Nach der 2:5-Schmach gegen Israel, dem darauffolgenden 0:1 gegen Schottland und dem äußert mäßigen Start in die WM-Qualifikation, ist es wiederholt an der Zeit, sich etwas intensiver mit der Thematik des Teamtrainers zu beschäftigen. Ist Franco Foda tatsächlich nach wie vor geeignet, um die österreichische Auswahl betreuen zu dürfen? Wie hat der Deutsche das Team seit der Übernahme entwickelt? Wir haben uns die vier Jahre unter der Ägide des Deutschen für euch etwas genauer angesehen.


Seitdem Franco Foda das Team im Jahr 2017 übernahm, lief die heimische Auswahl unter den Fittichen des Deutschen 42mal auf. Dabei schauten 24 Siege heraus, fünf Unentschieden und dreizehn Niederlagen runden die Statistik ab. Während 64 Treffer erzielt wurden (im Schnitt 1,56 Tore pro Partie), kassierte die Elf 44 Tore (1,05 Gegentreffer pro Partie). 77 Zähler wurden bejubelt, durchschnittlich bedeutet dies 1,88 Punkte pro Partie.

Die ersten zwei Jahre unter Foda

Im Jahr 2017 übernahm Foda das Zepter des heimischen Nationaltrainers, betreute das Team aber lediglich im Freundschaftsspiel gegen Uruguay und holte dabei einen 2:1-Sieg.

Mit 2018 startete der Deutsche offiziell seine Teamchef-Rolle, durfte die Auswahl der besten österreichischen Kicker elf Mal betreuen. Dabei wurden im Schnitt 1,36 Treffer erzielt, nur 0,72 Gegentore bewiesen defensive Stabilität. Lediglich im Freundschaftsspiel gegen Brasilien kassierte die Elf drei Gegentore, auch Dänemark schenkte der Auswahl in aller Freundschaft zwei Gegentreffer ein. Ansonsten spielten Arnautovic und Co sechsmal zu Null, kassierten dreimal einen Treffer. Nach elf Länderspielen (vier Nations League-Spiele und sieben Freundschaftsspiele) standen schlussendlich im Schnitt zwei Zähler auf der Habenseite der rot-weiß-roten Equipe.

Das Jahr 2019 sollte im Speziellen in der Offensive nochmal einen Schub nach vorne bringen. In zehn Spielen (sämtliche Spiele fanden damals im Rahmen der EM-Qualifikation statt) gelangen dem österreichischen Team im Schnitt starke 1,9 Treffer pro Partie, eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Gegentoren erhöhte sich der Wert auf 0,9, wobei hier im Speziellen die 2:4-Niederlage gegen Israel heraussticht. Denn während Lindner und Co in vier Spielen ohne Gegentor blieben, setzte es in fünf Spielen einen Gegentreffer. Wird der Punkteschnitt über das gesamte Jahr gesehen betrachtet, so gab es im Vergleich zum Vorjahr eine marginale Verschlechterung – 1,9 Punkte pro Spiel sind dennoch überzeugend.

Starke dritte Saison, massiver Absturz im Jahr 2021

Auf das Jahr 2019 folgte 2020, welches, bedingt durch Corona, lediglich acht Länderspiele (zwei Freundschaftsspiele und sechs Spiele im Zuge der Nations League) zu bieten hatte. Dabei sticht ins Auge, dass die offensive Durchschlagskraft, verglichen mit dem Vorjahr, abgenommen hat. In den achten Partien erzielte die Elf rund um David Alaba dennoch 1,75 Tore pro Partie. Im Bezug auf die Gegentore änderte sich wenig – 0,88 Tore sind eine leichte Verbesserung. Lediglich gegen Rumänien kassierte das Team drei Tore, dreimal spielte es zu Null, viermal kassierten die rot-weiß-roten Torhüter jeweils einen Treffer. Was jedoch deutlich hervorsticht, ist der Punkteschnitt des Nationalteams im Jahr 2021. Satte 2,36 Punkte holte das Nationalteam unter Franco Foda – einer Niederlage gegen Rumänien und einem Unentschieden gegen eine norwegische C-Elf stehen sechs Siege gegenüber.

Doch in dieser Tonart sollte es nicht weitergehen, denn das Jahr 2021 brachte – auch wenn das Team bei der Europameisterschaft bis ins Achtelfinale vorstoßen konnte, und dort nur knapp Italien unterlag – einen drastischen Rückschritt in allen Facetten. Zwölf Spiele wurden bislang absolviert, sechs Niederlagen, zwei Unentschieden und vier Siege resultierten daraus. Erschreckend dabei ist der Blick auf die Statistik der Tore, Gegentreffer und Punkte. So sank der Schnitt der erzielten Treffer auf lediglich 1,17 Tore pro Spiel, was den – mit Abstand – schlechtesten Wert seit der Amtsübernahme von Foda bedeutet. Gleichzeitig schoss die Anzahl der Gegentreffer massiv in die Höhe. Ganze 1,58 Tore musste die heimische Elf im Jahr 2021 pro Partie einstecken – dabei stechen im Speziellen die 0:4-Niederlage gegen Dänemark und das völlig indiskutable 2:5 gegen Israel heraus. Zudem gelang es der Elf von Franco Foda, nur mehr in drei Spielen kein Gegentor zu kassieren. Diese desaströsen Werte gipfeln in einem ebenso horrenden Punkteschnitt – mit 1,17 Punkten pro Partie steht das Nationalteam unter Foda so schlecht da, wie noch nie zuvor unter den Fittichen des Deutschen. Bleibt nur zu hoffen, dass die restlichen Spiele im Jahr 2021 den Schnitt noch etwas verbessern werden.

Freundschaftsspiele versus Bewerbsspiele

Zu guter Letzt sollen hier auch noch die Freundschaftsspiele separat von den Bewerbsspielen betrachtet werden. Zwölf Spiele in aller Freundschaft wurden unter Foda absolviert. Dabei schoss die heimische Auswahl durchschnittlich 1,58 Tore, kassierte lediglich 0,75 und erzielte 2,08 Punkte im Schnitt.

Dem gegenüber stehen 30 Bewerbsspiele, in denen man durchschnittlich zweimal den Ball im gegnerischen Gehäuse unterbrachte, dabei 1,17 Gegentore kassierte. Hinsichtlich des Punkteschnitts liegt Foda bei 1,73 Punkte und damit – aktuell – sogar hinter Marcel Koller, der es bei Bewerbsspielen auf einen Punkteschnitt von 1,85 Punkte pro Partie brachte. 

Resümee

Resümierend muss festgestellt werden, dass Franco Foda im Jahr 2020 seinen (bis dato) Höhepunkt erreicht hat. Starke 2,37 Punkte pro Partie sprechen eine deutliche Sprache. Erschreckend jedoch, dass das Niveau nicht mal ansatzweise in das Jahr 2021 mitgenommen werden konnte. Wie dieser enorme Einbruch zu erklären ist, das muss auf jeden Fall hinterfragt werden. Dass sich schleunigst etwas ändern muss, das ist nicht erst seit der 2:5-Klatsche gegen Israel und der gestrigen 0:1-Niederlage gegen Schottland offensichtlich.

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