Doppelt erfolgreicher Dienstagabend: Österreichs Frauen-Nationalteam fixiert nicht nur die direkte EM-Teilnahme, sondern gewinnt auch das Testspiel gegen die Slowakei mit 1:0, das Goltor erzielt Marie-Therese Höbinger. Es war der Abschluss der Visit Malta Women’s Trophy, wo es ein paar Tage zuvor eine 6:1-Niederlage gegen Schweden sezte.


Quelle: ÖFB MediaInfo 29/2021

Das Frauen-Nationalteam hat am Dienstag Geschichte geschrieben und sich – nun auch rechnerisch – zum zweiten Mal in Folge für die UEFA Women’s EURO qualifiziert.

Da Portugal im abschließenden Spiel der EM-Qualifikationsgruppe E in Larnaca (CYP) gegen Schottland nicht über einen 2:0-Sieg hinauskommt, ist die Auswahl von ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann definitiv unter den besten drei Gruppenzweiten, die sich neben den neun Gruppensiegern fix für die EM-Endrunde 2022 in England (6.-31. Juli) qualifizieren. Das Playoff, bei dem im April die drei letzten Startplätze vergeben werden, bleibt der Fuhrmann-Elf damit erspart.

“Das Team hat sich das direkte EM-Ticket nach der besten Qualifikation aller Zeiten verdient. Die neuerliche EM-Teilnahme ist für ein kleines Fußballland wie Österreich extrem hoch einzuschätzen. Es ist fantastisch, dass wir wieder zur Europameisterschaft fahren. Ich freue mich extrem für die Spielerinnen und für das Betreuerteam. Wir dürfen zudem nicht vergessen, dass Dominik Thalhammer mit seiner Arbeit den Grundstein gelegt hat. Wir sind dankbar, dass wir den direkten Weg zur Europameisterschaft geschafft haben”, sagt ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann.

ÖFB-Präsident Dr. Leo Windtner: “Ich gratuliere Irene Fuhrmann, ihrem Team und natürlich allen unseren Spielerinnen ganz herzlich zu dieser herausragenden Leistung! Alle Beteiligten haben einen Top-Job abgeliefert. Die Teilnahme an der UEFA Women’s EURO 2022 im Mutterland des Fußballs ist ein enormer Erfolg und gibt dem gesamten Fußball in Österreich in dieser schwierigen Phase einen gewaltigen Schub. Wir brauchen gerade jetzt die Euphorie rund um solche Großereignisse, um junge Mädchen und Burschen für den Fußball, den Sport und die Bewegung zu begeistern und zu den Vereinen zu bringen.”

“Es ist unglaublich, dass wir es zum zweiten Mal in Folge zur Europameisterschaft geschafft haben. Das zeigt, dass wir uns über die Jahre kontinuierlich entwickelt und in Europas Top-16 etabliert haben”, sagt die verletzte ÖFB-Teamkapitänin Viktoria Schnadebeck, die in London aktuell an ihrem Comeback arbeitet.

Die Österreicherinnen blicken auf die bislang erfolgreichste Qualifikation ihrer Geschichte zurück. In einer Gruppe mit Frankreich, Serbien, Nordmazedonien und Kasachstan holten die Österreicherinnen 19 von 24 möglichen Punkten (22:3 Tore). Entscheidend für die schlussendlich direkte Qualifikation: Ein sensationelles Heim-0:0 gegen die Französinnen, die zuvor seit 2007 in Qualifikationsbewerben ausschließlich siegreich blieben.

Sieg im Testspiel gegen die Slowakei

Unmittelbar nach der frohen Kunde über die fixierte Qualifikation erfolgte für das Frauen-Nationalteam auf Malta der Anpfiff zum freundschaftlichen Länderspiel gegen die Slowakei. Nach der 1:6-Niederlage gegen Schweden am Freitag, gelingt den Österreicherinnen gegen die Weltranglisten-45. ein 1:0-Sieg.

Für das Tor des Abends sorgt Marie-Therese Höbinger, die bei ihrem siebenten Einsatz im ÖFB-Teamdress ihr erstes Länderspieltor verbucht. Die Potsdam-Legionärin profitiert von einer schönen Vorarbeit von Solo-Spitze Nicole Billa und schießt ins lange Eck ein. (14.)

Bei den Österreicherinnen, bei denen Torhüterin Jasmin Pal nach dem Aufwärmen verletzungsbedingt passen muss, absolviert Kristin Krammer (USV Neulengbach) ihr erstes Länderspiel überhaupt. Die erst 18-Jährige verbucht bei ihrem Debüt auch einen ‘Big Save’, als sie beim Stande von 1:0 gegen Martina Surnovska im Eins-gegen-eins klären kann. (23.) Bei einem Lattenschuss von Alexandra Biroova (19.) hatte Krammer kurz zuvor allerdings Glück.

Ansonsten verbucht das Frauen-Nationalteam Feldvorteile. Weitere Tore bleiben allerdings trotz guter Angriffe über die Flügel Mangelware. Zu oft blocken die Slowakinnen den letzten Pass bzw. den Schussversuch. In der Schlussphase vergeben Barbara Dunst (80.) – nach starker Vorarbeit von Lisa Makas – und Makas (Latte/82.) die größten Chancen auf einen höheren Sieg.

Auf slowakischer Seite lässt Veronika Slukova in der 81. Minute nach einem Eckball die einzige Großchance liegen. Laura Wienroither wurde im Anschluss zur besten ÖFB-Spielerin des Turniers gewählt. Sieger der Visit Malta Women’s Trophy ist Schweden, das auch gegen Malta (3:0) einen Sieg einfuhr.

“Es war das erwartet umkämpfte Spiel. Wir sind sehr gut in die Partie gestartet und haben in vielen Phasen dominiert. Was uns momentan noch fehlt, sind die cleveren Entscheidungen im Angriffsdrittel. Da müssen wir schlauer agieren, ruhiger am Ball sein und die Gegnerinnen mehr binden. Es gilt zudem, die Chancenauswertung zu verbessern”, zieht Fuhrmann nach dem Ende der Visit Malta Women’s Trophy Bilanz.