Es waren durchwachsene viereinhalb Jahre, die Franco Foda an der Seitenlinie das ÖFB-Team betreut hat. Am Ende zieht der Deutsche selbst den Schlussstrich. Bevor er seinen Job verliert, räumt Foda Fehler ein und wahrt damit sein Gesicht.


Nicht alles war zäh, mau und unansehnlich. Foda hat in seinen 47 Spielen als Nationaltrainer mehrmals Geschichte geschrieben. Im Juni 2018 konnte Österreich erstmals seit über 30 Jahren gegen Deutschland ein Länderspiel gewinnen – Honig für die viel-gescholtene Fußballseele. Die Siege gegen Nordmazedonien und die Ukraine bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr finden ebenfalls Erwähnungen in den Chroniken des ÖFB, waren es nicht die ersten bei einem Kontinentalturnier.

Das hart-umkämpfte Achtelfinale gegen Italien schaffte in Fußball-Österreich einen weiteren Mythos, der sich von Konjunktiv-Sagern rund um Abseitspositionen und Videoschiedsrichter speist. Ein Sieg gegen den späteren Europameister blieb Foda und dem Nationalteam aber verwehrt, stattdessen musste eine Niederlage den Platz eines Helden-Epos einnehmen – eben klassisch österreichisch.

Foda hat es nach fulminantem Beginn mit fünf Siegen in Serie nicht geschafft, das Team in seiner Amtszeit nennenswert weiterzuentwickeln. Auch konnte in seiner Ära Österreich gegen kein Team gewinnen, das in der subjektiven Weltrangliste vor dem heimischen Nationalteam gereiht wurde. Niederlagen wie jene von Kopenhagen (0:1 in der WM-Qualifikation gegen Dänemark) und Amsterdam (0:2 bei der EM gegen die Niederlande) wurden zur Selbstverständlichkeit – in der Fanszene, sowie auch auf dem Platz. Der Schein ließ erahnen, dass Foda beide Spiele bereits vor Anpfiff als verloren ansah. Nur einen Torschuss gab Österreich in beiden Spielen zusammen ab. Dass die Ergebnisse keine Toresflut des Gegners dokumentieren, macht die Partien nicht weniger blamable. Der einzige Punktgewinn gegen ein Team, das besser gerankt wurde als Österreich, gelang mit einem 0:0 in Warschau gegen Polen. Ein torloses Remis als Erfolg zu verkaufen, sollte allen fußballerischen Beobachtern aber widerstreben.

Foda hat lange aus einem, für österreichische Verhältnisse, überdurchschnittlichen Kader, den Durchschnitt herausgeholt. Die Aufstiege bei der Europameisterschaft und der Nations League waren Minimalerfolge, aber zumindest Erfolge. Der spielerische Quantensprung setzte in den letzten Jahren hingegen viel zu selten ein. Die besten Kicks der Ära Foda dürften gegen Nordmazedonien (4:1 in der EM-Qualifikation) und gegen Slowenien (Testspiel: 3:0 in Klagenfurt) gelungen sein. Die drückende Dominanz dieser Partien gepaart mit unaufhörlichem Spielwitz und Freude am Fuß war gegen größere oder ebenbürtige Gegner nie zu sehen. Viel mehr wurden ideenlose Auftritte, die in einer schmerzenden, aber erwartbaren, Niederlage endeten, zum Prototyp des Nationalteam-Kicks. Der Auftritt von Cardiff gilt als Blaupause für die Teamchef-Ära Foda – historische (Minimal-) Erfolge weniger.