Im zweiten Teil unserer Serie „Das ÖFB-Teamcasting“ beschäftigen wir uns naturgemäß mit den Verteidigern. Nachdem wir bei den Torhütern nicht unbedingt in eine rosige Zukunft blicken können, sieht die Analyse der aktuellen Spieler sowie der Hoffnungsträger ein wenig besser aus – vor allem auf den Positionen der Innenverteidigung. 

Im Vergleich zu den Torhütern ist diese Position stärker besetzt, dennoch gibt es – speziell auf den Außenpositionen (wenn man David Alaba im Team als Mittelfeldspieler sieht) – durchaus Verbesserungspotenzial. Auf der Innenverteidiger-Position sind wir allerdings stark besetzt – die bereits etablierten Stammkräfte Dragovic, Pogatetz und Prödl bekommen schon sehr bald Druck von Hinteregger und Wimmer.

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Fixstarter in der Stammelf

Aleksandar Dragovic – Dynamo Kiew (22 Jahre)
Sebastian Prödl – SV Werder Bremen (26 Jahre)

In der Innenverteidigung kann Marcel Koller auf ein solides Duo zurückgreifen. Aleksandar Dragovic hat nach dem FC Basel einen weiteren Entwicklungsschritt gemacht und wechselte zum ukrainischen Spitzenklub Dynamo Kiew. Er hat sich jedenfalls durch konstant gute Leistungen in die Notizbücher von einigen Top-Klubs gespielt und wird sicherlich in den nächsten Jahren seinen Weg in eine der besten Ligen von Europa machen. Die politische Situation in der Ukraine könnte einen etwaigen Wechsel womöglich noch beschleunigen.

Sebastian Prödl ruft bei Werder Bremen vor allem seit Rückrundenstart der Deutschen Bundesliga jede Woche sein Potenzial ab. Leider wird seine Saison durch die Performance der Hansestädter und speziell von seinem Innenverteidiger-Partner Assani Lukimya getrübt.

 

Fixplatz im Kader

Christian Fuchs – FC Schalke 04 (27 Jahre)
György Garics – FC Bologna (29 Jahre)
Martin Hinteregger – Red Bull Salzburg (21 Jahre)
Emanuel Pogatetz – 1. FC Nürnberg (31 Jahre)

Als Backups für die Innenverteidiger-Position sind Martin Hinteregger und Emanuel Pogatetz bereit. Wobei Hinteregger in naher Zukunft an die Stammelf anklopfen müsste. Die Entwicklung des 21-jährigen Abwehrhünen war in letzter Zeit bemerkenswert – sowohl in der österreichischen Liga als auch beim Salzburger Höhenflug in der Europa League brachte er teilweise großartige Leistungen. Gut möglich, dass er schon sehr bald nicht mehr für Red Bull Salzburg auflaufen wird, sondern in einer Liga wie England oder Deutschland. Emanuel Pogatetz wurde zuletzt von einer Verletzung zurückgeworfen, ist aber dennoch insbesondere durch seine Kampfkraft und Kopfballstärke immer eine Option – allerdings auch immer wieder einmal für einen groben Aussetzer gut. Sein Einstellung kann jedoch getrost als vorbildlich bezeichnet werden, auch Brüche im Gesicht halten ihn nicht von vollstem Einsatz ab.

Die Außenverteidiger-Position ist im Nationalteam eine Schwachstelle. Links spielt meist Kapitän Christian Fuchs, der bei Schalke 04 keine leichte Zeit durchmacht – er wird sehr oft von Trainer Jens Keller durch Sead Kolasinac ersetzt. Allerdings oft nicht ohne Grund, seine Leistungen, vor allem in der Defensive, lassen schon seit einigen Monaten zu wünschen übrig. Auch Marcel Koller hat vermutlich schon über Alternativen nachgedacht – David Alaba wäre als einer der weltweit besten Linksverteidiger zur Stelle, dieser wird aber vermutlich weiterhin im Mittelfeld aufgeboten.

György Garics ist der „etatmäßige“ Rechtsverteidiger des Nationalteams und ist – trotz seiner jahrelangen Serie-A-Erfahrung – keine optimale Besetzung für diese Position. Er ist allerdings taktisch diszipliniert und defensivstark, aber gerade in der Offensive gibt es sicherlich Verbesserungspotenzial. Wie wir weiter unten noch analysieren werden, sind aber speziell auf dieser Position die Alternativen rar.

 

Kandidaten für Kaderplätze

Florian Klein – Red Bull Salzburg (27 Jahre)
Manuel Ortlechner – FK Austria Wien (33 Jahre)
Franz Schiemer – Red Bull Salzburg (27 Jahre)
Markus Suttner – FK Austria Wien (26 Jahre)
Christopher Trimmel – SK Rapid Wien (26 Jahre)
Andreas Ulmer – Red Bull Salzburg (28 Jahre)
Kevin Wimmer – 1. FC Köln (21 Jahre)

Neben den Stammkräften gibt es einerseits hoffnungsvolle Spieler, die sich sehr bald für einen Einsatz empfehlen könnten: dazu zählt Kevin Wimmer, der von der deutschen Fußball-Bibel kicker zum besten Innenverteidger der zweiten deutschen Bundesliga gewählt wurde, für die linke Außenposition Andreas Ulmer, der bei Red Bull Salzburg einen weiteren Entwicklungsschritt gemacht hat und für rechts Christopher Trimmel, der für diese Position umgeschult wurde und immer besser hineinwächst – speziell gegen Gegner, wo Offensivstärke gefragt ist, sollte er ein Thema für Teamchef Koller werden.

