Der erste Lehrgang unter dem neuen Teamchef Ralf Rangnick ist beendet. Nach den ersten vier Spielen kann man sagen, das sich beim Nationalteam viel geändert hat und sich die Spielweise grundlegend von den Auftritten unter Franco Foda unterscheidet. Für manchen Spieler ist das gut, für andere wieder weniger. 

Wer konnte vom Trainerwechsel profitieren, wir sehen uns einige Gewinner von “Österreich neu” an.

Kevin Danso: Beinahe vier Jahre musste der bullige Innenverteidiger auf sein Comeback im Nationalteam warten. Doch unter Ralf Rangnick stockte Danso sein Länderspielkonto von sechs auf zehn Einsätze auf. Zum Auftakt gegen Kroatien und bei der Niederlage in Kopenhagen stand er jeweils über die volle Distanz auf dem Platz, in den beiden Heimspielen gegen Dänemark und Frankreich wurde er eingewechselt. Der Legionär von RC Lens nutzte seine Chance eindrucksvoll und ließ sich nichts zu Schulden kommen. Ein Fixplatz im Kader sollte weiterhin möglich sein, das nächste Spiel in der Nations League wird er aber wegen einer Gelbsperre verpassen.

Gernot Trauner: Der langjährige LASK-Kapitän wurde nach dem 0:4 Heimdebakel gegen Dänemark in der WM-Qualifikation von Franco Foda nicht mehr einberufen, unter dem neuen Teamchef spielte er drei Partien über die volle Distanz. In diesen Spielen konnte er vor allem mit gutem Stellungsspiel glänzen und sich für weitere Einsätze empfehlen. Vor allem bei Kopfbällen ist er defensiv eine Macht. Was etwas gegen Trauner spricht ist sein Alter, mit 30 Jahren wird es für die große Teamkarriere vermutlich etwas zu spät sein.

Maximilian Wöber: Der dritte Verteidiger im Bunde, dem der Teamchefwechsel offensichtlich gut getan hat. Der Salzburger stand zuletzt bei der 1:0 Blamage gegen Lettland im November 2019 für das Nationalteam auf dem Platz. Gegen Kroatien war er in der Startelf zu finden und stellte sich gleich mit zwei Torbeteiligungen ein. Gegen Dänemark wurde er eingewechselt, beim Remis gegen Frankreich stand er die volle Spielzeit auf dem Platz. Vor allem offensiv wusste Wöber zu überraschen und hat sich so als ernsthafte Alternative für die Außenverteidigung in Stellung gebracht.

Marko Arnautovic: Als bekannt wurde, das Ralf Rangnick der neue Teamchef wird, war die Meinung zu Marko Arnautovic klar: Das wird nichts! Hohes, intensives Pressing und Marko Arnautovic passen nicht zusammen. Nach vier Spielen kann man nur sagen, das es doch funktioniert. “Arnie” hat Lust und das hilft dem gesamten Team weiter. Ein Treffer gegen Kroatien und Torbeteiligungen gegen Dänemark und Frankreich sprechen eine klare Sprache. Die Chancen stehen also gut, das zu seinen bisher 102 Länderspielen für Österreich noch ein paar dazukommen werden.

Michael Gregoritsch: Als Trainersohn hat man es nicht immer leicht, auch Michael Gregoritsch hat in der Öffentlichkeit oft einen schweren Stand. Dabei wird aber übersehen, das er ein sehr guter Spieler ist, fast 200 Spiele und 40 Tore in der deutschen Bundesliga macht man nicht im Vorbeigehen. Auch Ralf Rangnick scheint große Stücke auf ihn zu halten, und setzte ihn in allen vier Partien ein (wenn auch nie über die volle Distanz). Der Stürmer dankte es mit einem Treffer gegen Kroatien, auch beim Tor gegen Dänemark durch Xaver Schlager hatte er seine Beine im Spiel. 

 

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