe gelost. Seitdem hat sich bei der Republik Moldau wenig zum Guten entwickelt, in der letzten Nations-League-C-Gruppe wurde die Elf mit Abstand letzter. Auch in den setzte es in den vergangenen 15 Spielen satte 13 Niederlagen (unter anderem gegen Andorra). Nur zwei Remis gegen den Kosovo und Russland konnten ergattert werden. Also bloß nicht einreden lassen, dass die Repulik Moldau eine harte Nuss wäre.

Mit Alexei Koselev verfügt Moldau über einen Eredivisie-erprobten Torhüter. Der 27-jährige steht bei Fortuna Sittard unter Vertrag. In der Verteidigung spielt mit Oleg Reabciuk ein Linksverteidiger, der in Portugal bei Pacos de Ferreira kickt, im Mittelfeld kann Coach Engin Firat auf Serie-A-Erfahrung bauen, Artur Ionita spielt für Benevento. Eredivisie-Erfahrung bringt auch Stürmer Vitalie Damascan mit, der Angreifer erzielte bei acht Auftritten für RKC Waalwijk immerhin zwei Treffer.

Sechsmal trafen Österreich und die Republik Moldau bislang aufeinander, immer im Zuge von Bewerbspielen. Dabei behielten die heimischen Kicker fünfmal die Oberhand (zuletzt im Zuge der WM-Qualifikation 2018 mit einem 2:0-Heimsieg und einem 1:0-Auswärtssieg). Doch auch eine Niederlage musste das Team gegen die Republik hinnehmen. Unter Hans Krankl wollte man zwar Wels zweimal schlagen, unterlag dann jedoch Moldau auswärts einmal mit 0:1.