Andererseits gibt es Spieler, die zwar in der Vergangenheit gute Leistungen geboten haben, aber derzeit in ihren Vereinen diese nicht mehr abrufen können (wie Manuel Ortlechner und Markus Suttner) oder wie Franz Schiemer – der bisher im Team durchaus solide gespielt und vielseitig einsetzbar war – und Florian Klein, die nicht in der Stammelf von Red Bull Salzburg Fuß fassen können und somit wenig Spielpraxis haben.

 

Erweiterter Kreis

Markus Berger – Chornomorets Odessa (29 Jahre)
Mario Sonnleitner – SK Rapid Wien (27 Jahre)

In äußersten Notfällen gibt es in der Innenverteidigung noch Spieler, die genügend Routine haben, um bei Bedarf bereit zu sein. Dazu zählen Markus Berger, der seine Brötchen in der Ukraine verdient und Mario Sonnleitner von Rekordmeister Rapid. Bisher hat Marcel Koller die beiden nicht einberufen, vermutlich wird dies auch in Zukunft nicht passieren.

 

Hoffnungsträger

Christopher Dibon – SK Rapid WIen (23 Jahre, verliehen von Red Bull Salzburg)
Patrick Farkas – SV Mattersburg (21 Jahre)
Christoph Martschinko – SV Grödig (20 Jahre)
Yilli Sallahi – FC Bayern München II (19 Jahre)
Lukas Spendlhofer – AS Varese 1910 (20 Jahre, verliehen von Inter Mailand)

Potenzial für die Zukunft in der Innenverteidigung hat der frühere U21-Kapitän Christopher Dibon, der als Leihspieler bei Rapid in der Stammelf steht und der 20-jährige Lukas Spendlhofer, der sich seine Sporen in Italien bei AS Varese verdient. Der 1,87m große Wahl-Italiener hat alle Nachwuchs-Nationalteams durchlaufen (er hat bereits 14 U21-Länderspiel-Einsätze) und ist eine Leihgabe des italienischen Großklubs Inter Mailand, um Spielpraxis in der zweithöchsten italienischen Spielklasse zu sammeln. Er ist ein großes Versprechen für die Zukunft. 

Für die Außenpositionen gibt es auch vielversprechende Talente wie Patrick Farkas von Mattersburg auf der rechten Seite sowie der Grödiger Christoph Martschinko und Yilli Sallahi (bei Bayern München bereits einmal im Bundesliga-Kader) für die linke Seite.

 

Verzicht

Martin Stranzl – Borussia Mönchengladbach (33 Jahre)

Der Burgenländer Martin Stranzl hat 56 A-Länderspiele absolviert – dazu wird leider kein weiteres hinzukommen. Er konzentriert sich schon seit 2009 auf seine Vereinskarriere. Dies klappt sehr gut, er zeigt jede Woche bei Mönchengladbach starke Leistungen.

 

Die anderen Artikel unserer Serie „Das ÖFB-Teamcasting“:

   

 

One thought on “Das ÖFB-Teamcasting – Teil 2: Die Abwehr

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    2. März 2014 at 13:09
    Permalink

    Hallo! Vielen lieben Dank für eure Arbeit, ich lese eure Seite regelmäßig und mit Freude. Ein paar Gedanken zum RV: Leider kommt speziell bei der Betrachtung der rechten Außenverteidiger Position wenig frohsinniges Denken auf obwohl ich Garics okay auf der Position finde und neugierig bin, inwiefern seine offensivere Position in der Meisterschaft sein nach vorne Arbeiten verändert und das für ihn und uns hilfreich sein kann. Immerhin spielt er ja seit einiger Zeit in Bologna im Mittelfeld. Hoffentlich wirkt sich das wiederum auf die defensive Stabilität nicht nachteilig aus, on verra.
    Eine Frage an euch, die ihr tiefer in der Materie steckt: Ist es nicht denkbar, perspektivisch (wenn von unten / hinten nichts nachkommt) einen Spieler auf dieser Position umzuschulen? Ich weiß, dies ist die Aufgabe des Vereins und nicht des Teams, aber hat einer der anderen Spieler (rechtes MF oder IV) in frühere Jahren RV gespielt? Wäre wahrscheinlich auch nur eine Behelfsmöglichkeit, aber was wenn Garics aus irgendeinem Grund ausfällt und die Backups wirklich nicht das Format mitbringen? Ich mach mir ein bisschen Sogen; obwohl es mich ja hauptsächlich passiv etwas angeht… ;) Herzliche Grüße und „weiter so“! Dudles

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