Weitgehend glanzlos, aber schlussendlich souverän feierte das österreichische Nationalteam auf den Färöer einen 2:0-Erfolg. Besonders in der ersten Hälfte hielten die Inselkicker sehr gut dagegen, was aber auch bekannten Schwächen im österreichischen Aufbauspiel zu verdanken war.

Nach den dürftigen Leistungen der Länderspielpause im September hatten die wenigsten ein fußballerisches Feuerwerk des Nationalteams erwartet. Offensiv gesehen waren es sogar eher die heimischen Färinger, die für Unterhaltung im Sinne von gefährlichen Angriffsaktionen sorgten. Einige Male musste der österreichische Rückhalt Daniel Bachmann eingreifen, wobei er die Situationen durch seinen in der ersten Halbzeit unsicheren Auftritt nur bedingt entschärfen konnte. Bachmanns starkem Stellungsspiel auf der Linie war es zu verdanken, dass sich Österreich nicht schon vorzeitig blamierte, technisch hatte er wiederholt Aussetzer und agierte vor allem mit dem Fuß unsicher.

So weit hätte es aber gar nicht kommen müssen, wenn die Hintermannschaft der Gäste sich von den einfachsten spielerischen Mitteln der Färöer überraschen hätte lassen. Dass sich der Fußballzwerg nicht mit mehreren Ballstafetten von hinten nach vorne kombiniert, war Franco Foda spätestens seit dem Hinspiel in Wien klar, wo man übrigens nach wenigen Minuten kalt erwischt wurde und einem Rückstand hinterherlief. Das passierte diesmal nicht, aber die hohen Bälle aus der Defensivreihe auf die motivierten Stürmer stellten Österreich vor einige Probleme. Das zweite probate Mittel Färöers, nämlich Standards, konnte das ÖFB-Team durch disziplinierte Manndeckung weitgehend souverän verteidigen. Umso bedenklicher also, dass der eigentliche Außenseiter sich fußballerisch mehr Chancen herausarbeiten konnte.

Selber fiel Österreich im Spiel nach vorne wenig ein. Dass kann gegen einen nominell doch deutlich schwächeren Gegner zwar passieren, setzt aber die fehlende Kreativität der letzten Monate sichtbar fort. Die Entscheidung, Rapid-Stürmer Ercan Kara für die vielen Ausfälle nachzunominieren, entpuppte sich für Foda aber als goldrichtig. Kara lief sich gut frei und entwischte den färinger Verteidigern oftmals. Daraus resultierte auch das Führungstor der Österreicher, die den vielen Ballbesitz durch schnörkelloses Passspiel endlich in Zählbares umwandeln konnten. Auffällig war auch die Linklslastigkeit im Spiel nach vorne, wonach Kapitän David Alaba und Florian Kainz die Aktivposten waren. Durch fehlendes Tempo und mangelnder Raumverteilung konnte daraus aber kaum Kapital geschlagen werden. Ausnahme waren Kara und Marcel Sabitzer, die die wenig brauchbaren Aktionen durch gutes Positionsspiel einleiteten und Räume frei machten.

Wie so oft gegen kleinere Teams stellte sich das glückliche Führungstor als essentielles Puzzleteil heraus. Die Färöer bemühte sich zwar weiter, konnte Fehler der Österreicher aber nicht ausnutzen und erhielten kurz nach Seitenwechsel durch einen abgefälschten Sabitzer-Schuss das zweite Gegentor. Österreich spielte daraufhin viel befreiter auf und überspielten defensiv doch limitierte Färinger immer häufiger. Während der passstarke Christopher Trimmel in Hälfte eins kaum ins Offensivspiel eingebunden wurde, waren die Seitenverlagerungen nun viel ausgeglichener und man konnte sich mit präziseren und mutigeren Pässen mehr Freiräume für Zuspiele und Abschlüsse schaffen. Dennoch wirkten die Österreicher hinten vor allem nach der Einwechslung von Stefan Posch weiter unsicher und offensiv uninspiriert.

Vor dem Spiel in Dänemark am Mittwoch meldete sich das ÖFB-Team im Kampf um Platz zwei in der Qualifikationsgruppe zurück. Gegen den EM-Halbfinalisten und mit dem Punktemaximum ausgestatteten Tabellenführer wird es aber eine weitere Leistungssteigerung brauchen, um etwas aus Kopenhagen mitzunehmen.