Gestern wurde Gerhard Milletich zum neuen, designierten Präsidenten des ÖFB gewählt. Der 65-Jährige konnte sich vor dem Wahlausschuss gegen seinen Konkurrenten Roland Schmid durchsetzen.

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Nicht nur das Wahlprozedere warf, wie bei den Kollegen von 90minuten.at, Fragen auf. Die Bestellung von Milletich „als Ganzes“ sorgte für Kritik, vor allem beim 70-fachen Nationalteamspieler Marc Janko.

Zwar schickte der ehemalige Angreifer, im Studio von Sky Sport Austria auf die Personalie angesprochen, voraus, dass man Milletich erst einmal arbeiten lassen und ihn dann an seinen Taten messen solle. „Aber wie es den Anschein hat, haben sich die Systemerhalter durchgesetzt.“

Es sei an der Zeit, Innovationen in einen Verband zu bringen, der nach dem Höchsten strebt und sich mit der Weltklasse messen möchte. Ein System, das sich nur selbst abwählen kann, sei zu hinterfragen. Janko stellt auch die Frage der Verantwortung, aktuell putze man sich auf das schwächste Glied der Kette – den Trainer – ab.

Es gebe viele Themen, die zu beleuchten wären, so auch der Wahlhergang. „Ein externer Kandidat wie Schmid startet mit einem 0:1 in den Wahlausschuss, weil sich die Landespräsidenten selbst wählen (Anm. d. Red.: Milletich ist Landespräsident des Burgenländischen Fußballverbandes). Wo man hinschaut, wird einem übel.“

Auf Twitter legte der Sky-Experte dann nochmals nach. Weil der Fußball uns allen gehöre, sollte die ÖFB-Präsidentenwahl mit einem öffentlichen „Wettbewerb der Ideen“ verknüpft sein, anstelle einer geheimen Wahl, die über das „wichtigste Sportfunktionärsamt des Landes“ entscheidet.

Darüber hinaus bietet der 38-Jährige den „Herrschaften“ eine Wette an. Sollten sie fünf Ex-Spieler oder -Trainer finden, die die aktuelle Struktur befürworten bzw. unterstützen, dann dürfe dieses System „auf ewig so weiterwurschteln“.